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Eckernförde Einwohner wünschen sich einen Treffpunkt
Lokales Eckernförde Einwohner wünschen sich einen Treffpunkt
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17:08 06.02.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Gut 50 Einwohner nutzten am Mittwochabend die Chance, ihre Ideen in die Ortsentwicklung einzubringen. Allerdings war auch Skepsis hörbar, ob solche Prozesse am Ende wirklich etwas bringen. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Dänischenhagen

Martin Stepany von der beauftragten Planergruppe erklärte, es gehe auch darum, die Stimmung in Dänischenhagen mitzunehmen: „Was ist los im Ort, was ist gut, was fehlt?“ Er räumte allerdings ein, dass die Teilnehmer gerne Wünsche äußern könnten: Aber nicht alles werde in Erfüllung gehen.

Es sei dennoch das Ziel, für die drei beteiligten Gemeinden Schwedeneck, Noer und Dänischenhagen ganz konkrete Projekte zu entwickeln. Er ermunterte dazu, querzudenken, optimistisch Ziele zu formulieren.

Es fehlen auch kleine Wohnungen

Zunächst gab es einige Ergebnisse der Ortsteilrundgänge, die Ende 2019 stattfanden. Da hieß es zum Beispiel, dass kleine Wohnungen, auch für Senioren und junge Familien, fehlen. Kritisiert wurden die schwer einsehbaren Auf- und Abfahrten der Bundesstraße 503. Im Hauptort fehlt ein Dorfzentrum und – außer der Gaststätte „Zur Linde“ – Gastronomie.

Konzentriert und konstruktiv diskutierten die Teilnehmer dann in acht kleinen Gruppen. So mancher hatte auch schon Ideen auf einem Zettel mitgebracht, um sie auf den großen Plakaten einzutragen. Und auch wenn die Pendlergemeinde Dänischenhagen als klassisches Schlafdorf gilt, scheinen sich die Menschen hier wohlzufühlen.

Gute Infrastruktur trotz ländlicher Lage

Dazu trägt trotz ländlicher, naturnaher Lage die gute Infrastruktur bei, unter anderem mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, Schule und Kindergärten. Es gibt bereits viele Institutionen, die zur Dorfgemeinschaft beitragen, wie Sportverein, Chor, Feuerwehr, Kirche. Vielen fehlt aber der Treffpunkt in Dänischenhagen.

Das zeigte sich auch in der Bewertung der Ideen zum Abschluss: Da durfte jeder Teilnehmer vier Klebepunkte an Themen setzen, die ihm besonders wichtig sind – gebündelt oder verteilt auf mehrere Projekte.

Was wird aus dem "Gasthof zur Eiche"?

Demnach wünschen sich viele so etwas wie einen Dorfkern, aber auch ein Dorfgemeinschaftshaus oder Veranstaltungsräume, Gastronomie, ein Café. Auch die Zukunft des früheren „Gasthofs zur Eiche“ beschäftigt Einwohner.

Sehr wichtig war den Teilnehmern zudem das Thema bezahlbarer Wohnraum in Dänischenhagen. Ein Lösungsvorschlag lautete, Einliegerwohnungen in zu groß gewordenen Häusern zu schaffen. Zudem machten sich die Einwohner für den Anbau an das Sportheim des MTV Dänischenhagen stark und wünschen sich ein Netz von Rad- und Wanderwegen.

Auto ist das Hauptverkehrsmittel

Das Hauptverkehrsmittel in der Pendlergemeinde ist wenig überraschend das Auto, ergab die Umfrage unter den Workshop-Teilnehmern. Danach folgt das Fahrrad. Öffentliche Verkehrsmittel spielen kaum eine Rolle.

Allerdings würden zumindest laut Strichliste viele künftig öfter Fahrrad und einen verbesserten ÖPNV nutzen wollen. Für ein besseres Klima gab’s auch Vorschläge, zum Beispiel Solarthermie und Fotovoltaik-Anlagen. Oder auch Tempo 30 im ganzen Ort einzuführen.

Dänischenhagen in Zahlen

Dänischenhagen hat gut 3900 Einwohner. Im Hauptort leben 3240 Einwohner (Stand Dezember 2019). Der Ortsteil Scharnhagen hat 342 Einwohner, Kaltenhof 242. Nach Angaben der Planer gibt es seit 2016 einen leichten Bevölkerungsrückgang.

Dänischenhagen ist mit einem Durchschnittsalter von 44,5 Jahren die jüngste der drei untersuchten Gemeinden. Sie entspricht damit etwa dem Altersschnitt in Deutschland, liegt aber über dem Schleswig-Holstein liegt (42,2 Jahre).

Es gibt 1695 Wohneinheiten, in denen im Schnitt 2,28 Personen leben: Das sind überdurchschnittlich viele Familien. Deutschlandweit liegt der Schnitt bei zwei Personen. Die durchschnittliche Wohnungsgröße beträgt 117 Quadratmeter, deutschlandweit sind es nur knapp 92 Quadratmeter.

Wie in Noer und Schwedeneck haben rund 60 Prozent der Wohneinheiten mindestens fünf Räume. Sie entsprechen damit nicht der Nachfrage.

Es folgt Kinder- und Jugendbeteiligung

Wie geht’s nun weiter in den drei Gemeinden? Demnächst können noch Kinder und Jugendliche Ideen für ihren Heimatort entwickeln. Laut Planung werden die Einwohner von Dänischenhagen, Noer und Schwedeneck dann im Mai über das geplante Maßnahmen- und Umsetzungskonzept informiert.

Dieses soll dann im Juni als informelles Planungsinstrument von den Gemeindevertretungen beschlossen werden.

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