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Eckernförde Schülern drohen viel längere Fahrtzeiten
Lokales Eckernförde Schülern drohen viel längere Fahrtzeiten
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12:00 04.06.2019
Von Cornelia Müller
Ist die gesamte Schülerbeförderung auch auf Land mit dem öffentlichen Bus möglich? Der Dänische Wohld hat jetzt noch ein ausgeklügeltes System, das alle lieben. Eltern befürchten jetzt gravierende Verschlechterungen. Quelle: Frank Peter
Gettorf

„Jetzt sollte der Plan angeblich stehen und die Feinabstimmung laufen. Aber was uns bisher vorliegt, ist eine Katastrophe“, kritisieren Jane Koberstein aus Schinkel, Vorsitzende des Schulelternbeirats der Isarnwohld-Schule Gettorf, und ihre Stellvertreterin Regina Pudimat aus Neuwittenbek.

„Die Abfahrtszeit werden bis auf zwei Linien deutlich vorverlegt. Die durchschnittliche Differenz zwischen Abfahrt und Schulbeginn liegt bei 55 Minuten. Viele Kinder von außerhalb müssten drei Stunden am Tag im Bus verbringen. Das ist keine Chancen- noch Bildungsgerechtigkeit.“

Schulelternbeirat Gettorf kämpfte für alle Schüler im Dänischen Wohld

Der Elternbeirat macht mit einem mehrseitigen Elternbrief mobil. „Wir wollen, dass die Verkehrsplanung bezüglich Schülerbeförderung noch einmal aufgerollt wird“, sagt Koberstein.

„Es geht dabei nicht nicht darum, die notwendige Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs zu torpedieren.“ „Und wir fühlen uns bisher nicht genügend eingebunden in die Planung“, ergänzt Pudimat

Betroffen sind Kinder und Jugendliche im ganzen Dänischen Wohld. Nicht nur für Gymnasiasten und Gemeinschaftsschüler an der Isarnwohld-Schule, sondern auch für Grundschulkinder der Parkschule Gettorf sowie der anderen kleinen Grundschulstandorte wird das neue Beförderungskonzept Veränderungen bringen. Auch am Gymnasium Kronshagen regt sich Widerstand.

Schülerbeförderung ins öffentliche Busnetz Rendsburg-Eckernförde

Hintergrund ist die geplante Integration des Schülerbeförderung in den Überlandverkehr, der neu strukturiert wird. Ziel ist die Vernetzung aller Linien an Knotenpunkten, wo man nahtlosen Anschluss an weiterführende Busse oder die Bahn hat. Knotenpunkt im Wohld sind Bahnhof und ZOB Gettorf.

Busse sollen künftig den ganzen Tag im Ein-, Zwei-, oder Halbstundentakt verkehren. Die Mehrkosten sollen durch weitgehenden Wegfall der Schulbusse aufgefangen werden. Beispiele aus dem vorläufigen Fahrplan zeigen, wie sich die Situation verschlechtern würde, sollte der Kreis nicht gravierende Änderungen vornehmen:

Lange Fahrzeit aus Schinkel und Blickstedt zur Isarnwohldschule Gettorf

  • In Schinkel muss ein Kind demnach um 6.10 Uhr das Haus verlassen. Um 6.23 Uhr fährt der Bus an der zentralisierten Haltestelle Ortsmitte zum ZOB Gettorf ab. Er trifft um 6.56 Uhr ein, wo das Kind in den Bus mit Halt Isarnwohld-Schule umsteigt. Es kommt an der Schule um 7.02 Uhr an. Der Unterricht beginnt um 7.30 Uhr.
  • In Blickstedt müssen Schüler um 6.24 Uhr in den Bus aus Kiel nach Gettorf steigen. Um 6.32 steigen sie in Felm aus und nehmen um 6.37 Uhr den Bus in die Gegenrichtung. Er ist um 6.54 Uhr am ZOB Gettorf und fährt unter anderer Linien-Nummer weiter in Richtung Schule, wo er um 7.01 Uhr hält. Zum Vergleich: Heute fahren Blickstedter Schüler um 7.06 Uhr ab und sind um 7.16 Uhr ohne Umsteigen an der Schule.

Das mutet die Satzung den Schülern zu

Die seit dem Schuljahr 2018/19 geltende Satzung des Kreises Rendsburg-Eckernförde für die Schülerbeförderung soll mit Einführung des so genannten Integralen Taktfahrplans umgesetzt werden. Fahr- und Wartezeit auf den Bus beschränkt das Regelwerk nicht. Sind Schüler zu früh in der Schule, darf die unbetreute Wartezeit auf den Unterricht für Kinder bis Klasse vier 30 Minuten betragen. Kindern ab Klasse wird bis zu einer Stunden unbetreute Zeit zugemutet. Für Kinder bis Jahrgangsstufe vier darf der Schulweg bis zu zwei Kilometer lang sein, ohne dass Anspruch auf Beförderung im Bus oder Taxi besteht. Schülern der Klassen fünf und sechs mutet die Satzung vier Kilometer Fußweg zu. Ab Klasse sieben sind es sechs Kilometer. Dörfer wie Tüttendorf, Revensdorf oder Wulfshagenerhütten müssen im Beförderungsplan nach Gettorf also gar nicht mehr berücksichtigt werden. „Wir befürchten mehr Elterntaxis denn je“, sagen die Elternbeiräte.

„Diese und viele weitere Fälle sind nach den neuen Beförderungsregeln satzungskonform“, betonen die Elternbeiräte.  „Dazu kommen jene Touren, die auch laut Satzung nicht zumutbar sind. Die Beförderung zur zweiten Stunde etwa ist gar nicht für alle Linien vorgesehen. Und für die Heimfahrt muss der Unterricht fünf Minuten früher enden. Das soll möglichst durch Wegfall der ersten kleinen Pause kompensiert werden."

Auch Amt Dänischer Wohld macht Druck auf den Kreis

Auch Amtsdirektor Matthias Meins und den Schulverbänden in Gettorf, Osdorf, Schinkel brennt das Thema auf den Nägeln. „Wir sollten bereits neue Informationen haben, inwieweit die Planer Probleme lösen konnten. Das ist aber nicht der Fall“, bestätigt Meins. „Der Kreis hatte Kompromissbereitschaft zugesagt. Es wird auch höchste Zeit für das Gespräch des Kreises mit dem Amt, Schulverbänden, Schulelternbeiräten.“

Tatsächlich drängt es, wenn Taktfahrplan und Schülerbeförderung bis 2021 stehen sollen. Meins: „Nicht nur der Kreis muss den Busverkehr neu ausschreiben, und das sogar europaweit. Auch wir müssen neu ausschreiben, sollten wir doch einen Teil des freigestellten Schülerverkehrs beibehalten müssen.“

Weiterer Knackpunkt: Ob der Kreis weiter zwei Drittel der Kosten für Fahrten mit dem extra Schulbus übernehmen würde, ist unklar.

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