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Eckernförde Innenstadt von Eckernförde: CDU stößt Auto-Verbot an
Lokales Eckernförde Innenstadt von Eckernförde: CDU stößt Auto-Verbot an
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14:24 26.06.2019
Von Tilmann Post
Autofreie Innenstadt in Eckernförde? Die Vorschläge der CDU-Fraktion sind weitgehend - und treffen auf ein positives Echo in der Ratsversammlung. Quelle: Ulf Dahl
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Eckernförde

„Das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt rund um den alten Fischerkern nimmt besonders in den Sommermonaten zu“, heißt es in der Begründung des Antrags. „Ortsfremde sind auf der Suche nach Parkplätzen und es entsteht ein regelrechter Ringverkehr.“ Anwohner in den engen Gassen seien Lärm und Abgasen ausgesetzt.

Um das zu verhindern, macht die größte Fraktion der Ratsversammlung Vorschläge. Möglich seien demnach eine weitere Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit oder zusätzlich Fahrradstellplätze. Zudem stehe in Frage, ob die derzeitige Verkehrsführung noch richtig sei und ob ein intelligentes Parkleitsystem helfen könne.

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Auch ein Bus-Shuttleverkehr für den „Innenstadtring“ über Reeperbahn, Jungfernstieg und Langebrückstraße sei denkbar, ebenso die „häufigere Absperrung des Jungfernstiegs bei Veranstaltungen“ durch versenkbare, automatische Poller.

Keine Parkplätze mehr in der Altstadt von Eckernförde?

Im Maßnahmenkatalog findet sich zudem der Vorschlag, auch Bewohner nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt zu lassen. Das bestätigte CDU-Fraktionschefin Katharina Heldt während der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend.

Heldt betonte, dass es sich zunächst um Denkanstöße handelt. Möglicherweise sei es auch sinnvoll, wenn es gar keine Parkplätze mehr in der Innenstadt gäbe. „Wenn das vorne dransteht, fährt auch niemand mehr hinein“, sagte Heldt.

Mit dem Antrag, der sich auf das Gebiet östlich der Reeperbahn bezieht, soll die Verwaltung die Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung prüfen. Damit stieß die CDU bei den anderen Parteien auf ein positives Echo.

Grüne: "Kraftfahrzeugverkehr zurückzudrängen"

„Das ist ein toller Antrag“, sagte Rainer Bosse vom SSW. Aber: „Wir haben die Verkehrsprobleme nur, weil ihr das Verkehrsleitsystem damals abgelehnt habt“, sagte er an die Adresse der CDU.

Allerdings wollen einige Fraktionen das Thema Verkehr auf eine breitere Basis stellen. „Ich habe überhaupt kein Problem damit, dem Antrag zuzustimmen“, sagte Rainer Beuthel von den Linken. Ein Verkehrskonzept müsse mit einer Änderung der angestoßenen Konzepte zum Radfahrverkehr und zum Klimaschutz einhergehen.

Auch Sören Vollert (Grüne) regte eine umfassendere Prüfung an. „Wir müssen Wege finden, den Kraftfahrzeugverkehr weiter zurückzudrängen“, so Vollert, der Vorsitzender des Bauausschusses ist.

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Lesen Sie auch einen Kommentar von Tilmann Post zur Idee des autofreien Zentrums in Eckernförde

SPD: Erst Parkraumkonzept abwarten

Frauke Piechatzek (SPD) wies darauf hin, dass das Parkraumkonzept noch nicht abgeschlossen sei. „So lange sollten wir warten.“ Da sich die Bauvorhaben in der Stadt munter ändern – zuletzt auf dem Bahnhofsareal – befindet sich das Konzept in der Bearbeitung.

Edgar Meyn, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ließ einen Hauch Genugtuung erkennen: „Die Europawahl lässt grüßen, man möchte offenbar auf Umwelthemen setzen“, sagte er Richtung CDU. Er sehe das als Auftakt. Der Ausschuss verabschiedete den Prüfauftrag an die Verwaltung einstimmig. Eine autofreie Innenstadt war zuletzt in Preetz im Gespräch.

Der Beschluss, dort ein Mobilitätskonzept zu entwickeln, war aus der Debatte um die Einführung von Parkgebühren in Preetz entstanden. Dabei sollen unterschiedliche Maßnahmen für eine klimafreundliche Stadt beleuchtet werden. Einiges sei bereits angeschoben worden, erläuterte Bürgermeister Björn Demmin in der Sitzung. So habe man nach Auswertung eines von Pastor Christoph Pfeifer initiierten Fragebogens für Senioren einen Shuttle-Service für ältere Menschen zu Veranstaltungen wie dem Schusterfest angeboten. „Leider war die Nachfrage gleich null“, bedauerte er.

Vom Dreirad zum E-Wagen: Eine Reise in die Vergangenheit der Automobile

Die Mobilität für Senioren soll weiterhin im Ausschuss für Kinder, Jugend, Schule, Soziales, Gleichstellung beleuchtet werden. Weitere Themen sind unter anderem Busverbindungen, Schulwegsicherheit und Schülerbeförderung (Schultaxis von Eltern).

Lesen Sie auch: Das sagen Leser über ein mögliches Fahrverbot.

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