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Eckernförde Übernachten auf dem Autodach
Lokales Eckernförde Übernachten auf dem Autodach
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08:26 02.08.2019
Von Jan Torben Budde
Für die Freizeitcamper aus Nortorf ist es die Beletage: Johannes Ehmcke und Sonja Zimmermann schwören auf das Dachzelt.
Für die Freizeitcamper aus Nortorf ist es die Beletage: Johannes Ehmcke und Sonja Zimmermann schwören auf das Dachzelt. Quelle: Jan Torben Budde
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Schwedeneck

Es kursieren zwar schon diverse Dachzelt-Videos im Internet, trotzdem scheint die Behausung hierzulande längst nicht überall bekannt zu sein. „Wir werden jedenfalls oft darauf angesprochen“, erzählt Ehmcke. Immer wieder hören sie diese Frage: Camping auf dem Autodach – ist die Konstruktion überhaupt stabil genug? „Na klar“, betont das Paar.

Auf Dachzelte wurden sie vor Jahren in Australien aufmerksam, wo sie sich beim einjährigen „Work & Travel“ (Arbeiten und Reisen) kennengelernt haben. Von der Idee begeistert, schaffte sich das Paar vor fünf Jahren selbst eines an.

Beide sind leidenschaftliche Freizeitcamper. Zu ihren Lieblingszielen gehört Skandinavien, wo Dachzelte im Trend zu liegen scheinen: „Da hat schon gefühlt jeder Dritte eines“, schätzt der 34-Jährige.

Ein Wohnmobil oder Wohnwagen kam für das Paar bisher nicht infrage

Worin liegt der Vorteil? „Wir sind gern mal spontan am Wochenende nach der Arbeit unterwegs“, verrät der Einzelhandelskaufmann. Ihr Zelt befinde sich stets auf dem Auto, ist dort an zwei Dachträgern befestigt und wird durch eine Plane vor der Witterung geschützt. Ein Wohnmobil oder Wohnwagen kam für das Paar bisher nicht infrage: „Im Auto ist man mobiler, es ist nicht so sperrig, man kann auch schmalere Wege befahren“, erklärt Sonja Zimmermann.

Selbst beim Dünencamping in Dänemark hat sich ihr Dachzelt schon bewährt: „Es stürmte und regnete, aber das Zelt hat gehalten“, zeigt sich ihr Verlobter mit dem festen Material zufrieden. „Man hört nachts so schön das Meer rauschen“, schwärmt die 27-Jährige.

Dachzelt mit Vorteilen: Erhöhte Lage, keine Tiere oder Schmutz

Dieses romantische Vergnügen erlebt das Paar auch auf dem Campingplatz in Surendorf, wo es zufällig einen Stellplatz in der ersten Reihe bekommen hat. Durch den geöffneten Reißverschluss ihrer dreieinhalb Quadratmeter großen Zwei-Personen-Behausung (Zelthöhe: 1,30 Meter) im Obergeschoss blicken sie auf Ostsee, Schiffe und Surfer. Besonders der Sonnenuntergang hat es beiden angetan. Weder Hecken noch Campingnachbar verdecken den Ausblick. „Und man hat keine Tiere oder Schmutz im Zelt“, nennt Ehmcke einen weiteren Vorteil der erhöhten Wohnlage – gut eineinhalb Meter oberhalb vom allzu oft nassen Campingplatz-Rasen. Eine bequeme Matratze schützt sie vor Feuchtigkeit und Kälte, von Kondenswasser keine Spur. Zudem kuscheln sie sich in Schlafsäcke.

Als kinderleicht beschreibt Ehmcke den Aufbau des Dachzeltes, der nach seinen Worten gerade mal fünf Minuten dauert: Schutzplane entfernen, Leiter rausziehen und diese als Hebel benutzen, um das Zelt aufzurichten. Wenn das Paar eine längere Campingtour unternimmt, wie etwa diesen mehrtägigen Aufenthalt in Surendorf, packt es zusätzlich ein Familienzelt ins Auto. Es diene als Lagerfläche, Frühstücksraum und Ausweichquartier bei norddeutschem Schmuddelwetter. Über ein spezielles Vorzelt, das es ebenfalls gibt, verfügen sie nicht. Die Nacht verbringen die Hobbycamper selbst in der kalten Jahreszeit im Dachzelt. „Anfangs fand ich das sehr aufregend“, erzählt die OP-Schwester, „ich habe immer gefragt, ob die Handbremse angezogen ist.“

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