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Eckernförde Aktiver Wachdienst endet nach 50 Jahren
Lokales Eckernförde Aktiver Wachdienst endet nach 50 Jahren
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11:56 30.06.2019
Von Rainer Krüger
Insgesamt 50 Jahre waren Wolfgang Wallmeier (3. von rechts) und Marlis Wallmeier (Mitte) für die DLRG als Rettungsschwimmer an den Stränden in Schleswig-Holstein tätig, davon 46 Jahre in Damp. Als weiter aktive Strandwächter gratulierten ihnen Peter Breitkopf (von links) , Michael Arens, Markus Kuhlmann und Sebastian Schulte zur fälligen Ehrung und zum Ende des freiwilligen Dienstes. Quelle: Rainer Krüger
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Damp

Sowohl die Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) als auch die Gemeinde Damp und Vertreter der Ostseebadbetreiberin Ostsee-Resort Damp GmbH hatten eine Feier am Strand organisiert. Wolfgang Wallmeier zog dabei eine positive Bilanz. „Bei den Wasserrettungen hat es nie einen Toten gegeben“, berichtete er. Allerdings erlebte er schon, dass Leute zum Beispiel durch Herzinfarkt an Land starben.

„Problematisch ist die Unvernunft der Menschen. Ich kann mich noch gut an einen großspurigen Vater erinnern, der trotz Warnung bei Westwind mit seinem Kind mit der Luftmatratze unterwegs war. Er wurde abgetrieben“, schilderte er. Es war ein Fall, in dem er erzieherisch tätig wurde.

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„Als wir gesehen haben, dass er ordentlich zu paddeln begann, haben wir ihn er mal machen lassen“, beschrieb er die aufgrund genauer Beobachtung ungefährliche Situation. „Als er schließlich zu winken begann, haben wir ihn mit dem Boot geholt – und der ganze Strand sah zu“, erzählte er eine Anekdote.

Früher blieben Rettungsschimmer drei Wochen

Wolfgang Wallmeier, den alle nur Walli nennen, und seine Frau verbrachten seit 1973 immer mehrere Wochen in der Badesaison als Rettungsschwimmer in Damp. Insbesondere im Frühjahr kümmerten sie sich ab 1983 um den Aufbau der Station.

Nach seinem Ruhestand im Berufsleben wurde Wallmeier 1998 Abschnittsleiter. „Das sind mindestens drei Kilometer. Denn neben den Damper Hauptstränden umfasst der Abschnitt auch Schubystrand im Norden und Fischleger im Süden.

Gut 120 Rettungsschwimmer leisten im Sommer im Wechsel freiwilligen Wachdienst. Im Lauf der Jahre sei es schwieriger geworden, Leute zu motivieren. Früher blieben Rettungsschimmer drei Wochen am Stück, heute ist es oft nur eine Woche.

Es gab die Ehrenplakette der Gemeinde Damp

Froh waren die Wallmeiers, dass ihr „Ziehsohn“ Michael Vogel (55)  aus dem Landesverband Westfalen nun als Wachleiter in Damp weitermacht. Zunächst waren die Wallmeiers aus dem gut 500 Kilometer entfernten Witten nach Damp gereist, seit dem Umzug nach Ibbenbüren vor zehn Jahren sind es nur noch 370 Kilometer Anfahrt gewesen.

Damp war ein Selbstgänger und ihr seid der Kopf gewesen“, lobte Peter Sieman das Paar. Er ist DLRG-Leiter des Zentralen Wasserrettungsdienstes Küste. „Wir wissen, was wir an den Wallmeiers hatten. Deshalb bekam Wolfgang Wallmeier 2018 als erster Auswärtiger die Ehrenplakette der Gemeinde Damp“, so Bürgermeisterin Barbara Feyock (SPD).

Neues Rettungsboot trägt den Namen „Walli“ 

Vogel und die aktuelle Wachmannschaft schenkten dem Paar einen 50-Jahr-Jubiläumsrettungsring zum Andenken. Und auch sonst wurde etwas getan, damit die Wallmeisers in Erinnerung bleiben. Ein neu in Dienst gestelltes Rettungsboot wurde auf den Namen „Walli“ getauft.

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