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Eckernförde Altes Eisen glänzt als Kulturgut
Lokales Eckernförde Altes Eisen glänzt als Kulturgut
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06:16 21.12.2018
Von Manuela Schütze
Als die 6,6 Tonnen schwere Drehbank vom Transporter angeliefert wird, legt Martin Kruse (re.) selbstverständlich mit Hand an. Er hat sie von Christian Willer (li.), Mitinhaber der Kieler Firma Anton Willer, übernommen. Quelle: Manuela Schütze
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Schinkel

Mittlerweile hat Martin Kruser einen beachtlichen Maschinenpark alter voll funktionsfähiger Arbeitsgeräte in seiner Werkhalle versammelt, aber diverse Stücke warten auf ihre Aufarbeitung. Eines davon ist ein Harburger Hafenrollkran von 1910. Unter anderem benötigt er eine neue Welle. Bisher war keine Drehbank groß genug, sie zu drehen.

Das hat sich nun mit der Lieferung aus Langenhorn nördlich von Bredstedt geändert. „Drehlänge zwischen den Spitzen 1600 Millimeter, Spitzenhöhe 300 Millimeter, Durchlass in der Spindel 90 Millimeter“, zählt Martin Kruse die für ihn wichtigen Parameter auf.  Die Leit- und Zug-Spindeldrehbank von 1930/40 muss nun aufgearbeitet werden, insbesondere die Elektrik, aber auch Öle und Fette in der Maschine müssten ersetzt werden.

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Laut ehemaligem Besitzer ist die Drehbank zum Ende des Zweiten Weltkrieges aus den damaligen Ostgebieten gen Westen gebracht worden. Mit dem Zug gelangte sie erst nach Niebüll, dann in die Dorfwerkstatt in Langenhorn. „Die ist aber für den schweren Maschinenbau“, ist Restaurator Kruse sicher. „Sie haben bestimmt darauf gedreht, aber vermutlich nur sehr wenig, vielleicht Kurbelwellen für Landmaschinen.“ 

Auf sie aufmerksam geworden ist er durch seinen Kontakt zu Christian Willer, Mitinhaber der Kieler Firma Anton Willer.  Die Firma hatte vor rund fünf Jahren eine Tankstelle mit Autowerkstatt in Langenhorn gekauft. Die Drehbank war Teil der Kaufmasse.

Wenn die Spindeldrehbank aufgearbeitet ist, kann er mit ihr die für den Harburger Hafenrollkran notwendige neue Welle drehen. Bis zur vollständigen Restaurierung des Krans vergingen vermutlich noch ein paar Jahre. Und dann? „Ich würde ihn gern auf einem Lösch- und Liegeplatz an der Kanalfähre Landwehr als technisches Kulturdenkmal platzieren“, erklärt er. Konzept und ausgearbeitete Pläne dazu hat er fertig und mit den für den Ausbau Verantwortlichen bereits Kontakt aufgenommen

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