Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Eckernförde Scharfe Kritik an Frequenzmessung
Lokales Eckernförde Scharfe Kritik an Frequenzmessung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 19.10.2017
Von Tilmann Post
Jedes Smartphone wird in der Innenstadt von Eckernförde registriert, wenn der Besitzer die WLAN-Funktion eingeschaltet hat. Quelle: tilmann Post
Eckernförde

Die Piratenpartei kritisiert das System scharf. Die FDP-Landtagsfraktion hält es für einen „unangemessenen Eingriff in die Privatsphäre von Tausenden von Menschen“. Die ETMG widerspricht vehement.

Wer die Eckernförder Innenstadt besucht und ein Smartphone mit eingeschalteter WLAN-Funktion dabei hat, wird seit November vergangenen Jahres automatisch erfasst. An sieben Stellen sind dazu im Auftrag der ETMG Messgeräte installiert worden. Damit wollen die Touristiker erfahren, wie viele Kunden in der Kieler Straße und am Hafen unterwegs sind. So sollen Rückschlüsse auf die Infrastruktur-Entwicklung gezogen werden.

Die digitale Frequenzmessung erfolgt über Funkmodule, die Handys im WLAN-Modus erfassen. Dabei wird die individuelle Geräte-Kennung, die sogenannte Mac-Nummer, für zwei Stunden gespeichert. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Besucher mehrfach gezählt werden. Da nicht jeder ein entsprechendes Smartphone dabei hat, werden die Daten mit dem Faktor 2,3 hochgerechnet.

Sven Lange von den Piraten zeigte sich entsetzt: „Anhand der gesammelten Daten könnte überprüft werden, ob bestimmte Personen, deren Gerätenummern man vorher ausgelesen hat, sich zu einem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort ausfgehalten haben. Anwohner sind besonders betroffen. Wir wollen keine gläsernen Fußgänger – auch nicht für ,wenige Stunden’.“ Auch die FDP-Landtagsfraktion hat sich inzwischen in die Debatte eingeschaltet. Wer personenbezogene Daten ohne Zustimmung der Betroffenen sammle, verstoße gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, so der Sprecher für Digitalisierung, Stephan Holowaty. „Der Hinweis der Städte, dass lediglich die Mac-Adresse erhoben werde, ist dabei irreführend. Denn jedes Endgerät hat eine individuelle Adresse und lässt sich damit Personen direkt zuordnen“, so Holowaty.

Die FDP hält es für „skandalös, wenn nicht einmal sichergestellt wird, dass die erhobenen Daten vom beauftragten Dienstleister nicht weitergegeben werden“. Das wirft die Partei dem Eckernförder Touristik-Chef Stefan Borgmann vor. Der wehrt sich: Es sei zwar richtig, dass die Mac-Adresse temporär gespeichert wird, aber sie werde codiert. „Die Firma anonymisiert die Daten direkt. Das ist vertraglich geregelt“, sagte Borgmann gestern. Zudem habe die Touristik- und Marketinggesellschaft kein Interesse an personenbezogenen Informationen. Borgmann versicherte, dass das System nicht auf Daten, die auf den Handys gespeichert sind, zugreift. Die Laufzeit sei nun verlängert worden, um die in diesem Jahr erhobenen Zahlen zu vergleichen.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Eckernförde 30 Jahre im Alten Rathaus - Eckernförder feiern ihr Museum

30 Jahre im Alten Rathaus: Das Museum Eckernförde feiert das Jubiläum gebührend mit einem Museumsfest. Auf den Tag genau jährt sich der Umzug ins schöne historische Gemäuer am Sonnabend, 21. Oktober. Und fast 100 Jahre liegt dann die Gründung des ersten Museumsvereins zurück.

Cornelia Müller 19.10.2017

Ob Klassiker aus der Automobilgeschichte oder Motorräder, ob Filmlegenden oder Rockstars, ob Tiere oder Fantasy-Figuren – für die „Giganten aus Stahl“ aus Osdorf ist nichts unmöglich. Ihre detailgetreuen Skulpturen aus Altmetall gehen in alle Welt.

Burkhard Kitzelmann 19.10.2017

Aus 22 mach drei: An der Gemeinschaftsschule in Altenholz hat der Zusammenbau der Container begonnen, die die Raumnot lindern sollen. Die 22 Blechbüchsen werden zu drei Gebäuden zusammengefügt. Sie stehen auf den Fundamenten der 2016 abgerissenen Pavillonklassen.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 19.10.2017