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Eckernförde „Gasthof zur Eiche“ hat neuen Besitzer
Lokales Eckernförde „Gasthof zur Eiche“ hat neuen Besitzer
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11:19 08.04.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Der „Gasthof zur Eiche“ samt Gelände in Dänischenhagen ist verkauft. Der Gasthof samt Saalanbau steht unter Denkmalschutz. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Dänischenhagen

Die Baugesellschaft Strande Limited mit Sitz in Altenholz bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, das etwa 4000 Quadratmeter große Areal erworben zu haben. Mehr möchte man derzeit allerdings nicht dazu sagen. Die Baugesellschaft arbeitet in Dänischenhagen auch schon an dem Bauprojekt Alter Rathjehof.

"Eiche" als Treffpunkt?

Bürgermeister Horst Mattig erklärte zur neuen Entwicklung, die Gemeinde habe natürlich ein Interesse daran, dass die „Eiche“ in irgendeiner Form wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen könnte. Der Betrieb einer klassischen Gaststätte sei vermutlich schwierig. Aber es gebe auch die Idee einer Art Bürgerhaus für das Gelände im Herzen Dänischenhagens.

Das könne man mit einem Investor verwirklichen, vielleicht aber auch als Gemeinde: „Für beide gelten die gleichen Rahmenbedingungen.“ Grund: Der etwa 830 Quadratmeter große Gasthof und der Saalanbau stehen von außen und innen unter Schutz. Wie bei jeder Grundstücksangelegenheit muss auch bei der „Eiche“ zudem noch das Vorkaufsrecht der Gemeinde geprüft werden, erklärte Horst Mattig: „Das ist ein ganz normaler Vorgang.“

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Fraktionen hoffen auf Gespräche

WIR-Fraktionschef Ingolf Scheffler sagte, es wäre für das Ortsbild „zu begrüßen, wenn der neue Eigentümer dem fortschreitenden Verfall der ,Eiche’ Einhalt gebietet. Sein Stellvertreter Thomas Waldeck erklärte, die Wählergemeinschaft würde es begrüßen, wenn der neue Eigentümer die Gesprächsangebote der Fraktionen aufnehmen und „die Zukunft des historischen Ortskerns gemeinsam mit der Gemeinde“ planen würde.

Die WIR sei zuversichtlich, dass man wirtschaftliche Interessen, Denkmalschutz und Erhalt des Ortsbildes in Einklang bringen kann, erklärte Thomas Waldeck. Zudem hoffe man, dass hier unter anderem bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum für ältere Dänischenhagener geschaffen werden kann: „Hier besteht Nachholbedarf.“ Zudem gebe es im Ort „großes Interesse“, die „Eiche“ als Bürger- und Veranstaltungshaus wiederzubeleben.

Außenansicht prägt den Ort

CDU-Fraktionschef Tim Gabrys sieht die Entwicklung „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Ihm wäre es wichtig, dass die „Eiche“ an sich stehenbleibt: „Auch wenn sie anderen Zwecken zugeführt wird.“ Deshalb hofft er, dass die Außenansicht, die Fassade „nicht kaputt gemacht wird“. Eine ideale Entwicklung wäre aus seiner Sicht der Erhalt der „Eiche“ und drumherum eine Bebauung „so dass sie sich einfügt in den Ort“.

Die Wurzeln des Gasthofs gehen wohl auf das 16. Jahrhundert zurück. Das markante Vorderhaus stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der Festsaal hinten entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Nachdem der Gasthof 2010 schloss, hatte der frühere Besitzer das Gebäude noch für Karnevals- und Oktoberfeste zur Verfügung gestellt. Doch damit war 2018 Schluss.

Denkmalschutz außen und innen

Von außen standen Gasthof und Saalanbau schon seit 1980 unter Schutz, durften nicht abgerissen werden. Bei der Nachqualifizierung von Kulturdenkmalen kam 2018 auch das Innere des Gebäudes hinzu. Nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege gehören dazu der tonnengewölbte Saal sowie seine „wandfeste Innenausstattung“. Auch die beiden Hauslinden vorne stehen nun unter Schutz.

Für das Grundstück des alten Gasthofs interessierten sich schon verschiedene Investoren. Doch keiner kam letztlich zu einer Einigung mit dem früheren Besitzer. Der wiederum erklärte Anfang des Jahres, die denkmalgeschützte „Eiche“ sei eine Belastung für ihn: „Für mich hat sie keine Zukunft.“ Nun werden sich andere Gedanken über die Zukunft des Areals machen.

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