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Eckernförde Die Lebensretter an der Ostsee
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10:56 31.08.2019
Von Jan Torben Budde
Hat Badegäste, Segler und Surfer am Surendorfer Strand fest im Blick: DLRG-Rettungsschwimmer Bernhard Reuter (61). Quelle: Jan Torben Budde
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Schwedeneck.

Das Einhorn treibt langsam vom Ufer ab. Mit ernster Miene zeigt Frank Bucher auf das Plastiktier, auf dem ein sorgloses Kind liegt: „Das behalten wir lieber im Auge“, sagt der Wachleiter von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zu seinen Kollegen am Strand in Schwedeneck. Als die Mutter auftaucht gibt der 57-Jährige wieder Entwarnung.

Noch keine Hilfe rufenden Menschen

Ein Bootseinsatz wegen eines um Hilfe rufenden Menschen blieb den Rettungsschwimmern am Surendorfer Strand somit erspart. „Hatten wir in diesem Sommer auch noch nicht“, berichtet Bucher. Dabei war der ehrenamtliche DLRG-Helfer aus Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen) in dieser Saison im Juli und August jeweils zwei Wochen in dem Badeort im Dänischen Wohld im Einsatz.

Zwei Rettungsboote stehen bereit

Für den Ernstfall ankert die „Alex“ mit Außenbordmotor, eines von zwei Rettungsbooten, direkt am Strandabschnitt, wo sich auch die Wachstation befindet. Dabei handelt es sich um ein Haus mit vier Schlafzimmern, Küche und Aufenthaltsraum, in dem die sechs Rettungsschwimmer untergebracht sind. Ihre Wachposten sind in den Schwedenecker Ortsteilen Surendorf und Dänisch Nienhof, weshalb das Boot auch beim „Shuttle-Service“ zwischen den beiden Stränden zum Einsatz kommt. Für ihr ehrenamtliches Engagement bekommen die DLRG-Retter eine Aufwandsentschädigung und die Fahrtkosten erstattet.

Ein Traumjob für die Helfer in Surendorf

Es ist ein Job in Traumlage. An diesem Tag herrscht sonniges Badewetter. Von ihren Stühlen am Surendorfer Strand haben Bucher, Bernhard Reuter (61) aus Unkel am Rhein und sein Neffe Lukas Reuter (28) aus Köln die Surfer, Segler und Schwimmer im Blick. Das Fernglas liegt immer griffbereit. Direkt hinter ihnen steht ein ausgedienter Bauwagen, der als Lager für Stühle, Bootausstattung & Co. dient.

Dienstzeit von 9 bis 18 Uhr

Das DLRG-Team steht mit der Rettungsleitstelle in Verbindung. Es leistet bei größeren Einsätzen Suchunterstützung, fährt mit dem Boot die Küstenlinie ab. „Alarmiert werden wir aber oft durch aufmerksame Badegäste“, berichtet Bucher, der seit 1984 bei der DLRG ist. „Wenn wir sehen, dass jemand zu weit raus schwimmt, behalten wir die Person im Auge“, erklärt der Wachleiter, dessen Team von 9 bis 18 Uhr im Dienst ist. „Sofern wir verfügbar sind, helfen wir natürlich auch darüber hinaus.“

Vorsorglich warnen die DLRG-Retter eifrige Schwimmer auch schon mal mit einem lauten Signalton. „Das kommt leider nicht immer gut an“, sagt der Pensionär, „es ist aber nicht böse, sondern präventiv gemeint.“ Denn die Überlebenschancen von Schwimmern, die den langen Rückweg ans rettende Ufer aus eigener Kraft nicht mehr schaffen, stuft Bucher als gering ein: „Bei den Wassertemperaturen hält man das nicht lange aus.“ Seine Frau Britta, ebenfalls DLRG-Schwimmerin, musste im vergangenen Jahr in Dänisch Nienhof einen älteren Mann aus dem Wasser retten.

Surfer brauchen auch manchmal Hilfe

Hilfe benötigen manchmal auch Surfer, die wegen eines Mastbruchs oder aus Erschöpfung nicht mehr eigenständig zurück an Land kommen. „Manche sind mit der Situation überfordert“, sagt Bucher. Der Wachleiter fährt dann mit einem Kollegen im Boot raus, um dem Wassersportler aus der Ostsee zu ziehen. Ein Mitstreiter am Strand alarmiert den Rettungsdienst.

Diese langsam ausklingende Badesaison stuft Bucher bislang als „eher ruhig“ ein. Selbst Kreislaufprobleme oder Sonnenstiche gab es seltener, weil der Sommer kühler ist als im Vorjahr und daher am Strand und in der Ostsee weniger Betrieb ist.

Täglich vier Einsätze am Surendorfer Strand

Laut Bucher kommt das DLRG-Team auf etwa vier Einsätze am Tag. „Die Leute kommen mit einer Schnittverletzung am Fuß zu uns, weil sie auf eine Muschel oder einen Stein getreten sind“, berichtet er. Sogar einen Mittelhandbruch und eine Kapselverletzung galt es schon zu versorgen. Bei Bedarf kümmern sich die Rettungsschwimmer auch um Patienten auf dem Surendorfer Campingplatz.

Gefahr durch Feuerquallen in der Ostsee

Schon allein wegen Verbrennungen durch Feuerquallen werden die DLRG-Helfer etwa zwei Mal am Tag von Badegästen aufgesucht. „Man darf nicht reiben oder kratzen“, rät Bucher. Als Hausmittel hat sich Rasierschaum bewährt, der erst auf die schmerzende Stelle gesprüht und dann mit einem Holzspatel wieder abgeschabt wird. „Mich hat eine beim Schnorcheln hier erwischt“, erzählt der sechsjährige Oskar. Der Lütte, ein Enkel von Bernhard Reuter, zeigt auf sein rechtes Bein.

Wegen der Feuerquallen schippern die DLRG-Schwimmer gleich morgens mit dem Boot raus, um die aktuelle Lage an der Küste bei der Kontrollfahrt zu erkunden. „Denn viele Badegäste fragen deswegen bei uns nach“, sagt Bucher, „für Allergiker können sie zur Gefahr werden.“

Die Stadt Eckernförde holt sich in Sachen Lärmschutz am Südstrand fachliche Beratung ein. Dazu hat die Verwaltung nun einen Auftrag der Politik erhalten. Ziel ist es, die Musik-Veranstaltungen auf dem Gelände nahe des Sandkrug-Gebäudes zu erhalten – auch die Partys, die bis in die Nacht stattfinden.

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