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Eckernförde Die Luftüberwachung läuft
Lokales Eckernförde Die Luftüberwachung läuft
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19:37 14.04.2019
Von Rainer Krüger
31 Mitglieder der Heimatgemeinschaft Eckernförde besuchten die Radarstation in Brekendorf und sahen sich das Gebäude mit der markanten Kuppel aus der Nähe an. Hauptfeldwebel Frank Krauel (zweiter von links) informierte die Besucher. Quelle: Rainer Krüger
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Brekendorf

Gute Kontakte von Ex-Bürgermeister Gerhard Guthardt (CDU) zur Luftwaffe hatten die Tore geöffnet. So begrüßte Hauptfeldwebel Sebastian Krauel die Gruppe im militärischen Sicherheitsbereich. „2014 wurde hier alles neu eingerichtet“, sagte der Stabsdienstbeauftragte und Radartechniker. Damit meinte er das Radarsystem Groundmaster 406 F. Mit ihm zog moderne und personalsparende Technik auf dem Lehnsberg in Brekendorf ein.

Fernbetreuung erfolge über Erndtebrück in Nordrhein-Westfalen

„Hier sind nur noch an fünf Tagen pro Woche für je 16 Stunden Mitarbeiter vor Ort“, verriet er. Die Luftüberwachung im 24-Stunden-Betrieb laufe dennoch. Die Fernbetreuung erfolge über Erndtebrück in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 400 Kilometer betrage die Reichweite. Ohnehin laufe die Luftüberwachung im Cluster mit anderen Stationen. Insgesamt seien jetzt sieben Leute und einige Helfer im Zwei-Schichten-System auf der Station beschäftigt. 

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Anlage kann 14 Tage unabhängig von der Außenwelt betrieben werden

Von außen sah die Gruppe die Anlage mit der markanten Kuppel auf 101 Meter Höhe an. Guthardt berichtete von früheren Zeiten mit 600 Beschäftigten. „Damals wurden die Daten im Kontrollraum in Spiegelschrift übermittelt“, hatte er beobachtet. Auffällig waren nicht nur die Anlage, sondern auch ein 10 000-Liter-Diesel-Tank. „Es gibt hier vier Notstromaggregate“, erklärte Krauel die Bevorratung.

Zusammen mit zusätzlich 100.000 Litern in Tanks unter der Erde könne die Anlage 14 Tage unabhängig von der Außenwelt betrieben werden. In der Geschichte der Luftwaffe spielte Brekendorf eine besondere Rolle.

„Die Station wurde am 1. Oktober 1959 von der Royal Air Force übernommen. Damit sie die erste Luftwaffenführungsanlage der Luftwaffe“, so Krauel. Bei der Personallage sei es auf der Radarstation derzeit so wie überall: Fachkräfte werden gesucht: ein Radartechniker und ziviler Elektriker. 

Wenn ein unbekanntes Flugobjekt registriert wird

Was passiert, wenn ein unbekanntes Flugobjekt registriert wird? „Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 würde dann einen Tornado als Begleitung starten lassen“, so Krauel. Einen Tipp hatte er für Heißluftballonfahrer: Sie sollten den Bereich über der Station meiden, weil Radarstrahlen dort nicht abgeschirmt sind.

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