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Eckernförde Die gelbe Tonne ersetzt den gelben Sack
Lokales Eckernförde Die gelbe Tonne ersetzt den gelben Sack
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21:30 30.10.2019
Von Tilmann Post
Alle zwei Wochen holen Müllwerker des Entsorgers Remondis die gelben Säcke ab, wie hier in Dänischenhagen. Mit der Umstellung auf Tonnen erweitert sich der Zeitraum auf einen Monat. Quelle: Tilmann Post
Rendsburg/Eckernförde

Mit der Entscheidung am Mittwoch in Rendsburg begegnen die Kreis-Politiker der größten Kritik an der bisherigen Sammelpraxis. Denn die gelben Säcke des Dualen Systems sind dünn und gehen selbst beim Befüllen leicht kaputt.

Aufgerissene Säcke und umherfliegender Müll gehören nun aber bald der Vergangenheit an. Jeder Haushalt soll eine gelbe Tonne mit einem Fassungsvermögen von 240 Litern bekommen. Für Mehrfamilienhäuser sind 1100 Liter vorgesehen. Der Müll kann dann ohne Sack direkt in die Behälter gegeben werden.

Hauptgrund für die Umstellung ist laut Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde (AWR) mit Sitz in Borgstedt der Umweltschutz: „Vermeidung des Plastikeintrags in die Landschaft und die Gewässer durch Verpackungen und aufgerissene Gelbe Säcke“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Umweltausschuss.

Gelbe Tonne wird alle vier Wochen geleert

Die AWR ist nicht selbst für die Abfuhr und Entsorgung der Leichtstoffverpackungen wie Milchtüten oder Weißblechdosen zuständig, sondern trifft die entsprechende Vereinbarung mit dem Dualen System. Anfang 2020 steht eine Neuausschreibung für die Jahre 2021 bis 2023 an. Die Abstimmungsvereinbarung wird nun genutzt, um auf die Tonnen umzustellen.

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Sollte es jedoch nicht zu einer Einigung kommen, bleibt noch eine andere Möglichkeit. Dann „bleibt es dem Kreis unbenommen, in seinem Sinn eine Rahmenvorgabe zu erlassen“, so die Formulierung in der Vorlage.

Mit der Umstellung der Verpackungsmüll-Abfuhr kommt es zu einer weiteren Änderung. Die Müllwerker holen den Abfall nicht mehr wie derzeit alle zwei Wochen ab. Stattdessen ist ein vierwöchentlicher Turnus vorgesehen.

Eine weitere Mülltonne für jeden Haushalt im Kreis Rendsburg-Eckernförde

“Die Dualen Systeme bestehen auf einen verlängerten Abfuhrturnus bei den Gelben Tonnen, um mit im Vergleich zur zweiwöchentlichen Sammlung ersparten Aufwendungen die Mehrkosten des Behältersystems zumindest teilweise zu kompensieren.“ Die Haushalte im Kreis Rendsburg-Eckernförde müssen nichts für die zusätzlichen Behälter bezahlen.

“Die CDU empfiehlt einstimmig, die gelbe Tonne flächendeckend einzuführen“, sagte Ausschussvorsitzender Reimer Tank am Mittwochabend. Die anderen Fraktionen folgten, der Beschluss fiel einstimmig.

Zustimmung ohne Diskussion - das überraschte auch AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt. Dass die Haushalte neben Restmüll-, Papier- und Biotonne bald noch einen weiteren Abfallbehälter unterbringen müssen, war in vorangegangenen Sitzungen durchaus debattiert worden.

In 240-Liter-Behälter passt mehr hinein

“Die Diskussion hatten wir auch bei der Papiertonne“, sagte Hohenschurz-Schmidt rückblickend am Rande des Ausschuss-Treffens. Aber das habe sich schnell gelegt. Erfahrungen aus anderen Kreisen zeigten, dass eine weitere Tonne durchaus zumutbar sei.

Die Vorteile überwiegten, so der Geschäftsführer. In die 240-Liter-Behälter passe mehr hinein, weil sich der Müll zusammendrücken lasse, was bei den leicht reißenden Säcken nicht der Fall sei. Deshalb halte er auch den Vier-Wochen-Rhythmus für möglich. Der wiederum sei umweltschonender, weil die Müllwagen nur noch halb so häufig unterwegs sein müssen.

Von der Tonnen-Pflicht sind jedoch auch Ausnahmen vorgesehen. „Wo bereits jetzt aller Müll nur in Säcken abgeholt wird, bleibt es dabei. Das betrifft zum Beispiel manche Ferienhaussiedlungen“, so Ralph Hohenschurz-Schmidt.

Ausnahme in engen Innenstädten

Auch für bestimmte Innenstadt-Bereiche könnte es bei der Sack-Abfuhr bleiben. Etwa in besonders engen Gassen, wo kaum eine gelbe Tonne aufgestellt werden kann. Das müsse laut Vorlage jedoch für die gesamte Umgebung gelten, „eine Auswahlmöglichkeit würde für die betroffenen Einwohner nicht bestehen“.

Hohenschurz-Schmidt zufolge werden solche Ausnahmen nur sehr zurückhaltend gewährt. Eher würden andere Lösungen gesucht, so der AWR-Chef mit Blick auf die Eckernförder Altstadt. Zum Beispiel könnten Sammelplätze für die Tonnen eingerichtet werden. „Dann muss man eben mal 100 Meter gehen“, sagte er.

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