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Eckernförde Schule in Gettorf gibt digitale Impulse
Lokales Eckernförde Schule in Gettorf gibt digitale Impulse
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20:00 06.11.2019
Von Cornelia Müller
Henrik, Björn, Lorenz (elfte Klasse, von links) haben den Roboter am Tablet so programmiert, dass er vor Hindernissen stoppt. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Antreten von Politik, IT-Branche und Verwaltung in Klassenstärke am Vormittag in der Isarnwohld-Schule. Es geht um Digitalisierung und viel Geld - und um das Fitmachen für die Zukunft.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Digitalisierungminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) nutzen ein Etappenziel, um dem Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil gemeinsam einen Besuch abzustatten. Das Schulzentrum ist als 500. von 792 Schulen im Lande seit 2018 am Breitbandnetz.

Nicht an irgendeiner Glasfaser. Die weiterführende Gettorfer Schule mit ihren fast 1000 Schülerinnen und Schülern ist ins Landesnetz integriert. Das wird von Dataport koordiniert, gepflegt, ausgebaut. Auch die Gettorfer Grundschule mit knapp vierhundert Kindern ist mit von der Partie.

Der Schulverband in Gettorf bekommt fast eine halbe Million Euro

Rund 480.000 Euro fließen aus dem Digitalpakt des Landes an den Schulverband Gettorf und Umgegend für die digitale Modernisierung. Das Gros wird die Isarnwohldschule nutzen. WLAN in allen Räumem ist dann nur ein Bestandteil, wenn auch ein Wesentlicher.

Was heißt in dem Zusammenhang Musterschule? Gerade geht jede Woche mindestens eine Schule ans schnelle Netz und freut sich über Geld aus dem Digitalpakt. Das Gettorfer Kollegium und die Schulleitung haben jedoch weiter als andere vorgearbeitet.

Schon jetzt wird unter Einsatz digitaler Medien fächer- und schulartübergreifend gelehrt und gelernt. "Aber diese Möglichkeiten sind begrenzt", führen Schulleiterin Marion Ehrich und Marc Engel vom Lehrerarbeitskreis Medienkonzept aus. Das gemeinschaftlich erarbeitete Konzept für das, was in Kürze schrittweise umgesetzt wird, steht schon.

Schüler in Gettorf werden auf die Welt von morgen vorbereitet

Von der Vernetzung über WLAN und Ausstattung mit Tablets jeweils im Klassensatz versprechen sich die Pädagogen einerseits die Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf immer komplexeren Vernetzungsstrukturen in allen Lebensbereichen sowie auf einen hinterfragenden Umgang damit.

Andererseits steht die Optimierung des Unterichts im Raum. "Wir werden nicht mehr Zeit mit verkabelter Hardware und ihren Tücken vertun. Wir können uns auf den Stoff konzentrieren, Aufgaben und Ergebnisse blitzschnell verschicken, abrufen, abgleichen", erläutert Physiklehrer Stefan Wille.

Er lässt die Gäste, zu denen auch der Schulverbandsvorsitzende Kurt Arndt sowie Vertreter von Dataport und der ausführenden Firma 1&1 Versatel gehören, an Unterrichtseinheiten der elften Klasse teilhaben.

Gettorfer Schüler finden Hefte und Bücher trotzdem nicht überflüssig

Die Lichtbrechung im analogen Laborversuch etwa vollziehen die Jugendlichen auf dem Screen schneller nach: Die Handykamera überträgt das Bild aus zweiter Perspektive. So muss nicht jeder aufstehen und die Anordnung umrunden. Gleichzeitig wird räumliche Vorstellung gefordert und geschult.

"Motiviert digitales Lernen Jugendliche mehr als konventioneller Unterricht?", fragt die Ministerin. "Am Anfang spielt die Begeisterung sicher mit", antwortet Laura (16). Aber sie bezweifelt, dass sie anhält, "denn das Digitale ist dann das Normale und einfach nur ein Instrument, mit dem wir arbeiten."

Henrik (17) glaubt auch nicht, dass Zettel, Hefte, Notizblöcke überflüssig werden. "Das ergänzt sich", sagt er. Andere Schüler sehen Vorteile darin, "dass man Aufgaben und Lernstoff stets dabei hat und in Freistunden vorarbeiten kann, auch wenn das Fach an dem Tag nicht dran gewesen wäre".

Die realistische Einschätzung der Schüler mag Pries und Albrecht überraschen. Sie sehen sich jetzt offenkundig bestätigt, dass "der größte gesellschaftliche Transformationsprozess, den wir je gesehen haben" (Prien) tatsächlich einen guten Lauf nimmt, wenn er in der Schule beginnt.

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Das Geld aus dem Digitalpakt

Alle Schulen in Schleswig-Holstein sollen im Rahmen des Digitalpakts an das schnelle Landesnetz angeschlossen werden und Geld für die digitale Ausstattung erhalten. Dafür stellt das Land 50 Millionen Euro zur Verfügung. Auch der Großteil der laufenden Kosten für die Anschlüsse wird vom Land getragen.

Schrittweise soll nach dem Glasfaseranschluss überall der WLAN-fähige Ausbau folgen. Die Isarnwohld-Schule Gettorf ist eine der 130 Modellschulen – von der Grundschule bis zum Berufsbildungszentrum –, die eine Vorreiterrolle übernehmen. Lehrer anderer Schulen werden hier hospitieren und aus den aktuellen Erfahrungen Anregungen für ihre Schulen mitnehmen. Bildungsministerium und -verwaltung begleiten den Prozess in Gettorf.

Hier sehen Sie mehr Bilder aus der Isarnwohld-Schule Gettorf.

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