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Eckernförde Der große Schnee vor 40 Jahren im Film
Lokales Eckernförde Der große Schnee vor 40 Jahren im Film
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06:01 16.01.2019
Von Cornelia Müller
Meterhohe Schneewände: So sah es während der Schneekatastrophe 1979 nach der "Schneeräumung" in Brandhorst zwischen Noer und Osdorf aus. Quelle: privat
Osdorf

Zu verdanken hat die Gemeinde gleich zwei Abende mit dem derzeit größten regionalen Filmerfolg am Mittwoch und Freitag, 13. und 15. Februar, Peter Hammerich. Er ist Zeitzeuge und Leiter der Arbeitsgruppe Dorfchronik. Er hatte im Dezember 2018 einen Aufruf über die Zeitung gestartet, Fotos und Filme von den ungeheuren Schneemassen, die damals auch Osdorf lahmlegten, einzureichen.

Gleich zu Beginn kam die Idee, auch den Film zu zeigen

Ein bisschen dauert es, bis Peter Hammerich auftaut. Der 62-jährige CDU-Kommunalpolitiker ist erster stellvertretender Bürgermeister. Er arbeitet emsig für seine Gemeinde. Aber ein Mann ausschweifender Reden ist er nicht, dafür um so zielstrebiger.

„Ich hatte wohl knapp 50 Bilder bekommen. Und ich dachte mir schon zu Anfang, ich rufe mal Herrn Grote an“, sagt er. „Ich wusste aber nicht, ob mein Plan aufgeht, ihn mit dem Film zu uns zu holen.“ Dabei war Hammerich das Datum, der exakte Jahrestag der weißen Katastrophe Teil zwei, vor allem wichtig. Also war der Saal in Dibberns Gasthof längst gebucht, als sich alles fügte.

In Osdorf half jeder jedem während der Schneekatastrophe

Warum liegt ihm so viel an genau diesen Tagen? „Ich kann mich genau an alles erinnern. Und dieser Schneewinter gab uns allen eine Botschaft mit“, sagt er. „Die heißt Nachbarschaftshilfe, die damals alle Mühsal überstrahlte. Das ist mir jetzt einmal mehr bewusst geworden."

Zum 30. Jahrestag vor zehn Jahren hatten Gerald Grote und Claus Oppermann ihren Film mit Zeitzeugen produziert. Er erlebt gerade ein großes Revival. Auf die Vorführung des 55-minütigen Streifen freut sich Hammerich auch aus einem zweiten Grund. Grote bot hat auch die gesammelten Aufnahmen aus Osdorf digitalisiert und wird sie zeigen. Zudem teilen Osdorfer Zeitzeugen ihre Erinnerungen.

Felmer Kühe mussten auf einem Hof in Osdorf versorgt werden

Peter Hammerich ist auf Hof Pankenrade zwischen Osdorf und Felm zu Hause. Die Eltern des damals 22-Jährigen hatten gerade die Milchwirtschaft aufgeben, als Familie Köpke aus Felm, nur einen Kilometer entfernt, am 25. November 1978 das Unglück heimsuchte.

Der Kuhstall brannte ab. Pankenrade bot Hilfe an. „30 Milchkühe fanden bei uns Asyl, wir hatten die Melkanlage noch“, erinnert sich Hammerich. "Und dann kam zum Jahreswechsel der Schnee...“ Täglich stapften Köpkes durch Sturm an riesigen Schneewehen vorbei, um ihre Tiere bei Hammerichs zu melken.

Die Eintrittskarten gibt es ab sofort in Dibberns Gasthof

Dass es ab 13. Februar noch schlimmer kommen sollte, hätte keiner gedacht“, erinnert sich Hammerich. „Irgendwann hatte Felm keine Lebensmittelvorräte mehr, aber in Osdorf gab’s noch was. Wer losging, fragte herum, wer im Dorf noch was brauchte. Spätestens die zweite Schneewelle hat Wogen nachbarschaftliche Wärme erzeugt, auf wir uns zurückbesinnen sollten.“

Hier bekommen Sie Eintrittskarten für die zwei Vorführungen am Mittwoch und Freitag, 13. und 15. Februar, um 19 Uhr: Dibberns Gasthof, Osdorf, Noerer Straße 4, Telefon 04346/8700 (Preis fünf Euro). Filmemacher Gerald Grote gibt am ersten Tag die Einführung.

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