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Eckernförde Kernstück ist die Wasserfläche
Lokales Eckernförde Kernstück ist die Wasserfläche
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16:46 30.05.2018
Von Christoph Rohde
Foto: Landschaftsarchitekt Martin Kessler erläutert den 150 Teilnehmer des Planungsspaziergangs die Grundzüge der Nooröffnung.
Landschaftsarchitekt Martin Kessler erläutert den 150 Teilnehmer des Planungsspaziergangs die Grundzüge der Nooröffnung. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

„Die Nooröffnung ist eine Art Stadtreparatur“, sagte Stadtplaner Klaus H. Petersen vom Büro PPP, das den Siegerentwurf für das Projekt stellte. In den 1920er-Jahren wurde die Verbindung zwischen Noor und Ostsee verfüllt und verrohrt, um Platz für Gewerbe und Hafenbahn zu gewinnen. Jetzt soll dieser Durchlass wieder erlebbar werden. Kernstück des Vorhabens ist die Schaffung einer 0,8 Hektar großen Wasserfläche zwischen Norderhake und Steindamm.

Die neue Wasserfläche ist 250 Meter lang und bis zu 40 Meter breit

Auf einem Planungsspaziergang konnten sich Bürger eine Vorstellung von den Dimensionen machen. Laut Landschaftsarchitekt Martin Kessler (Kessler + Krämer) wird die Wasserfläche 250 Meter lang und zehn bis 40 Meter breit. Die größte Tiefe liegt bei zwei Metern. Während das westliche Ufer eine „weiche Kante“ erhält mit Wiesenlandschaft, die in Sumpfvegetation übergeht, wird die die Stadtseite „hart“ eingefasst. Das das heißt: hier sollen 100 bis 120 Mietwohnungen entstehen.

25 Prozent des Mietwohnraums sind sozial gefördert

Nach Angaben von Bürgermeister Jörg Sibbel werden 25 Prozent davon für soziales Wohnen öffentlich gefördert. Modern, generationsübergreifend und barrierearm lauten die Ansprüche. In der ersten Reihe zum Wasser sollen zweigeschossige Gebäude mit Schrägdach entstehen, in der zweiten Reihe dreigeschossige Häuser. Zum Schulweg hin wird auch kleinteiliges Gewerbe möglich sein.

"deutliche Aufwertung" durch das Stadtentwicklungsprojekt

Um die neue Wasserfläche herum soll ein Spazierweg führen. Auf der grünen Westseite mit dem Noorpark wird es einen Steg geben. Vom Pferdemarkt aus Richtung Bahnhof führt ein Fuß- und Radweg über eine Brücke an der Nooröffnung vorbei. Vom Steindamm aus senken sich die Noorterrassen in Stufen bis auf Wasserhöhe ab. Kesseler spricht von einer „deutlichen Aufwertung“ der Stadt durch das Stadtentwicklungsprojekt.

Reeperbahn wird auf den Steindamm verschwenkt

Einher mit der Schaffung der Wasserfläche geht die Umgestaltung von Reeperbahn und Schulweg. Um Hafen und Nooröffnung möglichst nah zusammenzubringen, wird die Reeperbahn auf die historische Verbindung Steindamm verschwenkt. Sie soll auf 6,50 Meter Breite (zweispurig) zurückgebaut und zwischen Langebrückstraße und Schulweg mit rot-buntem Klinker sowie zwei Granitrinnen gepflastert werden. Für die Reeperbahn gilt dann Tempo 30. Geh- und Fahrzonen bleiben getrennt mit breiteren Gehwegen als bisher.

Graues Granitpflaster für den Steindammplatz

Der Steindamm wird in Anlehnung an den Hafen mit grauem Granit gepflastert. Er erhält einen Platzcharakter mit Aufenthaltsqualität, dennoch sollen auch hier Fahrbahn und Gehweg getrennt sein. Die Geschwindigkeit wird voraussichtlich auf Tempo 20 gedrosselt. Hintergrund der Verkehrsumgestaltung ist die Beruhigung der Innenstadt. „Die vierspurig ausgebaute B76 bietet jetzt eine leistungsfähige Umgehung“, sagte Boris Lass vom Ingenieurbüro Merkel Consult. Noorstraße und Schulweg sollen den weiterführenden Verkehr auf die Bundesstraße bringen.

Bau der Wasserfläche startet 2019

In welcher Reihenfolge das Stadtentwicklungsprojekt Nooröffnung umgesetzt wird, muss noch abgestimmt werden. Vorarbeiten für die Wasserfläche, die mit Kosten von bislang 1,7 Millionen Euro angesetzt ist, könnten noch in 2018 beginnen. Die eigentliche Gestaltung ist für 2019 geplant. Läuft alles glatt, könnten in 2023 die ersten Häuser an der Ostkante der Nooröffnung stehen.

Stadt, Planer und BIG Städtebau informieren 150 Bürger über das Stadtentwicklungsprojekt Nooröffnung in Eckernförde.
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