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Eckernförde Drei Hotel-Ideen für den Exer
Lokales Eckernförde Drei Hotel-Ideen für den Exer
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16:38 10.05.2019
Von Christoph Rohde
Drei Hotel-Ideen stellten potenzielle Investoren für eine Bebauung des Parkplatzes Exer vor. Hier der Entwurf "Strandgut" mit dem großen Begegnungsplatz im Süden. Quelle: Büro hda
Eckernförde

Ein Novum: Denn öffentlich war bislang noch kein Hotel-Entwurf für den Exer präsentiert worden. Da eine Bebauung des Parkplatzes mit seinen 260 Stellplätzen in Eckernförde umstritten ist, hatte die Politik vor einem Jahr die Grundsatzbeschlüsse zur Vermarktung des Exers aufgehoben. Erst müsse die Parkplatz-Situation geklärt sein, hieß es. Dennoch wurde ein mögliches Exer-Hotel nicht ganz verworfen. Für eine Realisierung oder anderweitige Nutzung des Platzes soll zunächst eine Empfehlung aus dem künftigen Tourismuskonzept 2030 abgewartet werden.

Touristikmanager Stefan Borgmann sah die Vorstellung der Hotel-Entwürfe nicht als Wettstreit der Ideen. Die Pläne sollten vielmehr den Bürgern aufzeigen, was auf dem Exer möglich wäre. In Eckernförde haben sich die Übernachtungszahlen in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt und liegen jetzt bei 245<VG>000. Bei der Eckernförde Touristik & Marketing GmbH (ETMG) sind derzeit 330 Ferienwohnungen gemeldet. Dazu kommen acht Hotels. Tourismus-Experte Michael Deckert (dwif) sagte, dass die Übernachtungs- und Bettenintensität in Eckernförde zwar gestiegen sei, aber noch deutlich unter dem Schnitt der Ostseeküste liege. 

Das Hotel-Angebot in Eckernförde zeichnet sich laut Deckert durch Kleinteiligkeit aus mit Betrieben zwischen sieben und 65 Zimmern. Veranstaltungsmöglichkeiten gebe es eher wenige. In den Tourismus-Visionen für 2030 heißt es, das Ostseebad solle „mit Augenmaß“ wachsen, die Stadt müsse für Bürger und Gäste gleichermaßen attraktiv bleiben. Laut Borgmann verteilen sich die 350 Beherbergungsbetriebe, die mit der ETMG zusammenarbeiten, auf 82 Prozent Ferienwohnungen, zehn Prozent Ferienhäuser, fünf Prozent Zimmer und drei Prozent Hotels. Bei den Übernachtungszahlen entfallen 61 Prozent auf die Hotels und 39 Prozent auf die Ferienwohnungen.

Der Touristikmanager sieht Bedarf für ein größeres Hotel in Eckernförde, mögliche Standorte seien neben dem Exer auch Carlshöhe, Willers-Jessen-Schule und die sogenannte Panzerplatte an der WTD 71. Vom Exer verspricht er sich hingegen eine Belebung der Kieler-Straße-Süd, ähnlich wie es in der nördlichen Altstadt mit dem Straßenausbau und der Hafenspitzenbebauung (4000 Übernachtungsgäste/Jahr) geschehen sei. „Dafür brauchen wir einen Ankerbetrieb“, warb Borgmann für ein Hotel.

Eine Bebauung des Exers ist in Eckernförde allerdings umstritten. „Kein Tafelsilber verschleudern“, stand auf einer Karte, die einer der 80 Workshop-Teilnehmer an die Pinnwand geheftet hatte. „Auf dem Exer sollen keine Autos stehen“, forderte dagegen ein anderer. Als alternative Hotel-Standorte wurden auch die Noorwik, der ZOB und ein Anbau am Stadthotel ins Spiel gebracht. Susanne Stender, selbst Ferienwohnungs-Vermieterin, konnte sich besonders mit dem Entwurf des Strandgut-Hotels anfreunden. „Ein Vier-Sterne-Hotel in Eckernförde tut Not“, sagte sie. Das ziehe Gäste auch im Winter an und sei interessant für Festivitäten.

Wolfram Splittgerber von der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ warnte hingegen davor, auf dem Exer „das Fenster zur Ostsee“ zu schließen und den Platz, der auch Park-Einnahmen beschere, aus städtischer Hand zu geben. An eine Belebung der Kieler-Straße-Süd durch ein Hotel glaube er nicht. „Unsere Meinung ist klar“, sagte Splittgerber und schloss dabei nicht aus, dass die BI „wieder auf die Straße geht“.

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Auf dem Tourismus-Workshop vorgestellte Hotel-Entwürfe für den Exer.
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