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Eckernförde Mit Chloé bringt das Lernen Spaß
Lokales Eckernförde Mit Chloé bringt das Lernen Spaß
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16:30 24.02.2016
Von Kai Pörksen
Hat die Ruhe weg: Besuchshund „Chloé“ mit Frauchen und Lehrerin Stefanie Karbe und Schülern der Klasse 2a der Fritz-Reuter-Schule. Quelle: Kai Pörksen
Eckernförde

Sie darf das: Chloé ist eine dreijährige Golden-Retriever-Hündin, und ihre Aufgabe ist es, einfach nur da zu sein. Begleitet wird sie von Stefanie Karbe (41), Grund- und Hauptschullehrerin an der gleichen Schule, und gemeinsam sind die beiden unterwegs im Namen des Hospizvereins Dänischer Wohld als „Sanfte Pfoten“. Chloé und zwölf weitere Hunde in anderen Teams sind Besuchshunde, mit ihnen werden Seniorenheime, Hospize, aber auch Schulen besucht. Eine Idee, die Karbe gefiel. Sie unterrichtet selbst in Klassen, die manchmal sehr unruhig sind, in denen Kinder vieler verschiedener Nationalitäten sitzen. Ganz bewusst hat sie ihren Hund als Besuchshund ausbilden lassen. Seit einiger Zeit testet sie das Schülerverhalten in ihrer und anderen Klassen der Fritz-Reuter- und weiterer Schulen im Umfeld.

„Sie bringen ein klein wenig Glück“, so Karbe, und was bei Demenzkranken funktioniert, klappt auch bei Kindern sehr gut: Chloé sorgt für Ruhe und Disziplin in der Klasse, für Aufmerksamkeit und Konzentration. „Dafür müssen allerdings auch Regeln definiert werden“, so die Halterin. Nicht schnell rennen, nicht zu laut reden zum Beispiel. Und mit dem vierbeinigen Besucher lässt sich gut spielen: So stupst sie gern mit ihrer Schnauze einen Würfel durch das Klassenzimmer, und mit den Zahlen von Eins bis Sechs können dann Satzfragmente an der Tafel zusammengesetzt werden. So wird zugleich spielerisch Grammatik gelernt, denn nicht alle Sätze passen – mal fehlt das Verb, mal das Substantiv, dann müssen Hund und Klasse neu ran. So macht Lernen Spaß.

„Der Retriever dient aber auch dazu, Ängste zu überwinden“, erklärt Karbe. Die Kinder lernen, fremde Hunde nicht einfach so anzufassen, auch wenn es sie sehr reizt, diese zu streicheln. „Immer erst den Hundehalter fragen, ob man den Hund anfassen darf“, lautet die goldene Regel. Und dann von vorn nähern und zunächst die Hand entgegen strecken, damit der Hund nicht überrascht wird und so Witterung aufnehmen kann.

„Chloé sorgt für eine entspannte Atmosphäre“, bestätigt auch Konrektorin Herrmann. Die Motivation und das Verantwortungsbewusstsein steige, ebenso die Lust auf Schule, und das Sozialverhalten verbessere sich. Das gelte auch für die Grob- und Feinmotorik, und die Körpersprache werde besser wahrgenommen. Der Besuchshund, das sei eine Bereicherung für die Schule.

Nicht alle Hunde seien jedoch dafür geeignet, erläutert Karbe. So müssten sie zunächst einen Wesenstest durchlaufen. Sie dürften nicht ängstlich oder geräuschempfindlich sein, müssten gesundheitlich fit und freundlich sein und einen gefestigten Charakter haben. Auch ein Grundgehorsam gehöre dazu. Karbe gibt ein Beispiel: „Beim Besuch eines Seniorenheimes darf der Hund nicht einfach etwas vom Fußboden fressen – was wie ein Leckerli aus sieht, kann auch eine versehentlich fallengelassene Tablette sein.“

„Sanfte Pfoten“

Seit März 2015 sind 13 ehrenamtliche Teams mit ihren Hunden auf „sanften Pfoten“ unterwegs, um Senioren- und Pflegeheime, aber auch Schulen zu besuchen. Träger ist der Hospizverein Dänischer Wohld, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu begleiten. Der Verein möchte die Menschen in der Region dabei unterstützen, ihre letzte Lebenszeit so zu verbringen, wie sie es sich wünschen: umsorgt und in vertrauter Umgebung. Die Besuchshunde leisten dabei wichtige Arbeit, sind unvoreingenommen, lassen körperlichen Kontakt und Gefühle zu. Was für alte Menschen gilt, hat auch für die jungen Bestand. So geben die Hunde auch in Schulen wichtige Impulse, sorgen für Ruhe und Umsicht, Rücksichtnahme und Motivation, für Verantwortungsbewusstsein und besseres soziales Verhalten.

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