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Eckernförde Drei Parteien wollen Skaterpark-Kino
Lokales Eckernförde Drei Parteien wollen Skaterpark-Kino
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14:01 15.05.2019
Von Christoph Rohde
Mit Stimmen von CDU, SSW und FDP votierte der Bauausschuss für den Kino-Standort Skaterpark sowie für Wohnen und Parken auf dem P+R-Parkplatz. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Bis Tagesordnungspunkt fünf herrschte noch Einigkeit im Ausschuss. Dann war es vorbei mit der Harmonie. „Ich bin tierisch genervt“, zürnte der Vorsitzende Sören Vollert (Grüne). Er hätte sich eine sachliche Diskussion gewünscht. Den Kino-Standort Skaterpark bezeichnete er als „riesengroße städtebauliche Fehlentscheidung“. Erst werde die Nooröffnung freigeräumt von gewerblicher Nutzung zugunsten von Wohnen, jetzt sollten nebenan neue Gewerbeeinheiten hochgezogen werden. Kino und Verbrauchermarkt, so Vollert, ließen sich besser auf dem Bahnhofsareal verwirklichen. Die verfügbare städtische Fläche dort sei genauso groß wie der Skaterpark.

Machbarkeitsstudie nicht über den Haufen werfen

Vom Bahnhofsareal auf den Skaterpark umzuschwenken, „nur weil sich der letzte Investor in ein Privatgrundstück am Schulweg verbissen hatte“, war für den Ausschussvorsitzenden nicht nachvollziehbar. „Wir werfen alles, was wir in der Machbarkeitsstudie erarbeitet haben, kurzerhand wieder über den Haufen.“ Seitens der SPD warnte Frauke Piechatzek davor, dass Einkäufer eines Verbrauchermarktes jenseits der Bahnschienen nicht in die Innenstadt gehen würden. „Wir sollten die Grünfläche erhalten und den Skaterpark lassen, wo er ist“, plädierte sie für ein Kurs halten auf dem Bahnhofsareal. Auch Werner Huß (Seniorenbeirat) forderte einen näheren Markt. „An den Bahnschranken zu stehen, ist nicht pfiffig.“

Für Edgar Meyn (Grüne) trennt die Bahntrasse Industrie und Innenstadt, Stadtleben und Grünbereich. „Das haben wir alles im Rahmenplan gemeinsam beschlossen.“ Die Ausweitung Richtung Grüngebiet würde ein falsches Zeichen setzen, aus dem „hübschen Gesicht ein Fratze machen“, kritisierte er. Vollert unternahm den Versuch eines Kompromiss-Vorschlags: Das von Grünen und SPD gewünschte Interessenbekundungsverfahren für Investoren sollte vom Bahnhofsareal auf den Skaterpark ausgeweitet werden. „Dann verschenken wir keine Chance und machen uns nicht abhängig“, unterstützte Fraktionskollegin Jenny Kannengießer.

Skaterpark lässt sich am schnellsten verwirklichen

Dirk Willi Möller (CDU) sah hingegen keinen Sinn in einem solchen Verfahren. „Am schnellsten ist das Projekt auf dem Skaterpark zu machen“, sagte er. Von Anfang an habe es dort verschiedene Interessenten gegeben. „Wir werden uns den Besten herauspicken.“ Auch Helge Molt (FDP) riet von einer erweiterten Betrachtung der Standorte ab, die zu Verzögerungen führen würde. „Acht Jahre Diskussionen sind genug.“ Und Katharina Heldt (CDU) erinnerte, dass schon vor drei Jahren bei einer Standort-Untersuchung der Verwaltung zum Kino der P+R-Parkplatz nicht als idealste Lösung abgeschnitten habe. „Daran hat sich nichts geändert.“

Mit der gleichen Mehrheit von CDU, SSW und FDP folgte der Bauausschuss dem Antrag der drei Parteien, den P+R-Parkplatz neu zu nutzen. „Wenn hier kein Kino mit Verbrauchermarkt hinkommt, wollen wir Wohnflächen herstellen“, kündigte Heldt an. Das heißt: Weiterhin sollen auf dem Bahnhofsareal 90 Mietwohnungen möglich sein, davon mindestens 25 Prozent sozial gefördert. Dazu kommen Fahrradstation und eine öffentliche Toilette. Ein anderer Teil des Areals soll als öffentlicher Parkplatz erhalten bleiben. Für eine ansprechende Gestaltung der Bebauung fordern die drei Parteien ein Wettbewerbsverfahren.

Das letzte Wort hat die Ratsversammlung am 23. Mai

Für Vollert war diese Umnutzung des P+R-Parkplatzes „zu kurz gesprungen“. Die angestrebte Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes muss seiner Ansicht nach ebenso bei dem Projekt berücksichtigt werden wie ein möglicher Konflikt zwischen Wohnen und Bahnverkehr. Außerdem gab er zu bedenken: „Wenn der Skaterpark nicht klappt, steht uns auf dem Bahnhofsareal keine Ausweichfläche mehr zur Verfügung.“ Das letzte Wort hat jetzt die Ratsversammlung am 23. Mai.

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