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Eckernförde Zu viel Müll am Strand
Lokales Eckernförde Zu viel Müll am Strand
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09:41 12.10.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Das kennen viele Ostseegemeinden: Plastikmüll bleibt am Strand zurück. Darunter sind besonders häufig Behälter für Essen und trinken. Quelle: Ulf Dahl
Strande

Die Zahlen sind beeindruckend: Bis 2010 fielen in Strande nach Angaben von Bürgermeister Holger Klink in der Regel etwa knapp zehn Tonnen Müll an. Bis 2018 steigerte sich die Menge dann schon um 50 Prozent auf etwa 15 Tonnen. Und auch wenn die endgültigen Zahlen für 2019 noch nicht vorliegen, „sind wir nicht weit weg vom Vorjahreswert“, sagt Bauhofleiter Karl-Heinz Petersen: „Auch dieses Jahr war es extrem viel.“ Und das ganz ohne Supersommer.

Immerhin: Mülleimer werden besser genutzt

Was die Strander allerdings freut: Im Gegensatz zum Vorjahr werden die Mülleimer am Strand wesentlich besser genutzt. Die Zahl wurde dort auf acht erhöht, die Standorte etwas verändert. Nach Angaben von Touristikchef Heiko Drescher bleibt Müll vor allem am Strand liegen, wenn Leute dort abends bei schönem Wetter feierten. Zudem gebe es auch Strandbesucher, denen es an Umweltbewusstsein fehlt und die selbst Windeln einfach im Sand verbuddeln.

Viele To-go-Behälter

Von Juni bis August werden die Strander Müllbehälter täglich geleert. In der Nebensaison sind die Bauhofmitarbeiter dafür immer montags und freitags unterwegs auf der dreistündigen Tour vom Hafen bis zur Steilküste in Stohl. Den überwiegenden Anteil des Mülls machen nach Angaben von Bauhofleiter Petersen To-go-Behälter aus, wie Einweg-Essensverpackungen und Kaffeebecher. Doch manche schmeißen selbst die essbaren Eiswaffeln weg: „Und da gibt es dann Probleme mit den Möwen.“

Camper-Müll am Bülker Leuchtturm

Wo auch viel Müll liegenbleibt: an den Stellplätzen der Camper am Bülker Leuchtturm. „Da ist es eine Katastrophe“, redet der Bauhofleiter Klartext. Mancher hinterlässt seinen Abfall gleich tütenweise – und längst nicht immer im Mülleimer. Gut angenommen werden in Strande hingegen die Hundekot-Tüten: „100 000 pro Saison“, sagt Karl-Heinz Petersen

Ein weiteres großes Problem will Strande jetzt angehen: Zigarettenkippen. Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2017 landen weltweit bis zu zwei Drittel aller Kippen auf dem Boden – 10 Milliarden der 15 Milliarden pro Tag verkauften Zigaretten. An Küsten und in Städten machen Zigarettenreste demnach seit den 80er-Jahren kontinuierlich 30 bis 40 Prozent des aufgesammelten Mülls aus. 

Kampf gegen die Kippen

Die ekligen Stummel enthalten viele Chemikalien – darunter auch giftige und krebserregende. Nach Angaben von Holger Klink würden hauptsächlich Gewässer belastet. Bauhofleiter Karl-Heinz Petersen spricht auch schon mal Leute an, die ihre Kippe achtlos auf den Boden schmeißen. Seine Erfahrung: „Die sind nicht einsichtig.“

Die SPD hatte dazu im Sommer einen Antrag eingereicht, wiederverwertbare, öffentlich zugängliche Aschenbecher anzubieten. Die kostenpflichtigen Kunststoff-Aschenbecher in Eishörnchen-Form aus der französischen Partnergemeinde Rayol hätten das Problem nicht ausreichend gelöst, heißt es im Antrag. Allerdings waren sich alle Fraktionen einig, dass auch die mancherorts  angebotenen Strandaschenbecher aus Konservendosen nicht zum Ostseebad passen.

Spezieller Strandaschenbecher-Spender geplant

Doch in Strande lebt nach Angaben von Bürgermeister Holger Klink der Geschäftsführer einer Firma, die nun einen formschönen und funktionellen Strandaschenbecher-Spender für die Gemeinde entwickelt. „Das Problem gibt es ja überall im Ostseeraum“, sagt er. Und geht davon aus, dass sich auch andere Gemeinden für das Projekt "made in Strande" interessieren werden.

Auch in Eckernförde viel Strandmüll

Was die Menge an Strandmüll allgemein in diesem Jahr angeht, scheinen die Erfahrungen in Eckernförde übrigens ähnlich zu sein. Zwar hat Christine Guschewski, die dort den Außendienst leitet, noch keine genauen Zahlen. Doch subjektiv sei eher noch mehr Müll angefallen als im Supersommer 2018: „Zumindest nicht weniger.“ Dazu trägt auch bei, dass Eckernförde mit seinen vielen Veranstaltungen nicht nur bei schönem Wetter viele Besucher anzieht. 

Ein Problem sind auch hier die die vielen Einweg-Behälter. Immerhin landet auch hier Müll zumindest häufiger in den Müllbehältern. Daneben stehen dann aber schon mal größere Dinge wie  Aufblastiere und Sonnenschirme. Besonders ärgerlich seien Glasscherben im Sand.

Hundekot-Tüten landen auch in der Natur

Ein weiteres Problem am Strand sei der viele Hundekot. Besonders unangenehm für die Außendienstmitarbeiter: Viel zu oft landen die Kottüten nicht im Abfallbehälter, sondern in der Natur. Wie in Strande wird auch in Eckernförde der Strand regelmäßig gereinigt. Unter anderem sind Mitarbeiter der Eckernförder Werkstatt im Auftrag der Touristik mit Greifern unterwegs. 

Auch in Noer werden Müllbehälter besser genutzt

Im Noerer Ortsteil Lindhöft kam nach Angaben von Bürgermeisterin Sabine Mues in diesem Jahr weniger Müll zusammen als im Vorjahr, weil es dort keinen Imbiss mehr gibt: „Wobei das  nicht am Imbiss lag, sondern an den Leuten.“ Im Ortsteil Noer gab es ähnlich viel Abfall wie 2018. Insgesamt hat aber auch in dieser Gemeinde die Müllmenge über die Jahre zugenommen. Was Sabine Mues freut: „In diesem Jahr wurden auch in Noer die Mülleimer besser genutzt.“

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