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Eckernförde Wolfgang "der Maritime" ist gekürt
Lokales Eckernförde Wolfgang "der Maritime" ist gekürt
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10:59 12.06.2019
Von Christoph Rohde
Wolfgang „der Maritime“ Ruhnke lassen die Gelben Westen als ihren neuen König hochleben. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Bereits am Vormittag des Gildefestes empfingen Bürgervorsteherin Karin Himstedt und Bürgermeister Jörg Sibbel die Gelben Westen und Abordnungen befreundeter Vereine im Rathaus. Die Bürgerschützengilde sei die älteste urkundlich verbriefte Bürgervereinigung in Eckernförde, betonte Sibbel. Sie wurde 1570 aus der Kaufmannschaft heraus zum Schutz des Eigentums der Bürger und zur Hilfe bei Todesfällen als bewaffnete Schutzgemeinschaft gegründet. Waren die Mitglieder ursprünglich komplett uniformiert, so tragen sie – bis auf das Offizierskorps – heute schwarze Anzüge, gelbe Westen und Zylinder.

Die Gilden lebten den Grundgedanken der Gemeinschaft, führte Sibbel im Ratssaal weiter aus. Sie würden Traditionen erhalten und an nachfolgende Generationen weitergeben. Alle Mitglieder seien gleich, durch Wahl aufgenommen. Es zählten das offene Wort und Mehrheiten. „So wie es auch im Ratssaal sein sollte“, verteilte der Verwaltungschef einen Seitenhieb auf scharfe Debatten in der Kommunalpolitik. Traditionell kreiste im Ratssaal noch einmal der Jungmann-Pokal.

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Gelbe Westen ermittelten auch Kinder-Könige

Am Nachmittag kam der Nachwuchs beim Kinderfest vor der Stadthalle auf seine Kosten. Elf Jungen und sechs Mädchen maßen sich im Schießen mit dem Licht-Gewehr, das vor einem Jahr die kleine Armbrust ersetzte. Das neue Kinder-Königspaar heißt Lilith Trampenau und Skipp Thelen. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Luisa Santus und Leon Havenstein sowie Jana Roth und Mico Braun.

Trotz eines lauen Lüftchens mühten sich bei den Erwachsenen die Schützen anfangs mit dem Papagoyenvogel. Gegen 17 Uhr hing der hölzerne Rumpf noch weitgehend unversehrt am Mast. Die Einzelteile müssen in festgelegter Reihenfolge getroffen werden. Wer einen Fehlschuss landet, wird zur Kasse gebeten: eine Tonne Bier oder 50 Euro für die Gilde. Alt-Majestät Karsten „der Kaufmännische“ Wenige hatte sich mit dem Gildevogel noch einen Scherz erlaubt. Auf einer Klaue saß eine Gummi-Ente. „Die war mir zugeflogen“, sagte er schmunzelnd.

Christian Forst schoss das letzte Vogelstück vom Mast

Der letzte Knall hallte am Abend um 18.18 Uhr über den Strand. Christian Forst war der Glückliche, der den Königsschuss abgab. Erst seit 2017 in der Gilde, landete er gleich einen Volltreffer. „Das bekommt einen Ehrenplatz“, freute sich Forst über das Rumpfstück. Nur 388 Schuss benötigte diesmal die 23-köpfige Schützengruppe, bis der Papagoyenvogel fiel. 

Cornelia Müller 12.06.2019
Cornelia Müller 11.06.2019
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