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Eckernförde Ein Manifest der Kunst
Lokales Eckernförde Ein Manifest der Kunst
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14:17 16.11.2019
Von Christoph Rohde
Das Ausstellungsteam reiht sich um das Bild „ich“ von Laimute Busch: (v. li) Rosemarie Schulte am Hülsen, Eliot Wilson, Claudia Olivia Gillmann, Fognin, Eva Schneider und Jana Zouari. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Was macht meine Kunst aus? Was ist wirklich wichtig in unserer Welt? Fragen wie diese haben die über 50 Künstler auf ihre ganz individuelle Art beantwortet. Speziell für diese Ausstellung sind sie abgetaucht in die Tiefen des eigenen kreativen Seins. „Alle gemeinsam haben sich diese Fragen gestellt, das ist einzigartig“, sagt Kurator und Künstler Eliot Wilson. Sie positionieren sich, haben nach der Essenz in dem gesucht, was sie tun und empfinden. Daraus ist jeweils ein Text und eine aktuelle Arbeit entstanden, die so unterschiedlich sind, wie die Kunstschaffenden selbst.

An die Wand geheftet wie die Thesen Luthers

Das kürzestes Wort-Manifest umfasst gerade drei Worte: Creo ergo sum (ich erschaffe, also bin ich). Das Längste breitet sich über fünf Seiten aus. Mit schweren Nägel sind die Blätter an die Wand geheftet, wie die Thesen Luthers an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Sie symbolisieren: Hier möchte jemand etwas sagen. Das Gleiche gilt für die dazugehörigen Werke, die die ganz persönliche Sicht- und Arbeitsweise der Künstler spiegeln. Malerei, Grafik, Collage, Skulptur, Fotografie, Video und Architektur vereinen sich zu einem kreativen Statement. „Hase, hör die Signale!“, heißt ein großformatiges Bild von Christian Ristau, das ein Kaninchen vor gierigen Schlangen zeigt.

NaKu-Verein begeht sein zehnjähriges Bestehen

„Den Menschen stehen vielfältige existenzielle Krisen bevor“, sagt Kurator Wilson. Die Besucher der Ausstellung seien ebenfalls eingeladen, sich über das Wesentliche im Leben Gedanken zu machen, fügt er an. Gleichzeitig mit diesem Projekt begeht der Verein Natur & Kultur Carlshöhe sein zehnjähriges Bestehen. „So wird aus dem Manifest ein Manifestival“, sagt Fognin vom Ausstellungsteam. Dafür steht den beteiligten Künstlern die gesamte Fläche der Galerie Carls Art 78 zur Verfügung. Die Worte gehen dabei eine spannenden Beziehung zu den Werken ein.

Carlshöhe wird zur Künstlerkolonie

Der Verein selbst hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. „Als ich hier vor sieben Jahren hier anfing, waren es 76 Mitglieder. Heute sind es bereits 250, darunter 170 Künstler“, sagt die Vorsitzende Marlies Biermann. Der Verein wächst rasant. Knappe 50 Künstler sind vor Ort auf der Carlshöhe aktiv. Durch die neue Kunstgasse (oberhalb der Galerie) frei gewordene Ateliers sind bereits wieder belegt. „Wir sprechen inzwischen nicht mehr von einer Künstlergemeinschaft, sondern von einer Künstlerkolonie“, sagt Biermann. Der Radius geht über das Regionale hinaus, reicht bis nach Niedersachsen und Berlin. Eine Zensur findet nicht statt – vom Kunstprofessur bis zum leidenschaftlichen Autodidakten ist im NaKu alles vereint.

Manifestival – Vernissage Sonntag, 17. November, 15 Uhr, in der Galerie Carls Art 78. Öffnungszeiten bis 12. Januar: Mi/Sa/So 14-18 Uhr.

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