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Eckernförde Retter aus Eckernförde im Dauereinsatz
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11:08 22.04.2018
Von Cornelia Müller
Besuch bei Moni Rademacher, Leiterin der Eichhörnchen-Schutzstation Eckernförde: Noch sind die Findelkinder so klein, dass sie Betreuung brauchen. Dabei passt ihre Ziehmutter auf, dass sie nicht dauerhaft auf Menschen geprägt werden. Quelle: Cornelia D. Mueller
Eckernförde

Freitagmittag. Die Sonne macht das idyllische Gelände am Hans-Christian-Andersen-Weg zum Paradies. Eine Besuchergruppe drängt sich ums Dauergehege. Nur eines der sieben niedlichen Hörnchen mit Handicaps, die eine Auswilderung unmöglich machen, zeigt sich kurz: Yoda.

„Der ist vorwitzig“, erklärt uns Stationsleiterin Moni Rademacher. Dann dürfen wir vorsichtig durch zwei Drahtgittertüren, die „Schleuse“, in das dschungelgleiche Reich der Nager eintreten.

Die Reporterinnen müssen im Gehege erst einmal warten

Meine Kollegin Kerstin Tietgen ist dabei, um ein Video zu drehen. Fotorucksack, Stativ, zwei Kameras im Anschlag, Schreibblock – unauffällig sind wir nicht. Miss Marple, Tilda, Holly, Caillou und wie die einstigen Findelkinder alle heißen, bleiben erstmal im Versteck.

„Zu warm heute. Die mögen es kühler", lautet die Erklärung, die uns beruhigt. Bei Yoda siegt die Neugier. Der hopst uns nun vor die Füße. Dann turnt er auf meinem Rücken, meinem Kopf, knabbert am Ohrring. Die Kollegin und ich hocken eingezwängt zwischen Baumstämmen, Ästen, Kobel, Futterstellen, Stativ.

Eichhörnchen Yoda hat durch einen Unfall die Ohren verloren

„Hat er gar keine Ohren?“, wollen wir wissen. „Wir haben ihn im August 2017 als Jungtier mit schwerer Schädelverletzung bekommen“, klärt Rademacher auf. Tierärztliche Behandlungen, Antibiotika, absterbendes Gewebe, Schiefstellung der Zähne – das hört sich schlimm an.

Am Ende büßte der kleine Kerl seine Pinselohren ein, behielt Narben. Und er kann bis heute nur geschälte Nüsse knabbern. Gesund und munter ist er dennoch, und das Gehör reicht fürs Leben im großen Gehege. „In der Natur wäre er verloren“, betont die Chefin.

Alle vier Stunden bekommen Eichhörnchen-Kinder Spezialmilch

Jetzt wird es Zeit für die Fütterung der Findelbabys. Jim Knopf und Margo haben Moni und ihre drei Mitstreiter sie getauft. Alle vier Stunden muss sich die Ziehmutter mit ihnen zurückziehen. Aus einer Spritze saugen sie gierig Aufzuchtmilch und erwarten die Bauchmassage, ohne die ihre Verdauung noch nicht funktioniert.

„Fünf Wochen sind sie alt“, erfahren wir. „Zu Beginn musste ich sie rund um die Uhr alle zwei Stunden füttern. Stressig, aber herzig. Bald kommen sie ins abgeschirmte Auswilderungsgehege. Mit zwölf Wochen geht’s zurück in die Natur.“

Wieder ist eine Eichhörnchen-Mutter überfahren worden

Dann klingelt das Stationstelefon. Eine Hörnchenmutter ist bei Schleswig überfahren worden. Ein Autofahrer hat das tote Tier aufgelesen und sechs quiekende Junge hoch in einem Baum ausgemacht. „Da muss ich gleich hin“, verabschiedet sich Moni. Für Ehrenamtler mit einem so großen Herz ist auch dieser traurige Einsatz zwischen Job und Feierabend zu bewältigen.

Die Eichhörnchenstation wird vom Verein UTS getragen. 2017 kümmerte sie sich um 170 verwaiste, verirrte, verletzte Tiere. Dauerhaft bleiben höchstens zehn Nager in Obhut. Bis zu 15 Prozent der Verletzten überleben nicht. Verletzte, verlassene Junge und anhängliche Tiere sollten sofort gemeldet werden. Der Eichhörnchen-Notruf lautet 0173/954 9042.

Hier sehen Sie mehr Bilder aus der Eichhörnchen-Schutzstation Eckernförde.
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