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Eckernförde Ein Besuch auf der "Carson City"
Lokales Eckernförde Ein Besuch auf der "Carson City"
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14:01 14.06.2019
Von Christoph Rohde
Die "Carson City" ist einer von zehn schnellen Militärtransportern der US-Marine dieses Typs. Bis 24. Juni liegt sie noch in Eckernförde. Quelle: U.s. Navy
Eckernförde

Für das Nato-Seemanöver Baltops 2019 übergab die „Carson Citymilitärische Übungs-Fracht. Diese wird sie später auch wieder mit zurücknehmen. Dazwischen, voraussichtlich noch bis zum 24. Juni, bleibt das Schiff im Marinestützpunkt des Ostseebades liegen.

Die Zeit nutzt die Crew für Wartungsarbeiten. „Wir haben keinen Heimathafen“, sagt Kapitän Keffer. Der Transporter ist immer unterwegs, eilt von einem Einsatz zum nächsten. Ob in Afrika, Spanien oder in der Ostsee – überall, wo er gebraucht wird.

Rund 300 Sitzliegen für Soldaten reihen sich wie in einem Flugzeug

Flexibilität ist das Zauberwort des Konzepts, das hinter der „Carson City“ steckt. Auf dem riesigen, knapp 2000 Quadratmeter großen Frachtdeck können, je nach Aufgabe, Wassertanks, Medizin-Container, Kühl-Container, Speedboote oder Panzer mitgenommen werden. Aber auch Soldaten bringt der Transporter von A nach B. Für sie reihen sich über 300 Sitzliegen in einem weiteren Deck. „Wie in einem Flugzeug“, erläutert Keffer.

Dem Passagierraum schließt sich eine Kantine an mit typisch amerikanischer Verpflegung. „Heute ist Burger-Mittwoch“, verrät der Koch. Das Menü reicht vom Hamburger und Cheeseburger bis zum Hot Dog. Die Tischbeine stehen auf Tennisbällen, um die Schiffsvibrationen zu mindern.

Auf der Brücke der "Carson City" ballt sich die Technik

Oben auf der Brücke ballt sich High-Tech. Hier haben die Schiffsoffiziere nicht nur alle relevanten Ecken per Videokamera im Blick. Von hier aus werden auch mit Joysticks die vier gewaltigen Wasserstrahldüsen bedient. Sie treiben das Schiff an und mit ihnen wird es auch gesteuert. Weiter unter im Rumpf führt Chef-Ingenieur Galen A. Gouzoulis durch sein lärmendes Reich.

Im Maschinenraum werkeln vier mächtige, deutsche MTU-Dieselmotoren mit Turbolader. Sie bringen es gemeinsam auf fast 50<VG>000 PS. Damit katapultieren sie das 103 Meter lange und 28,5 Meter breite Schiff in nur wenigen Minuten von Null auf 30 Knoten Fahrt. Maximal erreicht die „Carson City“ 40 Knoten „plus“, wie Gouzoulis verrät. Das entspricht 75 Kilometer pro Stunde.

Das Schiffsmaterial Aluminium schmilzt leichter als Stahl

Das leichte Material Aluminium, aus dem der Militärtransporter besteht, hat aber auch Nachteile. Es schmilzt schneller als Stahl, entsprechend aufwendig ist der Feuerschutz. Und es bricht leichter als Stahl, somit ist der Einsatz des extrem breiten Katamarans (zwei Rümpfe) bei hohem Wellengang begrenzt. Nächster Auftragsort für die „Carson City“ ist der Golf von Guinea in Afrika, der im Sommer erreicht wird.

Doch zuvor will der deutschstämmige Kapitän Keffer, dessen Vorfahren bayerische Bauern waren, sich noch ein bisschen in Schleswig-Holstein umschauen. Denn die Besatzung ist viel auf See. „Zwei Monate unterwegs und einen zuhause – das ist der Normalfall“, sagt Keffer. Er selbst wird erst in fünfeinhalb Monaten seine Heimat wiedersehen.

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