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Eckernförde Streit um Redner der Volkspartei
Lokales Eckernförde Streit um Redner der Volkspartei
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18:36 31.05.2018
Von Christoph Rohde
Bunte Fähnchen, fröhliche Kinder - auf den Jahrestreffen zeigt die dänische Minderheit ihre Verbundenheit mit Eckernförde und dem Mutterland. Quelle: crd: Christoph Rohde
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Eckernförde

Die Volkspartei im Nachbarland, zweitstärkste Kraft im Parlament, fordert unter anderem restriktive Maßnahmen im Umgang mit Flüchtlingen. Henriksen ist ihr integrationspolitischer Sprecher. Auch werden aus der Partei Wünsche nach einem Dänemark „bis zur Eider“ laut. Schüler und Eltern hatten die Rednerliste des Jahrestreffens in Eckernförde studiert und waren irritiert. Die Nachricht habe sich wie ein Lauffeuer verbreitet, heißt es in einer Pressemitteilung der Kritiker. „Steht unser Dänischer Schulverein nicht ausdrücklich für Meinungsvielfalt und Toleranz sowie gegen Separatismus und Nationalismus?“, wird eine Mutter zitiert.

Das dänische Schulsystem ist "sozial und tolerant"

Dabei gilt der Umgang mit den jeweiligen Minderheiten diesseits und jenseits der deutsch-dänischen Grenze europaweit als Vorbild. „Im Alltag sind wir Eltern und Schüler mit dem Schulsystem sehr zufrieden, es wird begeistert gelebt“, sagt Andrea Jedich, Mutter eines Kindes auf einer dänischen Schule in der Region. Es sei sozial und tolerant, der Umgang mit der zweiten Sprache selbstverständlich. Vor diesem Hintergrund sei die Einladung von Henriksen ein falsches Zeichen, meinen sie und weitere Eltern aus Eckernförde, Rieseby, Ascheffel und Schleswig.

Beim Jahrestreffen soll es nicht um Parteipolitik gehen

Anders sieht dies Gitte Haugaard-Werner, Landesvorsitzende des Ausschusses für die dänischen Jahrestreffen. „Im Namen der Minderheit laden wir die gesamte dänische Regierung ein“, sagt sie. Immerhin unterstütze das Nachbarland die Minderheit mit einer halben Milliarde dänischer Kronen jährlich. Bei den Jahrestreffen gehe es nicht um Parteipolitik, sondern um Kultur. „Wir zeigen unsere guten Verbindungen zu Dänemark und was mit dem Geld passiert.“

Friedlich feiern und das offene Gespräch suchen

Haugaard-Werner vergleicht die Dänische Volkspartei nicht mit der AfD in Deutschland, sondern mit der CSU. Henriksen, der wiederholt bei Jahrestreffen im Land zu Gast war, sei wie Horst Seehofer ein renommierter Politiker. Er sei zudem seit Jahren Mitglied im Südschleswigschen Ausschuss, der die Förderung für die Minderheit bewilligt. „Wir wollen gute Gastgeber sein. Das Jahrestreffen ist keine politische Veranstaltung“, betont sie. Auch wer anderer Meinung als Henriksen sei, sollte seinen Auftritt tolerieren, appelliert Haugaard-Werner. „Wir wollen friedlich feiern und, bei Bedarf, friedlich das offene Gespräch suchen.“

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 31.05.2018
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Rainer Krüger 31.05.2018