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Eckernförde Dörpsmobil in Schwedeneck: Grünes Licht für ein Zukunftsprojekt
Lokales Eckernförde Dörpsmobil in Schwedeneck: Grünes Licht für ein Zukunftsprojekt
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13:15 15.11.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Carsharing lautet das Zauberwort: Steht im Dorf ein Dörpsmobil zur Verfügung, das sich die Einwohner teilen können, lässt sich in Familien der Verzicht auf einen Zweit- oder sogar Drittwagen eher realisieren. Über das Konzept wird in immer mehr Gemeinden nachgedacht. Quelle: Jan Torben Budde
Schwedeneck

Ursprünglich hatte sie gehofft, dass das von der Gemeinde geleaste E-Fahrzeug fürs Carsharing bereits im Sommer unterwegs sein könnte. Nun soll der Betrieb möglichst zum 1. Januar 2020 starten. „Wir sind dabei, dass wir schnellstmöglichst ein Fahrzeug heranbekommen“, erklärt Bürgermeister Sönke Paulsen. Zudem muss eine Lademöglichkeit geschaffen werden.

Größter Ortsteil Surendorf bekommt erstes Mobil

Eigentlich, so der Plan, soll das erste E-Auto des Vereins Dörpsmobil Schwedeneck samt Ladestation zentral auf dem Parkplatz Eckernförder Straße/Seestraße in Surendorf stehen.

Ob sich das umsetzen lässt, ist aber noch unklar: Dieses Areal, auch Dorffest-Wiese genannt, ist nämlich auch das einzige, das sich als Knotenpunkt mit Wendemöglichkeit für Busse eignet. Und den braucht die Gemeinde für den neuen integrierten Taktfahrplan des Kreises. Der soll immerhin Verbesserungen beim Busverkehr Richtung Eckernförde und Gettorf bieten.

Standort vorerst am Kindergarten

Auch wegen der Anbindung ans Busnetz wäre die Dorffest-Wiese insofern natürlich ideal für das Dörpsmobil. Ob der Platz dort noch reicht, muss allerdings erst noch ein Planer erarbeiten. Vorübergehend, erklärt Gudrun Dorow, wird das Dörpsmobil im Bereich des Parkplatzes am Kindergarten im Pommernweg stehen.

E-Ladung kommt dort aus einer mobilen „Wallbox“ – das dauert etwa zweieinhalb Stunden. Die Gemeinde Klixbüll, von der sich Schwedeneck das Dörpsmobil abgeschaut hat, nutze bereits einige dieser Wallboxes: an gut zugänglichen Orten wie Altersheim und Kindergarten, wo es gemeindeeigenen Strom aus Windmühlen gibt.

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Auch Gastmitgliedschaften sind möglich

Auch Schwedeneck hofft, weitere Ortsteile mit einem Dörpsmobil ausrüsten zu können. Doch erst mal wird der Standort Surendorf getestet – als größter Ort der Flächengemeinde. Das Leasingfahrzeug für den Verein wird ein Renault Zoe: das am meisten verbreitete E-Mobil in Deutschland. Es steht Vereinsmitgliedern für 6 Euro Monatsbeitrag sowie 5 Euro pro genutzter Stunde zur Verfügung.

Es gibt auch Gastmitgliedschaften, zum Beispiel für Urlauber oder Nutzer der Mutter-und-Kind-Klinik. Gudrun Dorow hat den Renault Zoe auch schon selbst getestet: „Ich bin begeistert – er fährt sich leicht und einfach.“

Familien auf dem Land könnten auf Zweit- oder Drittauto verzichten

Sie freut sich auf das umweltfreundliche Dorfgemeinschaftsauto, überlegt, das eigene Fahrzeug irgendwann abzuschaffen. Und es gebe zum Beispiel Eltern von 18-Jährigen, die für den Nachwuchs nicht noch das zweite oder dritte Familienauto anschaffen wollen: „Das ist eine interessante Klientel.“

Vielleicht, so eine Idee, finden sich ja auch jüngere Fahrer, die auf 450-Euro-Basis Ältere kutschieren, die sich nicht selbst ans Steuer setzen wollen oder können. Die Jüngeren könnten so Geld verdienen und bekämen Fahrpraxis. Ziel sei eine Auslastung des Fahrzeugs von 80 Prozent. Auch der Bürgermeister wird zum Beispiel das E-Mobil für Dienstfahrten nutzen.

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Einheitliche Soft- und Hardware von Dörpsmobil SH

Schon am Namen „Dörpsmobil Schwedeneck“ ist zu erkennen, dass die zwischenzeitlich angedachte Lösung eines Vereins für den gesamten Dänischen Wohld vom Tisch ist – auch, weil es keinen Verein mit Sparten gibt, die alle das Gleiche anbieten.

Dennoch könnte irgendwann ein Netz aus Dörpsmobilen für Mobilität in der ganzen Region sorgen. Denn auch andere Gemeinden wollen ins E-Carsharing einsteigen. Dafür gibt es eine einheitliche Soft- und Hardware-Lösung, die Dörpsmobil SH bereitstellt. Das erste Dörpsmobil des Altkreises Eckernförde rollt seit Anfang Oktober in Ascheffel.

Neuer Vorstand in Schwedeneck

Zum neu gewählten Vorstand des Schwedenecker Dörpsmobil-Vereins gehören auch noch Philipp Lösch (zweiter Vorsitzender), Christa Puchta-Mähl (Schriftführerin), Kassenwartin Stephanie Schütze sowie die Beisitzer Hubert Ovenhausen und Helga Freiheit.

Buchung über eine einheitliche Software für Schleswig-Holstein

Seit August stellt das Projekt Dörpsmobil SH landesweit eine einheitliche Soft- und Hardware-Lösung für Buchung und Abrechnung bereit. Die möchte auch der Verein Dörpsmobil Schwedeneck nutzen. Das für zwei Jahre kostenlose Angebot können Träger noch bis Dezember 2021 abrufen.

Die Förderung beinhaltet den Hardwareeinbau und die Softwarenutzung für ein Dörpsmobil sowie ein (Lasten-)Fahrrad pro Gemeinde oder Verein. Sie ist auf zwei Jahre ab dem Zeitpunkt der Bereitstellung befristet. Gebucht und abgerechnet wird über eine App, die auch das Öffnen und Schließen des Autos ermöglicht. Während der Fahrt wird wie gewohnt ein Schlüssel genutzt. Aufgrund des Förderbetrags ist die Anzahl auf 65 Fahrzeuge sowie Gemeinden limitiert.

Zukunftsvision: Gemeinden vernetzen

Die gemeinsame App ermöglicht technisch sogar die Vernetzung von Dörpsmobilen, über die Gemeinden schon nachdenken: Dann könnte zum Beispiel eine Nutzerin aus Schwedeneck mit dem Dorfgemeinschaftsauto zum Bahnhof Gettorf fahren, um von dort aus den Zug zu nutzen. Und ein neuer Fahrer steuert mit dem Dörpsmobil zum Beispiel Felm an, das sich ebenfalls für das Projekt interessiert.

Das wäre allerdings organisatorisch etwas umfangreicher, erklärt Projektmanager Timo Wiemann: Denn bisher sind alle Vereine geschlossene Nutzergruppen und verwalten sich selbst.

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Die kleine Gemeinde Klixbüll in Nordfriesland machte es mit dem „Dörpsmobil“ vor: Dort teilen sich Nutzer ein klimafreundliches E-Auto. Eine Idee, die in Zeiten von Klimawandel und Feinstaub-Debatte, miesen Busverbindungen auf dem Land und langer Parkplatzsuche in der Stadt immer mehr interessiert.

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