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Eckernförde Entspannte Lage für die Lebensretter
Lokales Eckernförde Entspannte Lage für die Lebensretter
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18:24 29.07.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Foto: Die DLRG bewacht unter anderem die Strände in Eckernförde (Foto) und Schwedeneck.
Die DLRG bewacht unter anderem die Strände in Eckernförde (Foto) und Schwedeneck. Es wird aber schwieriger, Ehrenamtliche zu finden. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Strande/Schwedeneck/Eckernförde

Mit Schwung schmeißt Tatjana Söhnchen in Strande ein angeleintes Thermometer in Fischform ins Wasser. Es ist kurz nach 10 Uhr – Zeit für die morgendliche Temperaturmessung. Die 24-Jährige aus Solingen ist ehrenamtliche Retterin für die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Wachbetreuer Florian Liebscher (26) aus Kiel bezeichnet die Bilanz für Strande trotz anhaltendem Badewetters als  „völlig entspannt“.

Es wird schwerer, Ehrenamtliche zu finden

Es sei bei den warmen Temperaturen aber wichtig, langsam ins Wasser zu gehen, sich abzukühlen und die eigenen Kräfte richtig einzuschätzen, erklärt Florian Liebscher. Die Station in Strande ist von der Kieler Woche bis Anfang September mit je zwei Leuten besetzt. Doch weil es Wasserwacht und DLRG (Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft) zunehmend schwerer falle, Ehrenamtler zu motivieren, kooperiert man im Bereich von Laboe über Kiel bis nach Strande erstmals in diesem Jahr, erläutert er.

Ab Montag neue Besatzung in Schwedeneck

In Schwedeneck packt das DLRG-Team gemeinsam an, um das Boot durch den weichen Sand zum Spülsaum zu schieben. „Da ist es einsatzbereit“, sagt Frank Bucher (56). In den vergangenen beiden Wochen haben die Familien Bucher und Dönnebrink von der DLRG St. Augustin in Nordrhein-Westfalen ehrenamtlich den Strand in den Ortsteilen Surendorf  und Dänisch Nienhof bewacht, ab Montag übernimmt eine neue Besetzung.

Weniger Strände an der Ostsee besetzt

Doch es wird auch hier immer schwerer, Ehrenamtliche zu finden. Zwischenzeitlich stand sogar im Raum, dass die Wache eine Woche unbesetzt sein könnte. Doch nun gibt es bis zum Ende Ferien Freiwillige, erklärt Touristik-Chef Manfred Mallon. Auch die Zahl der besetzten Strände entlang der Ostsee hat abgenommen, sagt Björn Fischer, Leiter des DLRG-Ortsverbandes Eckernförde.

Nur kleinere Verletzungen

Auch an den Stränden von Surendorf und Dänisch Nienhof waren die DLRG-Helfer bislang nur wegen kleinerer Verletzungen gefragt.  „Das massivste war, dass sich jemand mit dem Skateboard auf die Nase gelegt hat“, sagt Frank Bucher. Nur über die Zigarettenstummel im Sand ärgert er sich. Kleine Kinder könnten die mit vielen schädlichen Chemikalien belasteten Kippen schließlich in den Mund nehmen.

Einsatz bei der Hitze schlaucht

Der Supersommer beschert Eckernförde ebenfalls volle Strände. Doch auch hier „ist alles im grünen Bereich“, sagt Björn Fischer, Leiter des Ortsvereins: „Aber es ist sehr anstrengend für die Rettungsschwimmer.“ Der Einsatz in der Sonne schlauche ganz schön. Das bestätigt Maik Beerwald (29) aus Wolfenbüttel: „Es ist anstrengender bei der Hitze – aber es macht auch Spaß.“ Schon zum 14. Mal hilft er anderen in seinem Urlaub: „Aber es war nie so schön wie heute.“

Elektronische Medien lenken ab

Bis Sonntag leistete das Team mit derzeit 18 Rettungsschwimmern 360 Mal Erste Hilfe – Tendenz in den letzten Tagen stark steigend. „Zum Glück nichts Gravierendes“, erklärt Björn Fischer.  Zudem mussten 35 Mal Kinder und Erwachsene gerettet werden, die mit Gummitieren oder -matten abgetrieben waren.  „Dafür sind wir ja auch da“, sagt Björn Fischer. Doch es zeige, dass sich viele der Gefahr nicht bewusst sind. Und: „Man merkt, dass elektronische Medien Eltern am Strand zunehmend ablenken.“ 

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