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Eckernförde Es hätte schlimmer kommen können
Lokales Eckernförde Es hätte schlimmer kommen können
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18:34 03.01.2019
Etwa 40 Quadratmeter groß ist das Loch, das die Sturmflut in der Nähe des Klärwerkes in Strande hinterlassen hat. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Dänischer Wohld/Eckernförde/Schlei-Ostsee

Die Sturmflut traf Strande an ungewöhnlicher Stelle: Weil der Wind aus Norden auf die Küste traf, entstand der einzige auffällige Schaden am Wanderweg vor dem Klärwerk Bülk, erklärt Bürgermeister Holger Klink. „Immerhin nicht in Ortslage“, sagt er. Das Hochwasser unterspülte dort den Steinwall und riss ein etwa 40 Quadratmeter großes Loch hinein, schätzt Bauhofleiter Karl-Heinz Petersen. Holger Klink vermutet, dass das Wasser an der Seitenwand des Gullis eingedrungen sein könnte.

Montag startet Reparatur in Strande

„Jetzt gucken wir alle nervös aufs Wetter“, sagt der Bürgermeister: Denn die Stelle ist eine offene Wunde an der Küste. Ab Montag startet die Reparatur, eine Firma ist schon gefunden. Ansonsten verzeichnete Strande nur kleinere Sturmfolgen: So hatte das Wasser die Promenade überflutet und dort Sand und Steine hinterlassen. Am frühen Donnerstag begann der Bauhof mit den Aufräumarbeiten.

Gefährliche Risse an der Steilküste

Der Schwedenecker Bürgermeister Sönke Paulsen spricht von einem normalen Wintersturm. Es habe Abbrüche an der Küste gegeben, aber nicht in bewohnten Bereichen. Allerdings sollten Fußgänger oben auf der Steilküste zwischen Stohl und Dänisch Nienhof aufpassen und genügend Abstand zur Kante halten. „Da sind Risse im Boden, das wird noch absacken“, warnt er.

Noer: Teile der Dünen weggespült

In der Gemeinde Noer wurden am Platz der Natur- und Campingfreunde am Strand von Lindhöft die schützenden Dünen teils weggespült. „Wir müssen prüfen, ob die erste Reihe fürs Campen dort noch so nutzbar ist“, zieht Bürgermeisterin Sabine Mues vorläufig Bilanz. „Ausmaß und Schadenshöhe kann ich noch nicht beurteilen.“ Der Dauercampinglatz in Noer blieb nach Auskunft von Betreiberin Gesche Jensen verschont. Er liegt erhöht in einem kleinen Waldgürtel.

Damp: Wasser umspülte Beachlokal

Im Amt Schlei-Ostsee nagte das Meer nach Angaben von Ordnungsamtsleiter René Kinza am Deich zwischen dem Damper Hafen und dem Fischleger-Strand. Am Aktionsstrand des Ostseebads umspülte das Wasser das Beachlokal Bar-Bados. In Richtung Schuby wurden die Faschinen weggespült, die erst 2018 zum Schutz des Ostseeküstenradwanderweges aufgestellt worden waren. Dennoch kamen die Küstengemeinden seiner Ansicht nach glimpflich davon: „Wirklich schwere Schäden entstanden wohl nicht.“

Pegel in Eckernförde lag bei plus 1,66 Meter

Eckernförde war bei einem Pegel von plus 1,66 Meter und ruhigem Wasser diesmal nicht akut gefährdet. Doch Pläne für einen Küstenschutz sind schon angeschoben. Die Stadt kann mit umfangreichen Fördermitteln vom Land rechnen. Wie dringend ein Hochwasserschutz für das Ostseebad ist, unterstrich der Anstieg vom Mittwoch. War das Wasser auch nur an einer begrenzten Stelle am Vogelsang über die Ufer getreten, so suchte es sich seinen Weg auch über Regenwasserabläufe. An der Schiffbrücke und der Ecke zum Jungfernstieg entstand eine Seenlandschaft, die Ostsee quoll aus den Sielen.

Stadt plant Küstenschutz-Maßnahmen

Die Stadt will mit Rückstau-Schiebern gegensteuern. Solche Stauschutzklappen werden nicht im Rahmen der Küstensicherung gefördert. Grob geschätzt muss Eckernförde über 300.000 Euro investieren, um zu verhindern, dass Wasser aus den Kanälen nach oben drückt. Mit einem kurzfristigen Einbau ist nach Angaben von Axel Sperber vom Tiefbauamt nicht zu rechnen. Zwar muss kein Förderungsverfahren mehr abgewartet werden, doch sind Standorte für die Schächte mit dem Hochwasserschutz-Konzept abzustimmen.

Zunächst Machbarkeitsstudie geplant

Zu diesem Konzept wird es zunächst eine Machbarkeitsstudie geben, die über Schutzmaßnahmen (mobile Wände, feste Wände oder Verwallungen), die erwarteten Wasserstände und den jeweiligen Schutzbedarf Auskunft geben soll. Mit dem Gutachten rechnet die Verwaltung für Mitte des Jahres 2020. Davor, so Sperber, werde sich voraussichtlich auch baulich nichts tun.

Die Folgen der ersten Sturmflut des Jahres

Von KN -online

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