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Eckernförde Erster Publikumserfolg bei Green Screen
Lokales Eckernförde Erster Publikumserfolg bei Green Screen
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12:46 11.09.2019
Von Tilmann Post
Auftakt des Naturfilmfestivals mit einer Expertenrunde zum Klimawandel: Walter Hemmerling, Dorit Kuhnt, Dirk Steffens, Michael Packschies und Christian Berg (von links). Quelle: Tilmann Post
Eckernförde

"Klimaschutz - was hilft Mensch und Natur wirklich?" lautete das Thema, das das große Interesse weckte. Die Expertenrunde auf dem Podium bestand aus Christian Berg, Präsidiumsmitglied des Club of Rome Deutschland, Dorit Kuhnt, Staatssekretärin im Landes-Umweltministerium, Walter Hemmerling, Leiter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, und Festivalleiter Dirk Steffens.

Zu konkreten Lösungen kam die Runde in dem mehr als zweieinhalbstündigen Gespräch jedoch nicht. Allerdings zeigte sich, wie stark die Erderwärmung mit weiteren Faktoren zusammenhängt - mit isolierten Maßnahmen komme die Menschheit kaum weiter, waren sich die Teilnehmer einig.

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Klimawandel: Kipppunkt bald erreicht?

Das Auftauen der Permafrostböden in Sibirien, weltweite Zerstörung von Mooren als Treibhausgasspeicher für den Torfabbau, Kohle als Energielieferant - kurze Filmeinspieler gaben der Runde Impulse. Dabei lag es in der Natur des Themas Klimawandel, dass ein gewisser Grad an Weltuntergangsstimmung auch die Eckernförder Gespräche bestimmte.

Mit Blick auf den Permafrost, der nur in intaktem Zustand weiter seine großen Mengen Methan speichern kann, sagte Doris Kuhnt: "Es gibt schon erste Hinweise, dass der Kipppunkt bald erreicht wird. Die Konsequenz: Wir müssen unseren Lebensstil noch schneller ändern, um die Treibhausgase zu reduzieren."

Wirtschaftswachstum nicht weiter auf fossiler Basis

Dirk Steffens bestätigte: "Der Kipppunkt bedeutet, dass wir von da an nichts tun können. Dann brauchen wir auch nicht mehr über kleinere Autos oder Windkraft zu diskutieren." Wenn die Böden in Sibirien erst einmal Gase freigeben, sei der Prozess nicht mehr zu stoppen. Das feuere die Erderwärmung an.

Die westliche Welt müsse nicht nur ihren eigenen Verbrauch zum Beispiel von Kohle überdenken, zeigte sich Christian Berg überzeugt, der Hochschullehrer für Nachhaltigkeit ist. "Wir müssen auch entwicklungspolitisch investieren, etwa in Afrika. Die Wirtschaft dort darf nicht auf fossiler Basis wachsen", so Berg.

"Wir müssen 'Out of the box' denken"

Es sei jedoch ein Trugschluss zu glauben, dass sich Kohle einfach durch Windkraft oder andere erneuerbare Energien ersetzen lasse, gab Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens zu bedenken. Einzelne Lösungen ziehen ihm zufolge häufig negative Folgen nach sich. Er erinnerte an den Stoff FCKW, der einst als Ersatz für giftige Kühlmittel gefeiert wurde, bis sich herausstellte, dass er der Ozonschicht schadete.

"Wir müssen 'Out of the box' denken", so Steffens. Es sei alles miteinander verbunden. "Wenn wir über Energieverbrauch reden, dürfen wir die Überbevölkerung nicht außer Acht lassen."

Befreiung der Frau aus patriarchalischen Strukturen

Um das Wachstum der Menschheit und damit den Raubbau an der Natur zu durchbrechen, gibt es laut Steffens einen wichtigen Faktor: "Die Befreiung der Frau aus patriarchalischen Strukturen." Überall habe sich gezeigt, dass das zu einer Verminderung der Geburtenzahlen führt. Dafür erntete er den größten Applaus am Dienstagabend.

"Wichtig beim Thema Klimawandel ist es, auch gute Laune zu verbreiten", so Steffens. Er sei sich sicher, dass Deutschland fähig ist, mit gutem Beispiel voranzugehen und Wirkung in der Welt zu erzielen - als größter Autohersteller etwa mit umweltfreundlichen Pkws.

Redner beim Green Sreen: Klare Strategie der Politik notwendig

Innerhalb des Bundesgebiets finde bereits ein Nachahmereffekt statt, berichtete Walter Hemmerling. "Viele Regionen orientieren sich am Land Schleswig-Holstein mit seiner Stiftung Naturschutz", so der Stiftungsleiter.

Ein hohes Problembewusstsein in der Bevölkerung, wissenschaftliche Evidenz und eine klare Strategie der Politik seien notwendig, um etwas zu ändern, so Christian Berg. Alles komme beim Klimawandel allmählich zusammen, zuletzt die Strategie, denn die Kohlendioxid-Bepreisung bilde einen guten Werkzeugkasten.

Lesen Sie auch: Für Green Screen gibt es noch Eintrittskarten.

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