Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Munterer Austausch mit Ministerpräsident
Lokales Eckernförde Munterer Austausch mit Ministerpräsident
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 22.08.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Freuten sich am Ende über eine gelungene Veranstaltung in Felm (v.l.): Bürgermeister Friedrich Suhr, Ministerpräsident Daniel Günther sowie Organisator und Moderator Hermann-Josef Thoben. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Anzeige
Felm

Und die kamen nicht nur aus Felm, sondern auch aus Osdorf, Noer, Schwedeneck und anderen Orten des Dänischen Wohldes. Es ging an diesem Abend um Chancen, Risiken und Ideen für die Entwicklung des ländliches Raumes.

Chancen der Digitalisierung

Es gebe in Schleswig-Holstein kaum Regionen, in denen die Einwohnerzahl in den nächsten zehn Jahre abnehme, erklärte der Ministerpräsident: "Aber in dieser Zeit werden die Menschen neun Jahre älter." Das habe auch Auswirkungen. Die Digitalisierung biete da Möglichkeiten für die Region, denn: "Alles, was es ermöglicht, vom Wohnort aus der Arbeit nachzugehen, ist eine Riesenchance." Deshalb sei es ein Ziel, Schleswig-Holstein bis 2025 komplett vernünftig mit Brandband-Internetzugang zu versorgen.

Anzeige

Verweis auf Förderprogramme

Das Land werde auch sonst alles für eine gute Infrastruktur tun, versprach Daniel Günther. Und ermunterte die Politik, das Geld aus Programmen für Sportstättensanierung, Radwege und anderes auch abzurufen.

Gegen Politikverdrossenheit

Von der Kommunalpolitik könne man viel lernen, sagte der 45-Jährige:  "Zum Beispiel respektvollen Umgang miteinander." Dieser Geist, der es erlaube, auch andere Parteien mal zu loben, zeichne zurzeit Schleswig-Holstein aus und biete ein Chance, Politikverdrossenheit abzubauen.

Besucher hatten viele Fragen

Und dann hatten die Besucher viel Zeit, in einem munteren Austausch Fragen und Anregungen anzubringen. Ob ein lokaler Kümmerer, der wie eine Spinne im Netz bis in die Ministerien vernetzt sei, nicht gut für Dörfer sei? Warum die wichtigen Achsen im ÖPNV gut bedient seien, die Fläche aber nicht? Wie die Amateurmusik unterstützt werden könnte? Wie die Landwirte mit Dürreschäden? Und wie können die Schulen und die Kindergärten gefördert werden?

Kritik an Bürokratie

Viele Besucher wiesen auch auf Probleme mit der überbordenden Bürokratie hin, die Projekte ausbremse. "Was wir besonders gut hinbekommen, ist immer alles bürokratisch zu machen," findet auch der Ministerpräsident. Allerdings müssten beim Abbau alle mithelfen: Auch die Bevölkerung neige dazu, sich bei jeder kleinen Ungerechtigkeit zu beschweren, jeder wolle sich absichern und keine Verantwortung übernehmen.

Viel Applaus

Der prominente Gast versprach, eine ganze Reihe von Themen weiterzugeben. Organisator und Moderator Hermann-Josef Thoben freute sich über die Vielfalt der Fragen in der Veranstaltung: "Aber das geht auch nicht mit jedem Ministerpräsidenten." Es gab viel Applaus für den Abend. Auch Bürgermeister Friedrich Suhr war zufrieden: "Das war eine super Veranstaltung."

Ministerpräsident Daniel Günther diskutierte in Felm über die Entwicklung der ländlichen Räume.
Tilmann Post 23.08.2018
Tilmann Post 22.08.2018
Jürgen Griese 21.08.2018