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Eckernförde Selbstbewusstsein ist der beste Schutz
Lokales Eckernförde Selbstbewusstsein ist der beste Schutz
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12:49 09.08.2019
Von Cornelia Müller
Taekwondo-Feriencamp in Gettorf beim GTV: 19 Kinder und Jugendliche von sechs bis 14 Jahren machen mit im Taekwondo-Freiencamp des GTV. Die jüngsten sind sechs und sieben Jahre jung wie Jule, Mattis und Mateo (von links). Juniortrainer Jonas Jürgensen leitet sie bei den trickreichen Drehungen an, mit denen man sich aus einer Umklammerung befreit. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Asiatischer Kampfsport für Kids, beginnend mit Sechsjährigen? Der Gettorfer TV hat damit Erfahrung. Und Cheftrainer Ulf Hopf weiß, dass Taekwondo Kindern nicht nur Spaß macht, sondern ihnen auch gut tut.

Diese Sportart stärkt nämlich nicht nur das Selbstbewusstsein und vermittelt für den Fall der Fälle Techniken, wie ein möglicher Angreifer gestoppt wird. Sie stärkt auch die Rücksichtnahme, schult die Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber.

Zwei- bis dreimal in der Woche trainieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der kleinen Halle an der Parkschule normalerweise. Diese Sportler sind Mitglied im GTV. In den Sommerferien bietet der Verein zusätzlich ein Taekwondo-Camp für den Nachwuchs an. Hier darf jede und jeder kommen und sich probieren - und profitieren.

Die Taekwondo-Trainer üben nachhaltig mit den Kindern in Gettorf

Mats kann sich genau erinnern. Genauer gesagt: Der Körper hat die Bewegungen in seinem Zellgedächtnis gut abgespeichert. "Halt! Stopp, ich will das nicht!", erinnert der Geist den wichtigsten aller Sätze. Laut und bestimmt ruft es der Neunjährige es in die Halle. Er mach eine kleine schnelle Bewegung nach vorn, stampft kräftig vor den Füßen des Jungen auf, der ihn an den Armen gepackt hat.

Mit einem Ruck reißt Mats seine Arme nach unten, die Hände des anderen gleiten ab. Dann springt er in die Höhe, streckt sein Bein mit angewinkeltem Fuß blitzschnell vor den Bauch seines scheinbar aggressiven Übungspartners. Und der? Ist total verdattert, wie gelähmt. Mats kann jetzt weglaufen.

"Ich war auch letztes Jahr in den Ferien dabei", sagt Mats stolz. Als er die Turnhalle betrat und wie alle anderen das nagelneue türkisfarbene Shirt überstreifte, auf das jeweils schon der Vorname gedruckt ist, war auf einmal alles wieder da. All das Gelernte vom Taekwondo-Camp 2018.

Es geht im Feriencamp des Gettorfer TV darum, Gewalt keine Chance zu geben

Hopf bestätigt. "Wir üben in dieser Woche nicht sehr viele Bewegungen, dafür aber nachhaltig", berichtet er. "Dann prägen sich die Dinge ein, und die Kinder nehmen wirklich etwas mit." Dabei steht die körperliche Verteidigung im Rollenspiel noch nicht einmal an erster Stelle des fünftägigen Kurses.

Der Trainer: "Die Woche ist ein Anti-Gewalt-Camp." Die Maximen sind soziales Verhalten üben, höflich und achtsam sein. Akzeptieren, dass Kinder, mit denen man auf dem Schulhof, in der Klasse, auf dem Spielplatz zu tun hat, verschiedene Temperamente habe und das zu keiner Bewertung führen darf. Dem Schwachen eine Chance geben.

Das stand am ersten Tag obenan. Die kleinen Teilnehmer hören auch gut zu, als ihnen Hopf und sein Trainerteam, das aus Ronja Hamann und den Geschwistern Jonas, Lena, Simon Jürgensen besteht, etwas ganz Wichtiges ans Herz legen: "Eure Familie ist euer Ruhepol und Mittelpunkt im Leben. Wenn irgendetwas vorfällt, ihr traurig oder enttäuscht seid, erzählt es immer euren Eltern."

Die Schulkinder konzentrieren sich bei der Meditation zu Trainingsbeginn

Auch dafür, dass so kleine faire Kampfsportler alles konzentriert aufnehmen können, hat Taekwondo ein Rezept. "Wir sitzen zu Beginn im Kreis, konzentrieren uns auf darauf, wo wir sind. Und wir hören kurz nur unserem Atem zu", beschreibt der Trainer die Meditationsrunde zu Beginn der täglich zweieinhalb Übungsstunden mit zwei Pausen.

In vier Grüppchen üben die Kinder jetzt Sprünge mit mehreren Fußbewegungen in der Luft, bekommen Koordinationstraining, machen zwischendurch Gymnastik. vor allem aber haben sie Spaß. Nach jedem Rollenspiel gibt es lachende Gesichter. Keiner wird getadelt, Anerkennung gibt es für alle.

"Und das Obst und die Naschis in der Pause sind super!", findet Mattis (6). Sverre (8) und Jule (7) haben noch etwas zu ergänzen: "Es ist toll, wir schnell wir lernen - und dass wir auch noch andere Kinder kennenlernen, die nett sind und mit den Sport so viel Spaß macht."

Am 10. August zeigen die Kinder ihr Können

Taekwondo ist eine Verteidigungsstrategie und kommt aus Korea. Taek bedeutet Fußtritt aus dem Stand oder Sprung. Kwon steht für Hand- und Armtechniken, mit denen man einen Gegner abwehrt. Do heißt der Weg und schließt die die Philosophie des Respekts und der Selbstzentrierung ein. Deeskalation ist eines der Ziele. Der Gettorfer Turnverein (GTV) bietet das Feriencamp für den Nachwuchs immer im Sommer an. Die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab sechs bis 14 Jahre kommen diesmal aus Gettorf, Büdelsdorf, Schinkel und und Blickstedt. Eltern bezahlen für das fünftägige Camp 45 Euro. Das Gelernte führen die Kinder und Jugendlichen am Sonnabend, 10. August, in der Zeit von9.30 bis 12 Uhr in der kleinen Halle an der Parkschule Gettorf in der Kirchhofsallee ihren Familien und allen, die neugierig sind, vor.

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Hier sehen Sie mehr Bilder vom GTV-Taekwondo-Feriencamp für Kinder.
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