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Eckernförde Blühparadies auf dem Dachgarten
Lokales Eckernförde Blühparadies auf dem Dachgarten
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16:15 05.06.2019
Von Christoph Rohde
Hier blüht und summt es in Eckernförde: Auf Blühwiesen in Höfen, auf Dächern und auf Brachen. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Mehrere hundert Quadratmeter zieht sich das begrünte Flachdach hin. Aktuell ist es ein Blütenmeer: Weiße Margeriten wiegen sich sanft im Wind, orangefarben leuchtet das Habichtskraut, dazwischen bildet der blühende Klee gelbe und blaue Tupfer. Hummeln machen sich über die Schnittlauch-Blüten her, eine Spatzenschar versammelt sich zeternd im Strauch der Felsenbirne und Ringeltauben schreiten auf Nahrungssuche durch den bunten Flor. Kaum zu glauben, dass dies eine Dachbegrünung ist – eine pflegeleichte dazu.

Die Blühwiese hat sich von ganz allein eingestellt

Seit dem Bau der Innenstadt-Filiale der Förde Sparkasse 1992 gibt es dieses Gründach. „Am Anfang wurde noch viel gejätet und gezupft“, erzählt Olaf Mollenhauer, zuständig für Bau- und Gebäudetechnik. Doch dann ging man zu einer extensiven Pflege über. Mit Erfolg. „Wir haben die Fläche nicht aktiv Richtung Blühwiese entwickelt, sie hat sich von allein eingestellt“, sagt Mollenhauer. Je nährstoffärmer das Substrat wurde, umso bunter wuchs die Pflanzengesellschaft heran. Ein Stück Natur mitten in der Stadt.

Rüdiger Ziegler, Eckernförder Botanik-Experte und Landschaftsarchitekt, ist fasziniert. „Das sieht verdammt gut aus, und das nach dem heißen Sommer 2018“, sagt er. Färberkamille macht er aus, das nickende Leimkraut und die rundblättrige Glockenblume. Mitten zwischen den Pflanzen deutet er auf ein dunkles Gebilde. „Das Gewölle einer Eule“, erläutert er. Auch der nachtaktive Vogel weiß die kleine Grünoase zu schätzen, ebenso wie Schwalben und der Zaunkönig. „Echt ein Paradies“, sagt Ziegler. Der Sparkasse zollt er dafür Respekt. Denn: Natur zuzulassen, das falle vielen noch schwer. „Wenn wir mehrere solcher Dächer hätten, hätten wir weniger Umweltprobleme“, ist er überzeugt.

Auch auf dem Dach des Ostsee-Info-Centers grünt es

In Eckernförde gibt es weitere Beispiele: etwa das Dach des Ostsee-Info-Centers. Hier liegt der Schwerpunkt zwar auf Strandvegetation, doch das Konzept ist ähnlich. Dort blüht auch die Hauhechel den ganzen Sommer über. Dabei bedeutet heimisch, bunt und vielfältig nicht gleich großer Pflegeaufwand. Im Gegenteil: „Die natürliche Vegetation kann Hitzeperioden besser kompensieren als die Kunstformen der Pflanzen“, sagt der Botanik-Experte. Auf einem Beet in den Falkestraße hat er es vorgemacht. Aus einem kollabierten Rosenbeet wurde ein Staudenbeet, in dem auch Giersch, Quecke und Ackerwinde keine Chance mehr haben.

Initiativen für mehr Blühpflanzen und Insekten gibt es an mehreren Ecken im Ostseebad. Sehr aktiv ist dabei die Stadtgärtnerei. Die Abrissbrache an der Ecke Schulweg/Reeperbahn hat sich in ein buntes Blumenmeer mit Klatschmohn, Kornblumen, Klee und Phacelia verwandelt. „Hier haben wir vergangenes Jahr eine Wildblumenmischung ausgesät“, sagt Gärtnereileiterin Sylvia Bent. Jetzt sprießt ein beeindruckender Blütenfloor – bis zur Neubebauung der Fläche im Rahmen der Nooröffnung. Weitere Blumenwiesen legten die Stadtgärtner unter anderem Am Ort/Letzte Pappel, am Sandkruggelände und am Ende des Feldwegs an. Darüber hinaus sind noch Insektenhotels geplant. 

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