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Eckernförde Es gibt Karpfen – aber nicht nur blau
Lokales Eckernförde Es gibt Karpfen – aber nicht nur blau
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07:02 28.12.2018
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Zu Silvester ist er wieder gefragt: der Karpfen, den Karsten Deckner (rechts) und Ole Hartlock in der Anlage in Strande präsentieren. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Strande

Gerade steht wieder ein Ehepaar im Lädchen auf der Teichanlage und bestellt Karpfen. Das Paar bekommt zu Silvester Besuch von zwei älteren Tanten. Die aßen eben schon früher immer den wissenschaftlich Cyprinus carpio genannten Fisch. Die erste Schuppe ist übrigens Glücksbringer: „Das ist auch Tradition bei Fischern“, erzählt Karsten Deckner und zückt sein Portemonnaie. Darin steckt seit dem Beginn der Karpfensaison im Herbst eine fingernagelgroße, bräunlich-weiße Schuppe.

Früher wurde Karpfen lebend verkauft

Neben der älteren Generation schätzen unter anderem viele Osteuropäer den Silvesterkarpfen, erklärt der 48-Jährige. Der Lebendverkauf ist längst nicht mehr erlaubt. Nur bis zum Verkauf wird der Fisch im Wasser gehalten. Mit seinen Geschäftspartner Ole Hartlock (48) zeigt Karsten Deckner das Hälterbecken: Darin schwimmen Karpfen für den täglichen Verkauf. Durch das Hältern im klaren Wasser verliert der Karpfen den leicht modrigen Teichgeschmack.

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In trübem Wasser zu Hause

Denn der Fisch lebt in flachem, trüben Wasser, erläutert der Fischer. Er gibt sein Wissen übrigens auch gerne an Kindergruppen weiter: damit die lernen, dass Fisch nicht nur in Stäbchenform existiert. So kam Mitte November nach dem spektakulären Fang eines geschätzt zwei Meter langen Welses auch gleich der Nachwuchs der benachbarten Kita zum Besuch vorbei.

Trend zum Fischbeizen

Zu Weihnachten bevorzugten die meisten Kunden noch Forellen, Saibling oder kaltgeräucherte Lachsforelle. Karsten Deckner beobachtet zudem ein zunehmendes Interesse gerade bei jüngeren Kunden, Fisch selbst zu beizen. Den Karpfen servieren viele Kunden nach seiner Erfahrung mit Bier- oder Pilzsoße. Wer ihn blau auftischen will, benötigt einen ganzen Fisch, dessen Schleimhaut möglichst unbeschädigt sein sollte.

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