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Eckernförde Blick frei auf historische Särge
Lokales Eckernförde Blick frei auf historische Särge
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15:27 13.06.2019
Von Jan Torben Budde
An der Ostwand der Kirche Dänischenhagen entstand in den Jahren 1608 bis 1616 ein Mausoleum, das sogenannte Alt-Bülker Begräbnis, wo sich die 30 historischen Särgen für Erwachsene und Kinder befinden. Quelle: Jan Torben Budde
Dänischenhagen

Mit großen Augen schaut ein Kind durch einen vergitterten Fensterladen, erhascht einen Blick auf die prächtigen Särge aus dem 17. Jahrhundert in der Gruft. Da schlagen ihre Herzen gleich höher: Die Eheleute Claus Speth und Clara Baumann-Speth aus Strande sowie Renate Winter aus Dänischenhagen gehören zum ehrenamtlichen Team Offene Kirche, das Einheimischen, Touristen und Ausflüglern aus der Region das Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert näher bringen möchte.

Die 30 Särge, darunter vier kleine Anfertigungen für Kinder, bezeichnet das Trio als historisch wertvoll – und als zusätzlichen Anreiz für die Offene Kirche. Das Angebot hat sich in Dänischenhagen etabliert. Den Kirchenhütern zufolge liegt die Besucherzahl pro Saison – also von Juni bis August – bei bis zu 400 Menschen. Nun erhofft sich Claus Speth ein weiter wachsendes Interesse.

Der Zutritt zur Gruft ist zwar tabu. Dafür gibt es an der Ostwand der Kirche nun Rampe und Podest, um Besuchern den Blick durch zwei Fenster ins Alt-Bülker Begräbnis – ein Mausoleum – zu ermöglichen. Lange Zeit fanden die 30 Särge kaum Beachtung. In der Gruft ruhen vornehmlich Mitglieder der Familie von Buchwald. Bis eine Sanierung ins Haus stand.

Regina und Andreas Ströbl von der Lübecker Forschungsstelle Gruft nahmen die faszinierenden Fundstücke wissenschaftlich unter die Lupe. Angesichts der Unordnung im Alt-Bülker Begräbnis war eine Erkenntnis dann umso erstaunlicher: „Das Außerordentliche an den Särgen ist, dass sie so gut erhalten sind“, sagt Renate Winter. Das liege an der guten Belüftung im Raum.

Claus Speth ist davon überzeugt, dass fähige Kunstschmiede, Maler, Tischler und Lederer an der Herstellung beteiligt waren. Die Särge zieren metallene Beschläge, Wappen, Inschriften, Puttenköpfe und Blumen in Lüsterfassung. Sie sind bemalt, mit Textilien oder Leder bespannt. Es dominieren Rot- und Grüntöne unterschiedlicher Nuancen.

„Die Totenruhe wurde nicht gestört“, betont Renate Winter. Die Särge blieben verschlossen. Durch Architektur und Innengestaltung weise das Mausoleum auf die christliche Auferstehungshoffnung hin, sagt Clara Speth. Es diene dem Zusammenhalt der noch lebenden Familienmitglieder mit den Toten und solle den Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. So sei die hellblaue Wandfarbe in der Gruft als Hinweis auf die himmlische Herrlichkeit gedacht gewesen. Dieser Anstrich wurde aufgefrischt.

Die Aktion Offene Kirche wird bis einschließlich August immer mittwochs, freitags und sonntags jeweils von 15 bis 17 Uhr angeboten (Gruppen nach Vereinbarung). Weitere Infos gibt es unter Tel. 04349/919483.

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