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Eckernförde Zweite Heimat ist der Campingplatz
Lokales Eckernförde Zweite Heimat ist der Campingplatz
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09:06 19.04.2019
Von Cornelia Müller
Winter ade, die Campingplatzsaison hat begonnen: Regina Winkler-Kern (links) und Ute Rottmann haben sich auf dem Platz gerade wiedergetroffen. Quelle: Cornelia D. Mueller
Noer

Ein Mähgeräusch dringt ans Ohr. Richtig. Hier wird üppig emporschießendes Gras mit dem kleinen Elektromäher in die Schranken gewiesen. Schließlich ist dies keine Wiese, sondern ein grüner Gehweg.

Die Stellplätze für Wohnwagen sind durch grüne oder blühende Hecken abgetrennt. Nur ab und zu markiert ein gestreifter Windschutz die Grenze. Irgendwie erinnert alles an eine gepflegte Gartenkolonie oder ein Sommerhausgebiet mit winzigen Grundstücken.

An der blauen Pforte zu Platz d 9 fallen sich Ute Rottmann und Regina Winkler-Kern in die Arme. „Schön, dich zu sehen!“, rufen beide aus und strahlen. Seit Ende Oktober 2018 hat man die Nachbarn vermisst, hat dem schönen Gefühl, die Tage und Nächte der Saison in der Natur zu wohnen, nachgehangen.

So nah an der Ostsee ist das Campen Genuss pur

Und nun beginnt sie wieder, die Zeit der Freiheit draußen, weitab von vielbefahrenen Straßen, aber nur einen Steinwurf von der blauen Ostsee entfernt.

Familie Rottmann aus Hamburg ist auf dem Campingplatz von Gesche Jensen auf zwei angrenzenden Stellplätzen mit zwei Generationen vertreten. „Das ist ein Traum“, schwärmt Ute Rottmann.

Ihre Begeisterung schlägt sich optisch auf dem kleinen Rasen mit Blumenbeet und Terrasse nieder. Alles ist liebevoll hergerichtet. Vorzelt und Wohnwagen sind frisch gewienert.

Der Platz von Noer hat 100 Parzellen für Dauercampingäste

Das gute Verhältnis zu den Campern drumherum und die Ruhe, die der Noerer Platz oberhalb der Dünenküste den Pächtern aller 100 Parzellen garantiert, sind nicht nur für die Hamburger Familie das Synonym für perfekten Freizeitgenuss. Man ist sich sogar einig, eine zweistündige Mittagsruhe einzuhalten, in der alle Motorengeräusche tabu sind. 

Auf dem Hauptweg rollt jetzt Thomas Kernn aus Kiel im Auto heran. Auf dem Rücksitz stehen Kühlboxen und Haushaltszubehör. „Die Wohnung in der Stadt ist leer“, sagt er augenzwinkernd. „Dafür wird hier den ganzen Tag geräumt. Das ist wie umziehen.“ Seit 2005 hat seine Familie den Stellplatz. Seitdem er Rentner ist, verbringt er fast den ganzen Sommer hier.

Auch im Winter bleiben die Wohnwagen stehen. „Aber dann ist hier offiziell geschlossen“, klärt Inhaberin Gesche Jensen auf. „Strom und Wasser stellen wir ab. Vorzelte und größere Gerätschaften bauen die meisten nicht ab. Sie schauen zwischendurch nach dem Rechten.“ 

1980 wurde aus einem Acker ein Platz für Dauercamper

1980 hatte Gesche Jensens Vater den Campingplatz auf einem ehemaligen Acker nahe der naturgeschützten bewaldeten Düne Noer gegründet. Die durchschnittlich 130 Quadratmeter großen Stellplätze wurden gleich mit Hecken eingegrünt.

Als seine Tochter das Areal später übernahm, war eine grüne Oase daraus geworden. „Damit es so bleibt, steht mir Wolfgang Kund zur Seite“, stellt sie den Platzwart vor. Lange war er schon Camper, als der den Job vor einigen Jahren übernahm. Zuvor hatte er einen technischen Beruf.

„Was uns sehr zugutekommt“, lobt Jensen. Und Kund bestätigt: „Ich habe meine Traumaufgabe gefunden.“ Er kann bestätigen, „dass sich unser Platz durch eine sehr gute Gemeinschaft, von Familien mit Kindern bis zu Ruheständlern, auszeichnet“. Kein Wunder, dass es eine Warteliste gibt.

Wassersportler fühlen sich in Noer seit Jahrzehnten wohl

Am nächsten Weg macht Jürgen Pries sein Seekajak für den ersten Angeltörn klar. Unter einer Plane ruht neben dem Wohnwagen die Jolle. Ehefrau Ursula hat gerade Schnittlauch und Stiefmütterchen eingepflanzt.

Das Paar gehört zu den Campern der ersten Stunde. „38. Saison“, merkt er an. „Wer hätte das 1981 gedacht?“ Auch die beiden aus dem Kreis Segeberg fühlen sich pudelwohl in Noer.

Dass sie für den Wassersport und zum Strand zunächst zur Platzeinfahrt zurück und dann noch ein paar Minuten gehen müssen, stört weder sie noch die anderen. „Wer hier campt“, sagt Gesche Jensen, „der liebt die Natur, die Abgeschiedenheit und Spaziergänge.“ 

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Hier sehen Sie mehr Bilder vom Campingplatz in Noer.
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