Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde GWU fokussiert mehr auf die "Mitte"
Lokales Eckernförde GWU fokussiert mehr auf die "Mitte"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:58 04.07.2019
Von Christoph Rohde
Vorstandsvorsitzender Stephan Seliger (links) und der neue Technische Vorstand Olaf Kühl, der Bauingenieurwesen in Eckernförde studiert hat und zuletzt für die Investitionsbank Schleswig-Holstein tätig war. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Es sei zuletzt eine Lücke zwischen Sozialwohnungen (1. Förderweg) und Luxuswohnungen entstanden, sagte Donnerstagnachmittag der Vorstandsvorsitzende Stephan Seliger anlässlich der Jahresbilanz 2018. „Dem wollen wir jetzt entgegenwirken.“

Das GWU peilt für seine künftige Wohnungsbau-Strategie einen Drittelmix an. Er soll sich zu jeweils gleichen Teilen aus Wohnungen des 1. und 2. Förderwegs sowie frei finanzierten Wohnungen zusammensetzen. Für Eckernförde bedeutet der 1. Förderweg eine Netto-Kaltmiete von neu 5,60 Euro (bislang 5,20 Euro) und der 2. Förderweg von 7,50 Euro.

Drittelmix soll eine gute Durchmischung der Mieter ermöglichen

Durch den Drittelmix, so Seliger, werde auch eine gute Durchmischung von Neubauquartieren erreicht. Dieses Konzept soll bereits bei den 32 geplanten Wohneinheiten in der Schleswiger Straße zum Tragen kommen. Auch für die Nooröffnung mit ihren rund 100 Wohnungen wäre es das Ziel. „Wenn wir da zum Zuge kommen“, so Seliger. Das GWU werde sich auf jeden Fall an den Wettbewerbsausschreibungen beteiligen.

Im Neubauquartier „Noorblick“, dem ehemaligen Bauschul-Campus am Lorenz-von-Stein-Ring, ist inzwischen der erste Bauabschnitt bezugsfertig und vermietet. Der zweite Abschnitt soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und der dritte und letzte im Frühjahr 2020. Dann sind hier insgesamt 91 Wohnungen entstanden, ein Drittel davon öffentlich gefördert.

Wohnungsinteressenten stehen beim GWU Schlange

Die Nachfrage nach GWU-Wohnungen ist laut Seliger nach wie vor groß. „Bei 400 Bewerbern haben wir erstmal einen Stopp eingelegt.“ Kriterien für eine Vergabe sind unter anderem eine gute Durchmischung sowie Bedarf durch gesundheitliche Einschränkungen. Von Interessenten aus dem mittleren Bundesgebiet sind erstmals auch Klima-Gründe genannt worden, um nach Schleswig-Holstein zu ziehen.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich das in Eckernförde beheimatete GWU auch ein Standbein auf dem Kieler Wohnungsmarkt verschafft. Der Bestand stieg hier von 15 auf 250 Wohnungen durch Ankauf und Neubau. Auf Eckernförde möchte das Wohnungsunternehmen das „Kieler Modell“ übertragen.

"Kieler Modell" soll Wohnungsbaukosten reduzieren

Dabei handelt es um kompakte Blöcke mit zehn bis zwölf Wohnungen, drei Vollgeschossen, Fahrstuhl und Satteldach. Die Baukosten lassen sich durch das standardisierte Modell reduzieren. „Viermal haben wir es schon in Kronshagen realisiert“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „In Eckernförde könnten wir es uns auch gut vorstellen.“

Da Neubau mitunter wirtschaftlicher ist als Sanierung, arbeitet das GWU derzeit an einem Konzept, um in Eckernförde bestehende Quartiere zu erneuern und bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Wo das genau stattfinden könnte, soll im Herbst vorgestellt werden. Seliger: „Wir haben eine hohe Nachfrage von Bürger aus der Mitte, deren Einkommen zu hoch ist für Wohnungen aus dem 1. Förderweg, aber zu gering für frei finanzierte Wohnungen“.

2677 Wohnungen bewirtschaftet das GWU, das Gros in Eckernförde

Im vergangenen Jahr hat das GWU 198 Wohnungen dazu gewonnen, davon 85 durch Neubau, den Rest durch Ankauf. Aktuell bewirtschaftet das Unternehmen 2677 Wohnungen, das Gros davon – 2150 – befindet sich in Eckernförde. Der Leerstand liegt fast bei Null, nur bei Sanierungen stehen Wohnungen vorübergehend leer. Die Fluktuation ist Durchschnitt.

Mit Eckernförde und der Region Kiel sieht Seliger das GWU „für die Zukunft gut aufgestellt“. Neue Wege geht es auch mit einer eigenen App, über die Mieter Mängel fotografieren und gleich weiterleiten können. Ein Drittel der Mieter nutzt bereits digitale Wege. 

Weitere Nachrichten aus der Region Eckernförde finden Sie hier

Minentaucher des Seebataillons in Eckernförde beteiligten sich an einer Gedenkfeier zum 100. Jahrestag der Selbstversenkung der kaiserlichen Hochseeflotte vor den britischen Orkney-Inseln. Die damalige Aktion forderte die letzten 15 Toten des Ersten Weltkriegs.

04.07.2019

Noch nicht ganz fertig und schon wieder voll belegt: Auch das dritte Gebäude der kommunalen Kindertagesstätte Rappelkiste in Osdorf ist praktisch ausgebucht. Am 1. August soll der Betrieb mit zwei zusätzlichen Krippen- und einer altersgemischten Gruppe hier starten.

Cornelia Müller 04.07.2019

In der Lindenallee in Altenholz-Klausdorf kommt es ab Montag, 8. Juli, zu Beeinträchtigungen durch eine Vollsperrung. Anlass ist der Umbau der beiden Bushaltestellen „Dataport“ am östlichen Ende der Straße. Diese werden saniert und barrierefrei hergerichtet.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 03.07.2019