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Eckernförde Gedränge beim ersten "Kaufrausch"
Lokales Eckernförde Gedränge beim ersten "Kaufrausch"
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15:12 20.10.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Bei Julia Keller und Tochter Charlotte (11) lief der Verkauf "wunderbar". Die 42-Jährige aus Eckernförde schätzt den Grundgedanken, dass bei der Veranstaltung nur Frauen an Frauen verkaufen. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Eckernförde

Mehr als 100 Frauen hatten sich als Verkäuferinnen angemeldet. Schon vor dem offiziellen Beginn drängten sich die Schätzchenjägerinnen vor allem unten im Eingangsbereich der Stadthalle. Da dauerte es, bis sich die potenziellen Kundinnen ganz nach innen, in den Saal vorgearbeitet hatten.

Interessentinnen von Jung bis Alt in der Stadthalle Eckernförde

Das Publikum war bunt gemischt, unter den Anbieterinnen hingegen gehörten Lena (29) und ihre Schwester Nele König (25) eher zu den Jüngeren. Die Kielerinnen teilten sich ihren Stand mit Nina Demoulin (28) aus Eckernförde und Maj-Britt Grelk (29) aus Hamburg

„Wir gehen gerne auf die Mädchenflohmärkte auf der Carlshöhe“, erzählt Lena König, der deshalb auch die „Kaufrausch“-Idee gefiel. Das sei schöner, als frühmorgens beim Flohmarkt auf dem Rathausmarkt in einer bunten Warenvielfalt auf Kleidungskäuferinnen zu warten. Zum „Kaufrausch“ haben sich die Frauen relativ spontan angemeldet: „Wir haben schon wieder soooo viel im Schrank!“

Kleidung aus fünf Jahrzehnten

Ganz besondere Hingucker hatte die Eckernförderin Renate Hanisch-Jahn an ihrem Stand ausgestellt. Die frühere Betreiberin des Modegeschäftes „Domino“ trennte sich von bis zu fünf Jahrzehnte gehüteten Kleidungsstücken aus ihrem Schrank. „Ich will mich verkleinern“, sagt sie: „Und das kommt ja alles wieder.“ Damit meint sie zum Beispiel ein leichtes schwarzes Kleid mit schönem Blütendekor oder ein ärmelloses Oberteil in ähnlichem Stil.

Als Prunkstück präsentiert sie an ihrem Stand auch einen mit Pailletten besetzten Spitzen-Zweiteiler, der schon etwa 50 Jahre alt ist: „Damit habe ich auf Bällen in den 1970er-Jahren getanzt.“ Jetzt muss sie sich aber erst mal um eine junge Kundin kümmern, die sich für einen hellen Ledermantel interessiert – und diesen schließlich auch für 40 Euro kauft. 

Hoffen auf Schnäppchen für wenige Euro

Viele sind auf Flohmärkten wie diesen allerdings auf deutlich günstigere Schnäppchen aus. „Zehn Euro wollen sie für das Fähnchen haben“, sagt eine Besucherin im Foyer hörbar empört zu ihrer Begleitung und zeigt auf eine leichte schwarze Abendjacke.

„Man darf nicht wehmütig sein auf Flohmärkten“, erklärt deshalb auch die Hamburgerin Philine Unrau, die ihre Familie aus Eckernförde beim Verkauf unterstützt. Viele wollten bei solchen Veranstaltungen eben nur zwei, drei Euro für gebrauchte Kleidungsstücke zahlen. Auch sie selbst ist in Hamburg gerne auf Flohmärkten unterwegs oder trennt sich auf diesem Weg von Klamotten aus dem eigenen Bestand. 

Das Konzept: Frauen verkaufen an Frauen

Im Foyer hat auch Julia Keller (42) ihren Stand mit Second-Hand-Mode, der von Interessierten umlagert ist. Die Eckernförderin wird beim Verkauf von Tochter Charlotte (11) unterstützt, sagt dennoch: „Man müsste acht Hände haben ...!“ Ihr gefällt das Konzept, dass nur Frauen an Frauen verkaufen: „Das ist mal etwas anderes.“ Und dann wendet sie sich der nächsten Kundin zu, die Fragen zu einem schwedischen Kultrucksack hat. 

Doch nicht nur Frauen kamen beim „Kaufrausch“ auf ihre Kosten. Ein 31-jähriger Urlauber aus Baden-Württemberg freute sich schon früh am Abend über einen dicken Winterpulli – gefunden natürlich an einem Frauenstand. Manchen war das Gedränge in der Stadthalle allerdings zu eng. „Das ist viel zu voll, ich muss hier weg“, verabschiedete sich zum Beispiel eine Frau von ihrer Begleitung.

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