Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Bridge bringt das Hirn gut auf Trab
Lokales Eckernförde Bridge bringt das Hirn gut auf Trab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
19:07 17.11.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Bridge-Spielern mal in die Karten schauen: Das klingt leichter als es ist. Was aber bei aller Konzentration der Spielerinnen und Spieler schnell deutlich wird: So ein Turnier macht viel Spaß! Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

„Wir spielen da Bridge, wo andere Urlaub machen“: Mit dieser charmanten Botschaft präsentiert sich der Bridge-Verband Schleswig-Holstein auf seiner Homepage. Er hat etwa 2400 Mitglieder und veranstaltet mehrere Landesturniere. Diese liegen über der Club- und Bezirksebene. Etwa 90 Spielerinnen und Spieler sind am Sonntag in Altenholz dabei. Sie treten in zwei Leistungsgruppen an. 

Gehirnjogging mit großem Spaßfaktor

Jedes Paar hat dabei einen Laufzettel, mit dem es von Tisch zu Tisch wechselt. Das Ziel: Jeder Spieler spielt einmal jedes Board – das sind die schon vorbereiteten Behälter mit vier Fächern, die jeweils 13 Karten für die vier Spieler enthalten.

Doch was schätzen die Teilnehmer an einem Spiel, von dem die Altenholzer Kassenwartin Marita Thomsen sagt: „Man braucht schon mal zwei Jahre, um es zu lernen.“ Da sind die Spieler sich ziemlich einig, ergibt eine Umfrage. „Es trainiert das Gehirn, hält bis ins hohe Alter fit und ist gesellschaftlich verbindend“, sagt zum Beispiel Jürgen Schlüter, der Altenholzer Vereinsvorsitzende.

Dass man gut Anschluss findet, zeigt sich schon vor Turnierbeginn im Altenholzer Gemeindezentrum, das die Kommune kostenlos zur Verfügung gestellt hat: Da plaudern die Teilnehmer gut gelaunt miteinander – viele kennen sich hier.

Ein strategisches und logisches Spiel

„Es ist logisch, spannend und faszinierend“, sagt Inge Strössner zum Bridge. „Ich kann es nur jedem empfehlen, man tut was für den Kopf“, findet Sabrina Wichmann. „Und man wird nie wieder dasselbe Spiel spielen“, verspricht Cornelie von Karger vom Bridgeclub Kronshagen

Sportwart Richard Hömmen, der heute mitspielender Turnierleiter ist, lobt Bridge als „sehr strategisches, logisches Spiel. Die geistige Anforderung macht den Reiz aus“. Am Ende eines etwa fünfstündigen Turniers ist man dann aber auch platt, erzählt eine Teilnehmerin. „Das ist Gehirnjogging“, findet Birgit Großmann (50): Bridge sei „absolut logisch und hat viel mit Mathematik zu tun“. Gespielt wird in der Regel immer mit dem gleichen Partner: „Geteiltes Leid, halbes Leid“, sagt die 50-Jährige fröhlich.

Geheimzeichen sind beim Bridge verboten

Und dann geht’s los. An allen Vierer-Tischen liegen die ersten Boards. Im eben noch trubeligen Saal verstummen die Gespräche – naja, fast. Die Spieler nehmen ihre Karten auf, sortieren mit neutraler Miene. Zunächst ermitteln die Paare beim Reizen in einer Art Versteigerung, welches Paar wie viele Stiche machen muss und ob es eine Trumpffarbe gibt.

Ziel ist es, möglichst viele Stiche zu machen. Jeder hat auch eine sogenannte Bedding- oder Bietbox. „Damit wird gezeigt, was wir spielen wollen“, erklärt Sigard Kaufmann – denn gesprochen wird ja nicht über das Spiel. Und Geheimzeichen sind verboten. 

Für Laien kaum durchschaubar

Pik, Cœur, Karo und Treff heißen die Farben beim Bridge. Hinweiskarten mit diesen Farben kommen im Verlauf auf den Tisch, ebenso die Spielkarten selbst. Manche mit der Farbe nach oben, manche nach unten – die werden zudem mal hoch, mal quer abgelegt. Ja, der Laie schaut ratlos zu bei den Spielen, die jeweils so um die sieben Minuten dauern. Zu sehen sind kritische Blicke, zu hören leise Ansagen wie: „die Drei“. Oder „eins Karo“, worauf eine „vier“ der Spielpartnerin folgt. 

Nach etwa einer Viertelstunde wird es dann wuselig im Saal: Die Paare wechseln die Spieltische, für die nächste Runde. Wie es jetzt gelaufen ist, spielt gar nicht so die Rolle, erklärt Brigitte Bartels aus Schulensee, die beim Verein Kiel 1 spielt: „Der Vergleich mit den anderen ist am Ende das Entscheidende.“

Und der wird das ganze Turnier lang mit Hilfe eines grauen Computers auf jedem Tisch ermittelt: In den tippt jeder sein Ergebnis ein. Teilnehmerin Brigitte Bartels spielt übrigens schon seit 1962: „Man lernt nie aus“, sagt sie lächelnd. 

Teilnehmer von Jung bis Alt

Turnierleiter Richard Hömmen wird zwischendurch immer mal zum Schlichten an einen Tisch gerufen, wenn es um einen Regelverstoß geht. Manchmal steigt der Geräuschpegel. Vor allem, wenn immer mehr Tische ihre Spiele in dieser Paarung schon absolviert haben und die Leute ins Plaudern kommen. Bis dann wieder neue Zweierpaare aufeinandertreffen.

Die wohl jüngste Teilnehmerin in Altenholz dürfte Marie Kock sein: Die 21-Jährige kam durch ihre Mutter zum Bridge; „Wir haben das von Kind an gespielt.“ Und Herbert Schösler wird mit seinen 80 Jahren wohl zu den Älteren gehören. Bridge lernen und spielen: Das ist eben keine Altersfrage.

Fact Box

Teamplay, Spannung, Taktik: Bridge bietet alles, was ein modernes Kartenspiel mitbringen muss, um Erfolg bei Jung und Alt zu haben. Dennoch gilt es in deutschsprachigen Ländern als relativ unbekannt. „Bridge ist ein Kartenspiel für vier Personen“ gilt als kürzeste Beschreibung. Dabei bilden je zwei sich gegenüber sitzende Spieler eine Mannschaft. Ziel ist es, möglichst viele Stiche zu machen.

Wichtige Elemente im Spiel sind das Reizen und das Abspiel. Auch Strategie und Psychologie sind wichtig: Anhand von Indizien versuchen die Spieler, das Blatt des Gegners einzuschätzen. Bei einem Turnier ist die Rolle des Kartenglücks stark reduziert: Denn dann wird die gleiche Verteilung nacheinander an mehreren Tischen von verschiedenen Spielern gespielt. Sieger ist, wer im Vergleich am erfolgreichsten gespielt hat.

Bridge gilt deshalb auch, ähnlich wie Schach, als als Sport. Als Vorläufer von Bridge soll das aus England stammende Whist gelten, das im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. 

Mehr Nachrichten aus der Region Eckernförde lesen Sie hier.

So hatte keiner Eckernfördes St.-Nicolai-Kirche je gesehen. Rund 100 Besucher pilgerten am Sonnabend ab 18 Uhr in den Innenraum. Dort hatte Künstlerin Katrin Bethge für ihre Installation „Lichtdurchflutet“ 16 Overheadprojektoren aufgestellt. Das Resultat war ein besonders optisches Erlebnis. 

Rainer Krüger 17.11.2019
Eckernförde NaKu-Jubiläumsausstellung Ein Manifest der Kunst

53 Künstler beziehen in Wort und Werk Stellung. Zur Jubiläumsausstellung anlässlich zehn Jahre Verein Natur & Kultur Carlshöhe (NaKu) haben sich Mitglieder die Frage nach dem Wesentlichen gestellt. Herausgekommen ist dabei das Manifestival, das am Sonntag in der Galerie Carls Art 78 eröffnet wird.

Christoph Rohde 16.11.2019

Sie sind zerbrechlich und von ganz eigenem Zauber. Porzellanpuppen sind seit drei Jahrzehnten das Metier von Ute Dickhaut. Im Rahmen der Kochendorfer Künstlergruppe Kaleidoskop stellte sie ihre Reproduktionen antiker Künstlerpuppen vor und verriet das Geheimnis, wie sie gemacht werden.

Christoph Rohde 16.11.2019