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Eckernförde Kanalkataster bringt Schäden ans Licht
Lokales Eckernförde Kanalkataster bringt Schäden ans Licht
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15:24 14.03.2019
Von Cornelia Müller
2019 sieht der Haushalt Neuwittenbek zunächst nur 50.000 Euro für die dringendsten Maßnahmen am Kanalisationsnetz vor. Das dicke Ende kommt aber gewiss, denn es muss in absehbarer Zeit ein ganz neues Klärwerk gebaut werden. Quelle: fotolia
Neuwittenbek

2012 hatte die Gemeinde ein Ingenieurbüro damit beauftragt, ein Kanalkastaster zu erstellen. Für die Bestandsaufnahme des Abwasser- und Regenwassernetzes für die 1155 Einwohner hatte das Gettorfer Büro EDS Planung die Leitungen 2013 filmen lassen.

Aber die Ergebnisse sah sich in Neuwittenbek nie einer an. Sie lagen offenkundig auch gar nicht vor. Warum dann auf beiden Seiten das Schweigen einsetzte, nachdem der Auftragnehmer den Bestand akribisch erhoben hatte?

Die Verzögerung kann keiner in Neuwittenbek erklären

"Ich kann es mir tatsächlich nicht erklären", räumte Planer Gerd Schimming vor dem Wege- und Umweltausschuss der Gemeinde Mittwochabend ein. Er hatte es übernommen, die Erhebung wie auch die notwendigen Folgemaßnahmen mit ersten Kostenschätzungen vorzustellen.

Offenbar ist auch dem Ausschuss und Bürgermeisterin Waltraud Meyer (SPD), die seit 2018 im Amt ist, nicht klar, wieso die Gemeinde nicht früher nachgefasst hatte. Die Gremien hatten sich nach der Kommunalwahl neu zusammengesetzt.

Fakt ist, dass der Haushalt 2019, der am 19. März verabschiedet werden soll, vorsorglich 50.000 Euro für Kanalarbeiten während der überfälligen Sanierung der Kreisstraße 90 vorsieht. Dabei soll es laut Ausschuss auch erst einmal bleiben. Zugesagt hat der Kreis die Straßenarbeiten für 2019.

Einige Regenwasserleitungen sind bei Starkregen am Limit

"Richtig schlimm sieht es in Ihrem Untergrund nicht aus", fasste Schimming zusammen. Gleichwohl: An 15 Punkten etwa sind Einleitungsstellen überlastet, wenn ein Starkregenereignis registriert wird.

Schimming: "An diesen Stellen floss über die Hälfte dessen mehr ein, was für die betreffende Leitung als hundertprozentige Auslastung erachtet wird. Zu Überschwemmungen führte das noch nicht, und es kam auch kein Gullydeckel hoch."

Dringender sei es, Schadstellen in Schmutzwasserleitungen zu beheben: Risse, Löcher, hervorstehende Einlaufstutzen, die den Durchfluss behindern. Beim Abfahren der Rohre habe die betreffende Firma im übrigen auch eingewachsenes Wurzelwerk mit entfernt.

Auch mit Sofortmaßnahmen lassen sich die Gemeinden Zeit

"Aber das war 2013", merkte der Ausschussvorsitzende Thomas Pudimat (SPD) an. "Das ist doch alles nachgewachsen." Der Planer bejahte. "Aber so wild ist das in ihren Fall nicht. Ich sehe anhand der Bilder keine akute Gefahr." Ohnehin ließen sich die meisten Gemeinden ein wenig Zeit, "wenn nichts absolut akut ist". 

Das nach seinen Worten moderate Ausmaß der Schäden, denen die Gemeinde schrittweise zu Leibe rücken dürfe, summiert sich für "sofortige und kurzfristige Maßnahmen" auf 315.000 Euro. Mittelfristig müsse die Gemeinde weitere 160.000 Euro kalkulieren. 

Einziger Trost: Die Kostenschätzung ist nicht von 2013. Sie sei aktuell. Und ein größerer Teil der Arbeiten ließe sich erledigen, ohne dabei Straßen und Gehwege aufzureißen. Unbekannt bleibt allerdings vorerst, wie viele Schäden in sechs Jahren hinzugekommen sind.

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