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Eckernförde Mehr Steuern als Folge der Kita-Reform?
Lokales Eckernförde Mehr Steuern als Folge der Kita-Reform?
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06:32 24.09.2019
Von Cornelia Müller
Noch im Sommer wurde gewerkelt am dritten Haus der Kita Rappelkiste in Osdorf. Und schon wieder scheint die Anzahl der Betreuungsplätze für Kinder in der Gemeinde zu knapp. Quelle: Cornelia D. Mueller
Osdorf

Die Ziele der Reform: Sie soll Eltern durch die Deckelung der Beiträge finanziell entlasten, die Betreuungsqualität vereinheitlichen und verbessern sowie Kommunen – theoretisch –entlasten.

Letzteres wird nach Berechnung des Amtes Dänischer Wohld in Gettorf jedoch nicht eintreten im Wohld-Gemeinden. Das beklagte kürzlich auch Tüttendorfs Bürgermeisters Wolfgang Kerber (WdGT).

Osdorf weihte vor wenigen Wochen das dritte Gebäude der kommunalen Kita Rappelkiste ein. Kosten für den Neubau: 1,45 Millionen Euro.

Kita-Plätze werden schon wieder knapp in der Gemeinde Osdorf

60 Kinder ab drei Jahren haben im „alten“ Haus Platz, 20 Krippenkinder unter drei Jahren im ersten Neubau, der noch nicht einmal fünf Jahre steht, und 20 Krippenkinder sowie 20 Mädchen und Jungen der altersgemischen Gruppe im gerade fertiggestellten Gebäude.

Auf 18 weitere Kinder ist die Waldkindergartengruppe (Ü-3-Kinder) der Rappelkiste in Noer ausgelegt. Zusammen mit der evangelischen Kita Pusteblume bringt es Osdorf auf 160 Betreuungsplätze.

In der jüngsten Sozialausschusssitzung der Gemeinde nahmen die Kommunalpolitiker die aktuellen Berechnung des Amtes zum Betreuungsbedarf mit Schrecken zu Kenntnis.

Danach werden zum Kindergartenjahr 2020 schon wieder 20 Plätze für Ü-3-Kinder fehlen. Etliche U-3-Kinder wechseln in die nächste Altersstufe, und freie Krippenplätze dürften nach bisherigen Erfahrungen sofort wieder belegt sein.

Osdorf hat bereits einen sehr hohen Betreuungsstandard im Kindergarten

Kohrt: „Wir müssen uns dann überlegen, ob wir dann aus zwei U-3-Gruppen altersgemischte Gruppen machen. Nur so hätten 20 Kinder mehr einen Platz.“ Genau das wollte die Gemeinde vermeiden.

„Wir gewährleisten schon heute hohe Betreuungsqualität, teils über dem, was die Reform verlangt“, schlüsselt Kohrt auf. „Die Neuregelung fordert die Freistellung der Leitung und einen Betreuungsschlüssel, wonach zwei Fachkräfte in jeder Gruppe sind. Das haben wir schon. Auch die stellvertretende Leitung ist teilweise freigestellt."

"Bei uns zahlen Eltern ihre Beiträge je nach Betreuungszeit, also bis 13, 14, 15 oder 16 Uhr. Laut Reform würde nur Wahl zwischen 14 und 16 Uhr bestehen. Sollten wir Eltern also bis 16 Uhr zahlen lassen, wenn die Kinder schon um 15 Uhr gehen?“, fragt er.

Haushaltsdefizt im Bereich Kinderbetreuung wächst unweigerlich

Laut Amt würde sich das Haushaltsdefizit im Bereich Kinderbetreuung, auch bedingt durch gedeckelte Elternbeiträge, schon bei gleicher Zahl der Plätze und Wahrung unseres heutigen Standards auf mindestens 75.000 Euro jährlich mehr als ohnehin schon belaufen.

Tatsächlich ist das Kita-Defizit in Osdorf von 200.000 Euro im Jahr 2013 bis 2018 bereits auf 800.000 Euro gewachsen. Die Konsequenz aus Sicht der Osdorfer Politik könnten nur Steuererhöhungen sein.

Kohrt: „Wir müssen Grund- und die Gewerbesteuer deutlich anheben, um das Loch zu stopfen“, fasst Kohrt zusammen. „Das würden die Bürger nicht verstehen. Die Betreuungsqualität wieder zu senken, kommt zudem kaum in Frage."

"Und man darf dabei nicht vergessen, dass die Entlastung der Eltern durch die Reform zwischen zwei und 108 Euro monatlich durch den Wegfall der bisherigen 100 Euro vom Land für das erste Jahr in der U-3-Betreuung wieder geschmälert wird", betont Kohrt.

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