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Eckernförde B-Plan soll den Windkraftausbau steuern
Lokales Eckernförde B-Plan soll den Windkraftausbau steuern
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12:00 30.05.2019
Von Cornelia Müller
Noch mehr Strom durch noch mehr Windkraftanlagen wird auch in Tüttendorf kritisch gesehen. Mit einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Gebiet Wulfshagen will die Gemeinde "steuern, so weit dies möglich ist". Quelle: Arne Dedert
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Tüttendorf

Eine Planung im Vorgriff: Der Regionalplan des Landes, dessen Entwurf hier ein vergrößertes Vorranggebiet vorsah, liegt erst einmal auf Eis. Die Flächen sind teils wieder fraglich. Auch Tüttendorf hatte sich negativ zur Ausweitung der Fläche Wulfshagen positioniert.

Einstimmig hat der Bauausschuss Dienstagabend entschieden, dennoch schon jetzt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Dass die Gemeindevertretung Ende Juni kurz vor der Sommerpause das klare Votum bestätigt, bezweifelt Bürgermeister Wolfgang Kerber (FWdGT) nicht.

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Tüttendorf will sich Einfluss auf die Windpark-Planung sichern

"Wir greifen deshalb vor, weil die im jüngsten Regionalplanentwurf benannte Vorrangfläche für Windenergie nun schon zum zweiten Mal bereits zweimal unverändert ausgewiesen wurde", erläutert Kerber.

Das Land habe signalisiert, "dass sich an solchen Flächen auch nach Prüfung aller Stellungnahmen nichts mehr ändert. Hier können Investoren eine Ausnahmegenehmigung beantragen." Somit seien praktisch schon Fakten geschaffen.

Die Tüttendorfer Politiker wollen so dem international tätigen Projektentwickler, der seine Pläne für den Windpark Wulfshagen bereits vorgestellt hat, eine Brücke bauen. Zumindest hofft die Gemeinde damit, Faktoren wie Anlagenhöhe, Nachtbeleuchtung, Abschaltung zu bestimmten Zeiten zur Minimierung von Schattenwurf und Lärm zu in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Investor will im Windpark Wulfshagen bis zu elf Windkraftanlagen 

Das Unternehmen Energiequelle hat seinen Hauptsitz in Brandenburg will auf der Fläche ins Repowering investieren. Das bedeutet, dass die fünf bestehenden 100 Meter ersetzt werden und weitere dürften bei der bisher vom Land definierten Flächengröße dazu kommen.

Zwei Szenarien hatte der Investor vorgestellt: bis zu elf 150 Meter hohe Anlagen oder sieben bis acht 200 Meter hohe 4,3-Megawatt-Anlagen. Der alte Bebauungsplan für den Windpark Wulfshagen hatte die Höhe auf 100 Meter begrenzt.

Diese Vorgabe ist in Zukunft hinfällig, wenn Investoren auf einer Vorrangfläche neu bauen oder Anlagen ertüchtigen. Der Abstand zu Siedlungen muss künftig mindestens 1000 Meter betragen, in jedem Fall aber die fünffache Gesamthöhe. In Außenbereichen ist die dreifache Anlagenhöhe der Mindestabstand, bei Einzelhäusern sind es 400 Meter.

Gemeinde Tüttendorf hofft auf Verzicht neuer Windräder bei Neuwittenbek

Investoren wollten so schnell wie möglich planen, bevor sich Förderbedingungen änderten, argumentieren die Tüttendorfer. Biete man so früh Planungssicherheit, könne die Gemeinde ein gewisses Entgegenkommen erwarten und ausgehandelte Bedingungen im festschreiben.

Der Bauausschuss geht davon aus, dass der Aufstellungsbeschluss im Herbst gefasst wird. Das gesamte Verfahren werde rund ein Jahr dauern. Für den Investor erledige es sich damit, jetzt beim Land eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen und das Vorhaben ohne Mitsprache der Gemeinde durchzuziehen.

„Aber man darf sich nichts vormachen“, resümiert Kerber. „Unser Einfluss bleibt vergleichsweise gering. Andererseits hat die Vergrößerung des Windparks Wulfshagen vielleicht zur Folge, dass an anderer Stelle auf neue Anlagen verzichtet wird. An der Grenze zur Neuwittenbek ist uns das sehr wichtig. Sonst wären wir von Windrädern umzingelt.“

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