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Eckernförde Im Container fällt das Lernen schwerer
Lokales Eckernförde Im Container fällt das Lernen schwerer
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07:06 27.09.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Containerklassen an der Gemeinschaftsschule in Altenholz wurden angeschafft, um übergangsweise die Raumnot an der Gemeinschaftsschule zu lindern. Doch für den Unterricht sind sie nicht ideal. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

„Es ist drinnen laut – und man hört auch viel von draußen.“ „Die Heizung fällt fast ab.“ „Das Licht ist nicht gut – sehr grell.“ „Es ist kalt, manchmal auch zu warm.“ Oder einfach: „Der ist doof.“ Fragt man die Gemeinschaftsschüler, die am Donnerstag vor dem östlichsten Containerklassenraum auf Einlass warten, ist die Meinung einhellig. Geht man hinein in das Containergebäude, fällt zudem ein Geruch auf, der schon mal Kopfschmerzen bereiten könnte.

Regelmäßige Messungen

Seit einigen Wochen werden in den Räumen regelmäßig die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur gemessen. „Wenn sie gut ist, ist dort Unterricht möglich. Sonst müssen wir mit der Lerngruppe auf einen Fachraum ausweichen“, erklärt Schulleiter Thomas Haß. Man müsse eben improvisieren: „Aber wir ertragen all das, weil wir wissen, dass es vorübergehend ist.“

Dennoch hofft der Schulleiter natürlich, dass die Entscheidung über die Zukunft des Schulzentrums „so schnell wie möglich fällt“. Alle seien gespannt auf das Ergebnis. 

Und um zu verdeutlichen, wie wichtig ihnen die Entwicklung am Schulzentrum ist, war am Abend zuvor gleich eine ganze Reihe von Eltern und Schülern in die Sitzung der Gemeindevertretung gekommen. Stellvertretend für alle wollte der Vize-Schulelternbeiratsvorsitzende Jens Lersmacher wissen, wie es konkret weitergeht.

Hoffen auf Entscheidung im Sommer 2020

Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) erklärte, dass vier Varianten zu Sanierung oder Neubau des Schulzentrums geprüft werden. Die Ergebnisse, hofft er, könnten im März 2020 vorliegen. Dann gebe es womöglich noch Beratungsbedarf. Aber er hofft, dass noch vor den Sommerferien eine Entscheidung über Neubau oder Sanierung fällt. 

Jens Lersmacher wies allerdings nachdrücklich darauf hin, dass die 2017 gebauten Containerklassen ein Problem für sich sind. Der Ersatz für diese dürfe angesichts der Mängel nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die Unterrichtsbedingungen seien alles andere als ideal.

Schulzentrum stammt von 1971

Gemeinschaftsschule und Gymnasium haben den Unterricht in den alten Gebäuden 1971 aufgenommen. Zum Komplex, der untersucht wird, gehören außerdem die zwei Sporthallen, das Jugendzentrum Oase und die alte Grundschule – nicht aber die 2010 errichtete Außenstelle der Claus-Rixen-Schule in Stift.

Zum vorgeschlagenen Bauprogramm gehört übrigens auch eine Mensa, deren Bau zuletzt 2015 aus finanziellen Gründen abgelehnt worden war. „Eine Mensa würde die Attraktivität steigern und gehört in der heutigen Schullandschaft dazu“, sagt der Bürgermeister dazu.

Das wird in der Machbarkeitsstudie untersucht

Variante 1: Bewertung des Ist-Zustanden einschließlich der jährlichen Betriebskosten und jährlichen Bauunterhaltungskosten.

Variante 2: Sanierung der vorhandenen Gebäude einschließlich Neubau einer Mensa auf dem vorhandenen Grundstück.

Variante 3: Sukzessiver Neubau des Schulzentrums auf dem vorhandenen Grundstück.

Variante 4: Erstellung von Neubau auf einem anderen Grundstück der Gemeinde einschließlich neuer Sporthallen je nach dem ermittelten Bedarf

.

Untersuchung ist ergebnisoffen

Und auch wenn es in der Verwaltungsvorlage etwas anders klingt, sei die Untersuchung zu Sanierung oder Neubau „völlig ergebnisoffen“. Die Kosten für die Machbarkeitsstudie liegen bei 68.000 Euro. Einen Neubau könnte sich die Gemeinde auf dem fünf Hektar großen Areal gegenüber vom Friedhof vorstellen. Das Problem: Die Fläche ist derzeit Teil eines übergeordneten Grünzugs. Um hier gegebenenfalls dennoch bauen zu können, habe er Kontakt zum Innenministerium aufgenommen.

Auch Sanierung würde Millionen kosten

Eine Sanierung des Schulzentrums würde laut einer Kostenschätzung von 2018  etwa 5,1 Millionen Euro kosten. 6,5 Millionen Euro wären demnach für neue Klassen-, Fach- und Differenzierungsräume sowie Mensa fällig.

Von der Entscheidung über die Zukunft des Schulzentrums ist auch die Lehrküche betroffen, deren Sanierung im Vorjahr aus dem Haushalt gestrichen worden war. Im Falle einer Sanierung soll die Schule eine neue Küche mit zeitgemäßen Geräten bekommen. Falls es einen Neubau gibt, wäre eine so hohe Investition widersinnig. Für die Übergangszeit bis zum Neubau würde die Gemeinschaftsschule dann eine Kompromissküche bekommen. 

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