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Eckernförde Überfall in Gammelby nur vorgetäuscht?
Lokales Eckernförde Überfall in Gammelby nur vorgetäuscht?
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13:15 30.04.2019
Von Tilmann Post
Eine 30-jährige Restaurant-Betreiberin steht wegen Betruges vor dem Amtsgericht Eckernförde. Sie soll nur vorgetäuscht haben, ein Raubopfer geworden zu sein. Quelle: Tilmann Post
Eckernförde

Die 30-Jährige hatte in einer Juli-Nacht 2017 aufgelöst auf der Eckernförder Polizeiwache von dem Überfall erzählt. Sie sei mit den Tageseinnahmen von ihrer Gaststätte an der Schlei aus auf dem Weg nach Eckernförde gewesen, um das Geld am Selbstbedienungsschalter bei der Bank einzuzahlen.

Doch zwischen dem Ortsausgang von Gammelby und dem Koseler Weg sei sie überfallen worden. Ein zweiter Mann habe die Tasche mit den rund 3000 Euro dabei geraubt. Zwei Drittel der Summe wurden von der Versicherung später erstattet.

Ehemalige Mitarbeiterin belastet Angeklagte

Doch die Polizei bekam Zweifel an der Geschichte des angeblichen Opfers. Besonders nach der Zeugenaussage einer ehemaligen Mitarbeiterin der Angeklagten. Derzufolge habe der Ehemann der Chefin - beide führten den Betrieb gemeinsam - vor dem Überfall betont, dass er dringend 3000 Euro brauche.

Am betreffenden Abend habe er zudem mehrfach gesagt: "Hoffentlich geht alles gut." Der Zeugin zufolge sei es ungewöhnlich, dass sich die Angeklagte damals allein auf den Weg gemacht und den abgelegenen Weg über Gammelby gewählt habe. Dem Betrieb sei es finanziell nicht so gut gegangen wie von den Betreiber-Eheleuten behauptet.

Finanzamt-Forderung betrug ebenfalls 3000 Euro

Tatsächlich schlug wenige Tage vor der angeblichen Tat ein Umsatzsteuer-Bankeinzug des Finanzamts fehl - das Konto war nicht gedeckt. Die Forderung betrug knapp 3000 Euro. Die Angeklagte hingegen versicherte, dass kurzzeitige Unterdeckungen unter Selbstständigen durchaus vorkommen. Zudem werde sie von der Ex-Mitarbeiterin nur belastet, weil die wegen ihrer Kündigung auf Rache sinne.

Am ersten Verhandlungstag mit sieben Zeugen konnte das Rätsel um den Überfall nicht gelöst werden. Der Prozess wird am Montag, 20. Mai, um 15 Uhr mit fünf weiteren Anhörungen fortgesetzt.

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