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Eckernförde Geschäftsinhaber sauer auf Verwaltung
Lokales Eckernförde Geschäftsinhaber sauer auf Verwaltung
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19:05 22.01.2019
Foto: Er hat eine Ausnahmegenehmigung: Für Kunden und Lieferanten wünscht sich Markus Häder freie Fahrt zu seinem Geschäft in der Gettorfer Fußgängerzone - ein Antrag wurde im Bauausschuss abgelehnt.
Er hat eine Ausnahmegenehmigung: Für Kunden und Lieferanten wünscht sich Markus Häder freie Fahrt zu seinem Geschäft in der Gettorfer Fußgängerzone - ein Antrag wurde im Bauausschuss abgelehnt. Quelle: Jan Torben Budde
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Gettorf.

Tenor in der Sitzung: Bekommt erst ein Gewerbetreibender grünes Licht, pochen später weitere Geschäftsleute an der Bummelmeile auf das gleiche Recht. Dabei gibt es laut Amtsverwaltung Dänischer Wohld immer häufiger Beschwerden von Bürgern, dass der Fahrzeugverkehr in der Fußgängerzone zu jeder Tageszeit stark zugenommen habe.

Wie ist die Ausgangslage? Laut Amtsverwaltung darf die Gettorfer Fußgängerzone „nur für Anlieferungen und nur in den festgesetzten Zeiten befahren werden“. Demnach ist der Lieferverkehr von montags bis donnerstags von sechs bis zehn Uhr zugelassen. Zudem können Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung – mit Anerkennung vom Versorgungsamt – bis zu einer Arztpraxis fahren. Auch sind der Verwaltung zufolge alle Anwohner, die einen Stellplatz in der Fußgängerzone besitzen, zur Durchfahrt berechtigt. Das Ordnungsamt stellt erforderliche Scheine aus. Ebenso haben Sonderfahrzeuge, darunter Rettungswagen, Post oder Müllabfuhr – freie Fahrt. Ansonsten ist dieser Bereich nur für Fußgänger vorgesehen – auch Radfahrer müssen absteigen und schieben. Doch laut Martin Hackauf trudeln im Ordnungsamt immer wieder Beschwerden ein, dass trotzdem Autofahrer in der Eichstraße unterwegs seien – um Brötchen oder Pizza zu holen.

Für Markus Häder ist die Ablehnung seines Antrages nicht nachvollziehbar. „Wir brauchen ein anderes Zufahrtsrecht“, sagt der Geschäftsinhaber, dessen Unternehmen seit 150 Jahren besteht. Häders Stellplätze für Mitarbeiter und Kunden befinden sich auf einem Hof hinter dem Firmengebäude – die einzige Zufahrt verläuft über die Fußgängerzone. Er habe für seine Transporter zwar eine Ausnahmegenehmigung, doch die Kunden müssten auf dem Karl-Kolbe-Platz parken und auf der Bergstraße ins Zentrum laufen – obwohl sie schwer zu tragen hätten.

Ihm schwebt daher vor, dass von dort kommende Autos auf der Eichstraße bis zu seinem Geschäft fahren dürfen. „Früher wurde ein Auge zugedrückt, wenn Kunden das kleine Stück durch die Fußgängerzone auf unseren Hof gefahren sind“, verrät Häder, „die Zeiten sind aber vorbei.“ Er wünsche sich daher besagte Regelung. Auch seine Lieferanten könnten sich nicht immer an die Lieferverkehrszeiten halten, und mit der Ausnahmegenehmigung klappe es manchmal nicht auf die Schnelle.

Von Jan Torben Budde

Christoph Rohde 22.01.2019
Christoph Rohde 22.01.2019
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 22.01.2019