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Eckernförde Sonntagseinkauf im Ostseebad gesichert
Lokales Eckernförde Sonntagseinkauf im Ostseebad gesichert
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20:16 23.05.2018
Von Tilmann Post
Vom Strand direkt in die Innenstadt zum Einkaufen – das bleibt in der bisherigen Form auch in Eckernförde für weitere fünf Jahre möglich. Quelle: tilmann Post
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Eckernförde

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hatte mit der Kirche und den Gewerkschaften in dieser Woche ausgehandelt, dass die Bäderregelung – wie berichtet – weitere fünf Jahre weitgehend in ihrer derzeitigen Form gelten soll. Das Werk regelt, zu welchen Zeiten die Geschäfte in Urlaubsorten auch an Sonn- und Feiertagen öffnen dürfen. Im Altkreis betrifft das neben der Stadt Eckernförde zehn weitere Gemeinden.

Regeln gelten nun bis 2023

Die Verhandlungen zogen sich über mehrere Monate hin. Unter den Geschäftsleuten war zuletzt Unsicherheit aufgetreten, ob eine zu harte Linie nicht verhärtete Fronten und damit ein schlechteres Ergebnis hervorrufen könnte. Hintergrund sind die Verhandlungen von 2013, als es zu Einschränkungen beim Sortiment kam – Baumärkte und Autohäuser durften beispielsweise nicht mehr öffnen. Zudem wurde die tägliche Verkaufszeit von acht auf sechs Stunden begrenzt. Die damals vereinbarten Regeln gelten nun weiter bis 2023.

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Planungssicherheit für fünf Jahre

„Wir können damit sehr gut leben“, sagte Wilfried Wagner, der für rund 100 Mitgliedsunternehmen spricht. Die Fortführung der Verordnung sei ein weiteres Argument für Händler, die eine Geschäftseröffnung in Eckernförde erwägen. „Sie erhalten Planungssicherheit“, so Wagner. Dass Port Olpenitz ebenfalls in die Verordnung aufgenommen wurde, hält er für richtig.

Ruhepause zwischen Januar und Mitte März

Auch Stefan Borgmann, Chef der Touristik- und Marketinggesellschaft, begrüßt das Ergebnis – obwohl sich die Buchungen ihm zufolge zunehmend auf die Nebensaison ausweiten. Dennoch sei das eine vergleichsweise tourismusarme Zeit. „Die Angestellten haben eine Ruhepause, wenn die Geschäfte zwischen Januar und Mitte März nicht öffnen“, sagte er.

Vorschlag: Sonntagsöffnung im Advent

„Die Anzahl der verkaufsoffenen Tage ist absolut ausreichend“, sagte Simone Knuth, die an der Kieler Straße in Eckernförde das kleine Modegeschäft „Clou by Simone“ betreibt. Sie hält es jedoch für besser, an den Adventssonntagen zu öffnen. Dafür könnte die Pause Anfang des Jahres ausgeweitet werden. „Davon würden alle profitieren – die Kirche, die Geschäftsleute und der Weihnachtsmarkt“, so Knuth. Die Familien kommen ihr zufolge zu dieser Zeit ohnehin in die Stadt, „so lassen sich Kirchen- und Alltagsleben verquicken“.

Elf Orte im Altkreis dürfen öffnen

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gilt das in elf Kommunen: außer in den anerkannten Kur- und Erholungsorten Eckernförde, Schwedeneck, Strande, Waabs, Brodersby und Damp auch in Altenhof, Ascheffel, Winnemark, Groß Wittensee und Klein Wittensee. Die Bäderverordnung wird alle fünf Jahre auf den Prüfstand gestellt und zwischen dem Land, den Kirchen und den Gewerkschaften neu ausgehandelt.

Die Regeln der Bäderverordnung

Laut Landesverordnung dürfen die Geschäfte in der Zeit vom 17. Dezember bis 8. Januar sowie vom 15. März bis 31. Oktober in touristisch geprägten Orten an Sonn- und Feiertagen öffnen. Für sechs Stunden zwischen 11 und 19 Uhr dürfen nur Waren des täglichen Gebrauchs verkauft werden.

Rainer Krüger 23.05.2018
Tilmann Post 23.05.2018
Rainer Krüger 23.05.2018