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Eckernförde Geschmirgelt statt gewienert?
Lokales Eckernförde Geschmirgelt statt gewienert?
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18:16 12.08.2016
Von Cornelia Müller
Doris Herzberg aus Strande bekommt ihren Granitboden nicht mehr wirklich blank. Sie hofft inständig, dass Vorwerks Versicherer sie nicht im Stich lässt. Quelle: Cornelia Müller
Strande

Nun muss die Versicherung ran.

Doris Herzberg streicht fassungslos über die matten Flurfliesen. Der früher hochglänzende schwarze Granit ist stumpf, obwohl er blitzsauber ist. Bis zum 20. Juli strahlte der Steinfußboden edel nach jedem Saugen und Wischen in zwei getrennten Arbeitsgängen. „Ich hatte diesen Kobold-Saugwischer von Vorwerk bei einer Freundin gesehen. Sie schwärmte, weil alles in einem Durchgang ohne Bücken erledigt wird“, berichtet sie. „Den wollte ich auch. Am Mittwoch, 20. Juli, kam der Vertreter mit dem Gerät zu uns ins Haus.“

 Der Sauger-Experte aus Gettorf fand nach eigener Aussage die Flurfliesen staubig vor und bat, nicht vorab zu reinigen. Er wollte das Gerät im echten Einsatz zeigen. Doris Herzberg: „Stimmt. Ich hatte gerade Handwerker im Bad. Bei diesen Fliesenarbeiten gab es Staub. Der Flur war zum Schutz mit Vlies ausgelegt. Ich habe das Vlies für die Vorführung abgenommen. Der Staub von den Rändern verteilte sich.“ Der Schock: Nach dem Saugwischdurchgang schimmerten die meisten Fliesen matt. Tiefschwarz war scheckigen Dunkelgrau gewichen.

Eine der neuen identischen Granitfliesen, die im Bad verlegt wurden, zeigt den Unterschied zum matten Flurboden. Quelle: Cornelia Müller

 „Ich kann mir das nicht erklären“, bestätigt der Vertreter der Firma Vorwerk gegenüber unserer Zeitung. „Das Gerät saugt mit dem vorderen Teil normalerweise alle Partikel ab, bevor das feuchte Mikrofasertuch über den Boden fährt. Das ist ein Arbeitsgang. Ich habe das Tuch gewählt, das für diese Art Boden vorgesehen ist.“ Herzbergs waren so frustriert, dass sie den Boden im Beisein des Vertreters selbst nochmals mit ihrem jahrelang problemlos verwendeten Pflegemittel reinigten – ohne Erfolg.

13 Tage keine Reaktion

 Der Vertreter meldete den Vorfall dem Teamleiter. Die Geschädigte wandte sich an den Kundendienst in Wuppertal. „Ich hing lange in der Telefonwarteschleife und habe mit mehreren Leuten gesprochen, die sich rückmelden wollten. 13 Tage lang passierte nichts. Ich war aufgebracht“, schildert sie. „Der Vertreter hatte die Fliesen zwei Tage nach dem Vorfall auf Rat der Firma mit Saugwischer und klarem Wasser behandelt. Ohne Erfolg.“ Als Doris Herzberg bei Vorwerk mitteilte, dass sie sich an die Zeitung gewandt habe, bekam sie Nachricht. Der Versicherer werde sich um Regulierung kümmern, hieß es.

 „Wir bedauern sehr, dass der Schaden entstanden ist“, sagte am Freitag Melanie Eggerstedt, Leiterin Kommunikation Kobold bei Vorwerk. „Uns ist kein weiterer derartiger Fall bekannt, obwohl eine Million Geräte im Umlauf sind. Wir werden im eigenen Interesse versuchen, die genaue Ursache herauszufinden. Momentan gehen wir davon aus, dass eine Kombination aus feinen Baustaub und Fliesenbeschaffenheit infrage kommen.“ Möglicherweise werde sich der Vorfall im Nachgang aber nicht restlos klären lassen. Daher habe man ihn an den Versicherer abgegeben.

 Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty in München bestätigt, dass der Schaden Anfang August gemeldet wurde. Pressesprecherin Heidi Polke: „Vorwerk erkennt das Verschulden an. Wir stehen mit Frau Herzberg in Kontakt und haben Kostenvoranschläge für die Bodenverlegung und Malerarbeiten angefragt. Sobald uns diese vorliegen, können wir zeitnah die Regulierung des Schadens vornehmen.“

 Doris Herzberg ist noch nicht richtig erleichtert. „Der erste Kostenvoranschlag für den Boden beläuft sich ohne Fahrtkosten auf rund 10 000 Euro. Ich hoffe, dass es da nicht doch noch ein Tauziehen gibt. Und man hat mir gesagt, dass mal wieder jede Menge Staub entsteht...“

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