Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Nahverkehr intelligent vernetzen
Lokales Eckernförde Nahverkehr intelligent vernetzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:36 01.04.2019
Von Cornelia Müller
Große Runde zum Thema Steuerung des ÖPNV in der nördlichen Kiel-Region: Von links Kreisdirektor Martin Kruse, Bürgervorsteherin Karin Himstedt (Eckernförde), Bürgermeister Hans-Ulrich Frank (Gettorf), Staatssekretär Thilo Rohlfs, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Thomas Pudimat (Arbeitskreis ÖPNV der Kanalgemeinden), Amtsvorsteher und Bürgermeister Jens Krabbenhöft (Lindau). Das öffentliche Gespräch soll Punkte aufzeigen, die gelöst werden müssen, damit das Auto öfter stehen bleibt. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Die Fakten: Ein gut getakteter Regionalverkehr auf der Schiene zwischen Eckernförde und Kiel mit Halt in Gettorf. Vom ÖPNV abgehängte Dörfer gegenüber von Kiel am Nord-Ostsee-Kanal. Lange Wartezeiten und Umwege, um den drei Kilometer entfernten Nachbarort zu erreichen. 

"Das ist Verlust von Lebenszeit ist“, unterstreicht Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Und jetzt, wo es der Kreis Rendsburg-Eckernförde mit dem Integraler Taktfahrplan für Busse (ITF) richten will, stört die Erkenntnis, dass die Schülerbeförderung nicht an allen Stellen hinein passt.

Das Auto ist für viele Pendler der Kiel-Region noch unverzichtbar

Dass der einzige Ausweg aus der Quadratur des Kreises das Auto ist, ist gängiges Urteil. Ein Vorurteil, filtert Moderatorin Susanne Meise von der Fachhochschule Kiel aus den Beiträgen der sieben Podiumsteilnehmer heraus.

Dessen Abbau heißt aber, dicke Bretter zu bohren. Eckernfördes Bürgervorsteherin Karin Himstedt weiß das nur zu gut. Die Parkplatzsituation, besonders in der Hauptsaison und am Wochenende, erhitzt die Gemüter in der Stadt.

„Dabei ist es optimal, dass die Bahn in Richtung Kiel im Halbstundentakt verkehrt“, betont sie. Der zusätzliche Zughalt, den die Deutsche Bahn für das Autofahrer-Nadelöhr B 76/Südstrand in Aussicht stellt, „könnte doch auch Strandgäste und mehr Pendler überzeugen“. 

Bahnstopp in Neuwittenbek ist nicht kurzfristig umsetzbar

Das Gegenteil gilt für die Kanalgemeinden Neuwittenbek, Schinkel, Großkönigsförde. „Wenn man die Bahn nutzt, braucht man aus Kiel anderthalb Stunden nach Neuwittenbek – falls ein Anschlussbus fährt“, umreißt Thomas Pudimat aus Neuwittenbek vom Arbeitskreis ÖPNV.

Der macht sich stark für die Wiedereröffnung des Bahnhofs Neuwittenbek. Hielte der Zug, wäre man wenigen Minuten in der Landeshauptstadt, Gettorf, Eckernförde. In Richtung Kiel verspricht der ITF ab 2021 immerhin einen guten Bus-Takt.

Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Verkehrsministerium, kennt den Schlüssel zur Lösung: „spurtschnellere Triebwagen.“ Die Ausschreibung für die Züge, deren Tempo die Zeitlücke für den Zusatzhalt auf der eingleisigen Strecke schaffen könnte, stocke aber wegen einer Klage.

Schneller zu realisieren sei ein zweiter Bahnhofszugang in Gettorf, pflichtet er Bürgermeister Hans-Ulrich Frank bei. Der moniert: „Es kann nicht sein, das es rechtlich unmöglich ist, Fahrgäste auf der Seite des Ortes einsteigen zu lassen, wo gewohnt wird.“

Bahn AG blockiert den zweiten Bahnsteigzugang für Gettorf 

Für Rohlfs ist diese Begründung ebenfalls „abwegig theoretisch“. Er werde das Thema mit der Bahn erörtern. Eine gute Gesprächskultur attestiert Kreisdirektor Martin Kruse in Sachen ÖPNV innerhalb der Kiel-Region.

„Hier hat sich sehr viel getan in zehn Jahren“, sagt er. Die Kritik der Kanalgemeinden sowie von Osdorf und Noer zur Schülerbeförderung innerhalb des ITF sei angekommen. „Ich verspreche, dass wir im April zu einem weiteren Treffen laden und dann die meisten oder alle Stolpersteine beseitigt sind“, sagt er.

Gefragt nach der Stadtbahn, die Kiel nun doch auflegen will, macht Kämpfer klar: „Dafür brauchen wir Zeit, und wir werden uns auf Kiel beschränken. Allerdings soll der Anschluss möglich sein.“ Kritik bekommt er von Pendlern, die zwar gut den Hauptbahnhof erreichen, „dann aber sehr schlecht weiterkommen“.

Jens Krabbenhöft, Vorsteher im Amt Dänischer Wohld, zieht das Fazit: „Das Entscheidende ist die intelligente Vernetzung der Verkehrsmittel. Da sind wir in unserer Region auf gutem Weg.“ „Verwaltungsgrenzen spielen in der Lebenswirklichkeit keine Rolle. Dem müssen wir Rechnung tragen“, ergänzt Rohlfs.

Alle Nachrichten aus Eckernförde und Umland lesen Sie hier.

Die Borbyer Kirche in Eckernförde bot am Freitagabend eine Bühne für Bands und Nachwuchspoeten. Die zweiten Open-Stage-Show im Gotteshaus zeigte, was in der Jugendkirche läuft. Da ging es zum Beispiel auch ums Vernetzen.

Rainer Krüger 31.03.2019

Ein zum Wohnmobil umgebauter Doppeldecker-Reisebus ist am Sonnabend auf der A 215 in Flammen aufgegangen und fast vollständig ausgebrannt. Der dramatische Vorfall ereignete sich auf der A 215 in Fahrtrichtung Kiel kurz vor Blumenthal.

31.03.2019

Die Badefans können kommen. Radlader, Traktoren und rund 200 Helfer hatten am Sonnabend am Eckernförder Strand Großeinsatz und reinigten die Küste von Seegras und Müll.

Rainer Krüger 30.03.2019