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Eckernförde Sportverein auf Zukunftskurs
Lokales Eckernförde Sportverein auf Zukunftskurs
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06:01 13.02.2019
Von Cornelia Müller
Im kleinen Get-Fit-Studio hat sich ein Teil des hauptamtlichen GTV-Teams versammelt: Geschäftsführer Thomas Glüsing, Azubi Caya Michaely, Sport- und Fitnesskaufmann Marius Ottner, Azubi Maresa Borchardt, Sportwissenschaftler Finn Schwarzlow, Azubi Joshua Bercher (von links).
Gettorf

Müssen sich Sportvereine strecken, um ein Stück vom Kuchen der kommerziellen Fitnessbranche abzubekommen, wenn sie überleben wollen? Oder zwingt der Mangel an Ehrenamtlichen, die vielfältig aufgestellten Vereine Managerqualitäten und viel Zeit mitbringen müssen, zu immer mehr Hauptamtlichkeit?

GTV wird auch skeptisch beäugt

Das Engagement des GTV, nicht einziger Breitensportanbieter im Ort, wird in der Kommunalpolitik mit gemischten Gefühlen begleitet. Befürchtung: Die Erweiterung des Fitness-Studios Get Fit, die der GTV möglichst dicht am Sportpark plant, werde örtlichen kommerziellen Betreiber das Wasser abgraben und andere wie den Gettorfer Sportclub (GSC) benachteiligen.

Noch hat sich die Gemeinde in der Grundstücksfrage nicht positioniert. Vielmehr hat man jetzt einen Runden Tisch Sport ins Auge gefasst, an dem alle Vereine wie auch die Kommerziellen mit sitzen sollen. Beschlossen ist das Gremium noch nicht.

 „Wir sind und werden keine Konkurrenz für Fitnessstudios, physiotherapeutische Praxen und andere“, sagt Geschäftsführer Thomas Glüsing entschieden. „Und das wollen wir auch auf keinen Fall. Wir erzielen keine Gewinne. Wir arbeiten kostendeckend."

Gettorf wächst, Ansprüche der Sportler steigen

"Aber wir müssen uns zukunftsfähig aufstellen. Breitensport ist auch Gesundheitsvorsorge. Davon profitiert die ganze Gemeinde, die zudem stetig wächst. Und Vereinsmitglieder erwarten heute mehr“, sagt er.

Tatsächlich ist die Führung eines Sportvereins von der Größe des GTV, der je nach Saison zwischen 2200 und 2600 Mitglieder zählt, komplex. Im Sportentwicklungsbericht der Deutschen Sporthochschule Köln hieß es schon 2017: „Die sinkende Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement bleibt die Hauptsorge der Sportvereine.“ 

Fitness-Studio des GTV ist längst zu eng

Schon 2011 stellt der GTV einen ersten hauptamtlichen Geschäftsführer ein. Glüsing folgte 2013 nach. Der Betriebswirt, Sportkoordinatorin Eva Maecker sowie Joachim Gaup bilden darüber hinaus den hauptamtlichen Vorstand. Kontrolliert wird er ehrenamtlich durch den Aufsichtsrat unter Leitung von Alexander Kahn.

Sportwissenschaftler Finn Schwarzlow leitet das Get-Fit-Studio im GTV-Heim Kirchhofsallee. „Wir bedienen nicht das sportliche Lifestyle-Segment. Wir haben keine Sauna, keine Wellness-Angebote, keine Physiotherapie. Wir ergänzen an Geräten das Training für andere Sportarten, und zwar nur unter Anleitung und mit Trainingsplan“, betont er. Problem: Das kleine Studio ist längst zu eng. Eine Mannschaft kann hier nicht trainieren.

Sport, Gesundheit, Arbeitsfähigkeit fördern

Schwarzlow hat jetzt auch das Programm Betriebliches Gesundheitsmanagement und -förderung entwickelt, das auf kleine bis mittlere Betriebe individuell zugeschnitten wird. „Es geht von der Arbeitsplatzgestaltung über einfache Handreichungen, Verhaltensprävention bis zu Übungen und Kursen – je nachdem, welches Ziel der Betrieb hat“, erläutert er.

„Unsere Gesellschaft wird älter, wir arbeiten länger. Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten hat enormen Stellenwert.“ Aber warum muss das ein Sportverein das leisten? „Wir sind vor Ort, und Gesundheit durch Sport ist unsere Kernkompetenz.“ Glüsing ergänzt: „So kann auch der GTV zur lokalen Wirtschaftsförderung beitragen. Und er kann selbst profitieren, um bessere Angebote im Breitensport zu machen. Uns geht es ums Miteinander.“

Hier lesen Sie den Kommentar zum Thema.

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