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Eckernförde Grüne drängen auf Nachhaltigkeit
Lokales Eckernförde Grüne drängen auf Nachhaltigkeit
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07:45 12.08.2019
Gegen Klimawandel und globalen Temperaturanstieg: Fraktionschef Tim Holborn (Grüne) fordert ein Klimakonzept für die Gemeinde Gettorf. Quelle: Jan Torben Budde
Gettorf

  In der Gemeindepolitik stößt der Vorstoß der Grünen in Gettorf auf ein geteiltes Echo. Die FDP mahnt zu Augenmaß. CDU und SPD wollen noch beraten.

Hinter den Kulissen deutet sich eine heiße Debatte an. „Aufgrund der Sommerpause in der kommunalen Arbeit war es uns bislang leider nicht möglich, sich inhaltlich mit dem doch umfassenden Antrag zu beschäftigen“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Kurt Arndt. Angesichts der Auswirkungen auf die Arbeit von Verwaltung und Kommunalpolitik sowie das Leben in der Gemeinde sehe die Fraktion noch Beratungsbedarf. Die Auffassung teilt Marco Koch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. Er geht davon aus, dass das Thema am Montag vertagt werde.

Worum geht es den Grünen? „Der Kampf gegen den Klimawandel wird nicht in Gettorf gewonnen“, unterstreicht Fraktionsvorsitzender Tim Holborn, „aber die Gemeinde soll einen Beitrag dazu leisten“. Die Idee des Ortsverbandes: Die Gemeinde soll künftig bei jeglicher Entscheidung die Auswirkungen auf das Klima sowie ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeit berücksichtigen. „Ich bin mir der Anforderungen an die Verwaltung bewusst“, sagt der 55-Jährige. Nach Vorstellung der Grünen sollen ab Oktober in jeder Beschlussvorlage für die Kommunalpolitik die Auswirkungen auf den Klimaschutz mit positiv, negativ oder neutral angegeben werden. Holborn: „Bei negativer Prognose sind Alternativen zu prüfen.“

Hoffnungen setzt Holborn in eine Klimaschutzagentur

Bei der Klimaneutralität geht es darum, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. „Die Kommune hat als Planungsträgerin, Eigentümerin und große öffentliche Auftraggeberin weit reichende Handlungsmöglichkeiten“, erklärt der Grüne. Beispiel: Sollte Gettorf ein Baugebiet ausweisen, könne die Gemeinde an Stellschrauben wie Energieversorgung und Wärmedämmung drehen. „Es wäre gut, wenn sich viele Menschen mit dem Thema auseinandersetzen“, fordert Holborn. Deswegen sieht der Antrag vor, dass der Bürgermeister ein Gremium „Klimaschutz in Gettorf“ einrichtet, in dem Bürger sowie Vertreter aus Umweltverbänden, Politik, Wirtschaft und Verwaltung mitwirken.

Hoffnungen setzt Holborn in eine Klimaschutzagentur, deren Gründung der Kreistag Rendsburg-Eckernförde im Juni beschlossen hat. Ihr können Städte und Gemeinden beitreten, die Hilfe bei Investitionen in den Klimaschutz erhalten. Holborn sieht dort eine Möglichkeit, Fördermittel für besagtes Konzept zu erhalten, das eine externe Firma erstellen sollte. Darin geht es um eine Bestandsanalyse für Gettorf, was unter anderem Ausstoß von Treibhausgasen, Verkehr, Energieverbrauch oder Photovoltaik betrifft.

Die FDP unterstütze grundsätzlich die Absicht des Antrags, teilt Fraktionschef Thorsten Wilke mit, sieht jedoch Redebedarf: „Bedeutet ‚höchste’ Priorität, dass andere wichtige Aufgaben wie Infrastrukturentwicklung, Ortsentwicklung, Kinderrechte, Barrierefreiheit und weiteres sich dem unterzuordnen haben?“ Fraglich erscheint dem Liberalen, ob ein eigenes Klimaschutz-Gremium der Gemeinde erforderlich ist – gerade mit Blick auf besagte Klimaschutzagentur auf Kreisebene. Eine nachhaltige Orts-, Infrastruktur- und Wirtschaftsentwicklung erfordert nach Ansicht der FDP-Fraktion Augenmaß: „Dies gelingt am besten durch Anreize für eigenes Handeln und nicht durch Verbote.“

In der CDU wird der Antrag kritisch gesehen. „Das bedeutet einen großen Verwaltungsaufwand“, befürchtet Koch, „außerdem haben wir schon genug getan“. Er verweist auf Gettorfs Absicht, in der Klimaschutzagentur auf Kreisebene mitzuwirken. Große Umweltsünden sehe er in der Gemeinde nicht.

Die Sitzung des Bauausschusses beginnt am Montag, 12. August, 18.30 Uhr, im Amtsgebäude, Karl-Kolbe-Platz 1, in Gettorf. Auf der Tagesordnung steht außer dem Thema „Klimaneutrale Gemeinde“, das womöglich vertagt wird, die Beratung über eine mögliche Erweiterung des Nahwärmenetzes in Richtung Ortszentrum.

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Von Jan Torben Budde

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