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Eckernförde Grüne wollen keine Diesel-Busse mehr
Lokales Eckernförde Grüne wollen keine Diesel-Busse mehr
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16:23 24.09.2018
Von Tilmann Post
Noch fahren Dieselbusse durch den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Ab 2021 wird der Überlandverkehr auf rund 80 Linien neu geordnet. Quelle: Andreas Arnold
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Eckernförde/Rendsburg

Die Parteien wollen eine seltene Gelegenheit nutzen, denn der Busverkehr wird nur alle zehn Jahre neu ausgeschrieben. Das wird derzeit vorbereitet, damit das Unternehmen mit dem wirtschaftlichsten Angebot die Linien ab Januar 2021 übernehmen kann. Die Gesetzeslage schreibt eine europaweite Ausschreibung vor, denn der Überlandverkehr im Kreis hat eine stattliche Größe. Auf rund 80 Linien werden rund sechs Millionen Kilometer jährlich zurückgelegt – ein Millionen-Geschäft. Derzeit bedienen die Autokraft und einige Sub-Unternehmen das Angebot.

Im Ausschuss für Regionalentwicklung des Kreises wird derzeit ausgearbeitet, welche Anforderungen die Bewerber erfüllen müssen. Das nutzen die Grünen zur Forderung, „auf Motoren mit fossilem Antrieb zunehmend“ zu verzichten. „Der Fahrzeugpark der Zukunft muss mit Wasserstoffantrieb (Brennstoffzelle) oder zumindest aber mit Hybridantrieb ausgerüstet sein“, heißt es im Antrag. Die beiden Fraktionschefs Kerstin Zülsdorff und Armin Rösener haben auch eine konkrete Zeitvorstellung: „Nach den ersten fünf Jahren soll kein fossil angetriebenes Fahrzeug mehr im Einsatz sein.“

SPD fordert 25 Prozent der Busse ohne Diesel

Fünf Jahre hält Martin Tretbar-Endres, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, für unrealistisch. Je nachdem, wie viele Linien ab 2021 zu bedienen seien, werden ihm zufolge 60 bis 80 Busse nötig. „Die müssten dann alle komplett neu sein“, sagt er. Dabei bestehen enorme Preisunterschiede zu Diesel-Fahrzeugen. Doch die Sozialdemokraten sind ebenfalls davon überzeugt, dass ein Umweltbeitrag nötig ist. Sie beantragen: „Mindestens 25 Prozent der Fahrzeuge müssen bis zum Ende der Vertragslaufzeit über alternative Antriebsarten verfügen“ – also nach zehn Jahren.

Auf eine Zeitvorgabe verzichtet die Wählergemeinschaft Kreis Rendsburg-Eckernförde (WGK) bewusst. Es bestehe die Gefahr, dass der Kreis „bei einer voreiligen Umstellung auf eine ,beliebige Technologie’ unkalkulierbare Folgekosten zu tragen hätte“, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Die Fraktion empfiehlt eine Technikfolgenabschätzung, damit sich das nachhaltigste System durchsetzen könne. Zudem soll auch der „ökologische Fußabdruck“ der Busse berücksichtigt werden.

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