Grundschulen in Dänischenhagen, Surendorf und Strande bekommen Digitalpaket
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16:28 04.11.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Ausstattung in Surendorf „ist museal“: Das meint Schulleiterin Jessica Knop (Foto) gar nicht mal despektierlich: „Damit kann man auch arbeiten.“ Es gibt einen Computerraum mit Desktop-PCs, die noch mit dem Betriebssystem Windows XP laufen: „Der Vorteil: Man braucht keinen Virenschutz.“  Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Amt Dänischenhagen

Der Schulverband Küste Dänischer Wohld hat mit Hilfe des „Digitalpakts Schule 2019-2024“ die Modernisierung der drei Grundschule angeschoben. Investiert werden sollen „schnellstmöglich“ insgesamt rund 270 000 Euro. Gut 160 000 Euro fließen als Fördergeld. Der Eigenanteil des Verbands liegt bei knapp 110 000 Euro und fast 28 Prozent – seine bisher größte Investition.

Ausstattung möglichst bis Sommer 2020

Ziel ist es, die drei Schulen möglichst schon bis zum Ende der Sommerferien 2020 zeitgemäß auszustatten. Grundsätzlich hatte man schon früher auf diesen Schritt gehofft. Insgesamt stehen durch den Digitalpakt 170 Millionen Euro zur Verfügung.

„Wir haben alle unsere Hausaufgaben abgearbeitet“, betont der Schulverbandsvorsitzende Holger Klink. Seit zwei Jahren arbeite man an dem Projekt. Die drei Schulen im Kreis Rendsburg-Eckernförde haben sich auf die gleiche Ausstattung geeinigt: orientiert an den Empfehlungen des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). „Damit wir uns gegenseitig unterstützen können – wir sind ja kleine Schulen“, erklärt Jessica Knop, Leiterin in Surendorf.

Dort lernen 86 Mädchen und Jungen, in Strande sind es 80, in Dänischenhagen 175. Das Amt Dänischenhagen hat einen IT-Beauftragten angestellt, der die Schulen betreuen soll. 

Tablets, Ladekoffer, Beamer, Dokumentenkamera

Die jeweils einzügigen Grundschulen Surendorf und Strande bekommen je 30 Tablets mit Tastatur und Stift für Schüler und je sechs für die Lehrerinnen. Außerdem gehören dort je zwei Ladekoffer, fünf Beamer und eine Dokumentenkamera zur Ausstattung – die moderne Form des Overheadprojektors. Für die zweizügige Grundschule Dänischenhagen werden 60 Tablets für den Nachwuchs und zwölf für die Lehrerinnen angeschafft.

Zuerst müssen die Schulen allerdings verkabelt werden. Dabei werden – anders als zunächst geplant – auch die Sporthallen ans Netz angeschlossen. Dass die „mitgedacht wurden, ist gut“, lobt Jessica Knop: „Schließlich ist das unser Veranstaltungsraum.“

Analoge Arbeit bleibt dennoch wichtig

Die Verzögerung bis zur Digitalisierung überbrückt man in Strande „mit den klassischen Lehrmethoden“, sagt Schulleiterin Cornelia Theel. Mit dem Stift zu schreiben und Fingerfertigkeit zu entwickeln, mit Büchern zu arbeiten: „Die analoge Arbeit bleibt ja wichtig“, sagt sie. Es gebe auch Hinweise darauf, dass das Schreiben mit der Hand zu besseren Gedächtnisleistungen führt, verweist sie auf Untersuchungen. 

Vor allem im Sachunterricht vermisst man in Strande den Einsatz moderner Medien. Wie intensiv die dann eingesetzt werden, muss sich das Kollegium erst erarbeiten, erklärt Cornelia Theel. Strande sei eine „Internet-ABC-Schule“. Ziel sei dort ein kompetenter, aber auch kritischer Umgang mit modernen Medien, ohne die Schüler zu überfrachten. Sie rechnet damit, dass die Verkabelung der Schule erst in den Sommerferien 2020 erfolgen kann, weil Strande keine Klassenräume zum Ausweichen hat.

Museale Ausstattung im Computerraum

Das Schulgebäude in Surendorf war früher Volksschule, hier gibt es reichlich Ausweichräume. Deshalb hofft Leiterin Jessica Knop, dass man möglichst schon vor den Sommerferien verkabelt ist. Und sich schon etwas einarbeiten kann. Auch sie rechnet aber eher damit, dass das Digitalpaket im Schuljahr 2020/21 zur Verfügung steht.

Bisher sei die Ausstattung in Surendorf „museal“. Das meint Jessica Knop gar nicht mal despektierlich: „Damit kann man auch arbeiten.“ Es gibt einen Computerraum mit Desktop-PCs, die noch mit dem Betriebssystem Windows XP laufen: „Der Vorteil: Man braucht keinen Virenschutz.“ 

Tablets werden unterstützend eingesetzt

Der PC-Raum ist aber ein Auslaufmodell – wie in Dänischenhagen. Jessica Knop geht davon aus, dass die Tablets künftig im Unterricht „durchgängig als Unterstützungsmedium dienen“. Um angestaubte Lexika zu ersetzen, sich die Welt zu erschließen, Abläufe zu erleichtern. Dabei wird es aber Unterschiede je nach Klassenstufe geben.

Die Schulleiterin freut sich, dass der Schulträger das Verfahren „superschnell“ vorantreibe und die Digitalisierung auch von Bund und Land gefördert wird. Doch ein bisschen fragt sie sich  jetzt schon, was passiert, wenn dieses „Anschub-Programm“ nach einigen Jahren wieder veraltet ist. Und dann Geld für Neues fehlt.

Neue Möglichkeiten, neue Herausforderungen

Gesa Meißner, Leiterin der Grundschule Dänischenhagen, hätte sich für die Digitalisierung zudem konkrete Vorgaben gewünscht, was gelernt werden soll: „So kommt jeder mit unterschiedlichen Kenntnissen an die weiterführende Schule.“

Es würde zum Beispiel Sinn machen, dass der Nachwuchs lernt, mit zehn Fingern zu tippen: „Aber woher soll die Zeit kommen? Soll ich das dem Deutschunterricht wegnehmen?“ Die neue Technik biete viele Möglichkeiten, lobt sie: „Aber sie bringt auch Herausforderungen mit sich.“

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