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Eckernförde So spart Gut Birkenmoor viel Heizöl
Lokales Eckernförde So spart Gut Birkenmoor viel Heizöl
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19:47 10.02.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Landwirt Tobias Brauns mit dem Hackschnitzel-Rest vom Vorjahr: Der Nachschub ist schon in Arbeit. Er rechnet mit etwa 700 Kubikmetern Hackschnitzel pro Jahr. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Schwedeneck

Tobias Brauns steht vor einem deutlich angeknabberten Riesenberg mit Hackschnitzeln, greift mit der Hand hinein. Zeigt die groben und feineren Holzpartikel: Damit werden seit Juli 2019 das Herrenhaus des Guts und das Betriebsleiterhaus beheizt, außerdem eine 1200 Quadratmeter große Gewerbehalle sowie zwei Mietshäuser seiner Frau Katrin Abel-Brauns.

Für Landwirt Tobias Brauns eine runde Sache: Als Leiter einer Betriebsgemeinschaft mit 600 Hektar Land gehört auch die Knickpflege zu seinen Aufgaben. „Der Rohstoff fällt regelmäßig an“, sagt der 40-Jährige aus Schwedeneck.

Knickholz als nachwachsener Rohstoff wird verheizt

Er kalkuliert mit etwa 700 Kubikmetern Hackschnitzel pro Jahr. Zahlt die Kosten für das Hacken, das noch vor Ort erledigt wird, und den Transport zum Hof. Tobias Brauns trocknet das Material nicht extra fürs Verheizen: „Die Eigenwärme des Holzes reicht dafür“, sagt er. So einfach wie möglich: Das sei sein Prinzip. Durch die Hackschnitzel-Heizung „haben wir einen thermischen Nutzen vom Knickholz – und das ist ein nachwachsender Rohstoff“. 

Der Haufen des Vorjahres ist immer noch stattlich, doch Nachschub kommt schon: In Kubitzberg wurden in den vergangenen Tagen zwei, drei Kilometer Knick auf den Stock gesetzt. „Das ist eine Naturschutzleistung der Landwirte“, betont Tobias Brauns. Doch während das Holz früher oft einfach so verbrannt wurde, gibt es mittlerweile neue Nutzungsmöglichkeiten. Und so haben im Dänischen Wohld bereits mehrere Landwirte eine Hackschnitzel-Heizung. 

Zunächst entstand ein lokales Nahwärmenetz

Bis 2019 stand auf Gut Birkenmoor noch eine Ölheizung. Doch die war schon über 20 Jahre alt: „Wir hatten Sorge, dass sie mal ausfällt“, erklärt Tobias Brauns. Da lag es für ihn nahe, jetzt auf eine Lösung mit einem umweltgerechteren Brennstoff zu setzen. Dazu entstand 2018 auf Gut Birkenmoor zunächst ein etwa 650 Meter langes lokales Nahwärme-Leitungsnetz. Dafür gab es auch Fördermittel.

In einer Halle wurde dann Platz für den Vorratsbunker geschaffen, der im Winter einmal pro Woche mit Holzschnitzeln befüllt wird: Mehr Arbeit macht die Heizung nicht. Über eine Förderschnecke wird das Material automatisch Richtung Heizung befördert – immer nur so viel, wie benötigt wird.

Hackschnitzel-Heizung hat Leistung von 300 Kilowatt

Die Heizung steht in einem besonders brandgeschützten Raum auf der Rückseite des Vorratsbunkers. Dort, wo früher der Heizölbrenner war, ist nun ein sieben Meter hoher Pufferspeicher mit 15 Kubikmetern Wasser zu sehen. Wenn die Temperatur unter eine bestimmte Marke fällt, springt die Hackschnitzel-Heizung mit einer Leistung von 300 Kilowatt an, erklärt Tobias Brauns.

Durch einen schwarzen Metallschacht werden die Holzschnitzel aus dem Bunker dann über zwei Schnecken in die Heizung eingespeist: „Alles automatisch gesteuert.“ Das Display der Heizung zeigt verschiedene Werte an: Diese Infos kann der 40-Jährige auch mit dem Handy abrufen. 

Übrig bleiben nur Mineralien

Draußen, vor der Tür zur Heizung, steht ein großer Kübel mit feiner grauer Asche – mehr bleibt nach der Verbrennung nicht. „Das ist hundertprozentige Verbrennung“, sagt Tobias Brauns. Übrig blieben nur Mineralien wie Magnesium und Kalium: „Was so in Pflanzen drin ist und nicht verbrennt.“ Es gebe auch Landwirte, die nutzten die Heizung im Sommer, um ihr Getreide zu trocknen: „Dann hat man eine Superauslastung.“ Gut Birkenmoor nutzt zur Trocknung allerdings die Silos der Sprengerhof GbR in der Nähe.

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